Die Kaffeemaschine funktioniert!

Jetzt aber die Kaffeemaschine ausprobieren, die Mamush Peter zum Geburtstag/Weihnacht geschenkt hat und die jetzt schon ein paar Monate in Kenia war – unserem Bauführer Hanspeter Luchsinger sei Dank! Zum Glück hatte ich einen Reiseadapter dabei – für die unsinnigen Dreipol-Stecker gibt es ja in fast keinem Land eine Lösung! Und siehe da: es funktionierte! Aus der JURA Maschine floss das Lebenselexier für Peter – meinen Cappuccino werde ich dann später mal noch ausprobieren!

Peter ging dann auf seine Mission und ich beschäftigte mich mit der gut schweizerischen Mängelliste und die war laaaang! Das Gebäude wurde von Chinesen erstellt und so sind auch ganz nützliche chiniesische Schriftzeichen auf dem Heisswasserboiler. Ja auf Chinesisch kann ich nicht einmal „on“ oder „off“ unterscheiden! Fast alle Wasserhahnen (oder heisst es Wasserhähne?) tropfen oder funktionieren nicht, 2 Lavabos sind schon zerbrochen und überall natürlich Farbkleckser und noch Betonspritzer aber die kommen schon gar nicht auf die Liste…. Aussen fix – innen nix! Goldene Leuchter und Armaturen, wahnsinns Rainshower Duschköpfe aber eben: die Verarbeitung lausig.Ich muss mal Fio fragen, ob das in China auch so ist. Noch erwähnt sei der WC-Rollenhalter HINTER dem WC! Flexibel muss man sein – gehört wohl zu den zukünftigen Dehnübungen am Morgen! Wobei ich noch erwähnen muss, dass es nebst dem Masterbedroom mit Bad noch 3 Gästezimmer mit eigener Dusche/WC und einem Besucher-WC sowie einem separaten Eingang für die Bediensteten gibt. Also gar nichts zu beklagen und Ausweichmöglichkeiten en masse…

Ok, Peter hatte ja gesagt, ich sei seine Gekidnappte, dass es dann aber bis 16.00 Uhr auch weder Brot noch Wasser noch Peter geben würde war schon eher ein Fall für Amnesty International! Da musste halt eine mitgebrachte Schweizer Schoggi dran glauben als Frühstück/Lunch und ich war ja beschäftigt genug mit Listen erstellen – Mängelliste, To-Do-Liste, Tagesablaufliste, Wohnungseinkaufsliste… Irgendwie muss da mein Fast-Jungfrau-Aszendent durchdrücken mit meinem Organisationstalent… Wundert ihr euch noch, dass es auch für Peter eine Checkliste gab beim ersten Rendez-vous?

Mir wurde dann aber endlich „Mission accomplished“ gesagt und so waren wir schon wieder auf dem Weg zum Flughafen – natürlich durch den absolut verrückten Verkehr von Nairobi, an den ich mich wohl nie gewöhnen würde… Monday ist aber superversiert und so schafften wir es fast pünktlich zum Flughafen. Peter überzeugte die Dame beim Ticketverkauf dann auch, dass sie uns noch mitnehmen müsse auch wenn der Flug eigentlich schon „geschlossen“ sei, denn einen Honorable kann man ja nicht stehen lassen zumal er ja nicht für den Verkehr in Nairobi verantwortlich ist (nur für den in Ganze…) etc. etc. Sie willigte dann ein, das sie uns für den Flug, der in 10 Minuten fliegen würde akzeptiert als Peter an seine Hosentasche griff und merkte, dass er sein Portemonnaie in der neuen Wohnung lag, die geschäfzte 3 Stunden im Feierabendverkehr auf der neu gekauften Matratze lag! Keine ID dabei – gar nichts. Aber irgendwie konnte er sich dann auch da noch rausreden und wir erhielten 2 Plätze auf dem Flug, der eine halbe Stunde später flog… Zum Glück noch etwas verspätet, was mir noch die Gelegenheit gab in der VIP Lounge eine kurze Nachricht im Facebook abzusetzen, dass ich schon nach 24 Stunden in Kenia ziemlich viel zu erzählen hätte. Zuviel versprochen?

In Mombasa werden wir von Malengo – dem Verwandten und Driver in der Mombasa Gegend –  im anderen neuen Auto abgeholt –  ich kenne die Marke nicht aber was umwerfend komisch ist: Das Navigationsgerät ist vollkommen in Chinesisch und die Begrüssung und die Stimme, die alles angibt auch. Die Frage ist: wie schaltet man so ein Ding retour auf Englisch, wenn man nicht einmal weiss, welchen Button drücken? Und hier geht es nicht nur um On und Off! Mit dabei ist eine Irene aus Holland – ihren Erzählungen nach die Freundin von Malengo, die hier mit ihm ein Leben aufbauen will. Interessant – ich dachte immer, wenn er am Telefon mit einer Frau turtelte war diese in England – aber da mische ich mich lieber nicht ein… Wir machen Halt in Mtwapa und essen ein echt fantastisches Chicken vom Grill mit meinem heissgeliebten Kachumbari und meinem Lieblings-Softdrink mit Ingwer: Stoney. Schon klar, das erste Essen in „Freiheit“ schmeckt immer gut! Peter wird von einem Cousin belagert mit Business Ideen zu Sisal und Wassermelonen. Fondo heisst er und ich werde mir den Namen merken weil er à fonds perdu gesprochen hat und sich nicht einmal darum gekümmert hat, ob das jetzt anständig sei oder nicht…

Die Hotelsuche in Kilifi hat sich ganz schwierig herausgestellt und ich bin gar nicht böse, dass „nur“ das Bofa Beach Resort übrig bleibt. Hier fühle ich mich bereits zuhause, es ist bezahlbar und ich weiss schon wie alles läuft, kriege Sonderwünsche bewilligt und habe mich auch schon an den Dauerlärm und die Dauerberieselung durch irgendwelche TV Sendungen und Bässe aus den Lautsprechern gewöhnt. Allerdings ist unser Studio schon besetzt und wir müssen mit einem Zelt (ähnlich wie auf den Safaris) vorlieb nehmen. Aber immerhin: Dusche/WC, Fan – alles vorhanden!

Karibu – welcome home First Lady – die Begrüssung klingt gar nicht so übel und wenn ich in den Himmel blicke und die Abermillionen Sterne sehe muss ich eingestehen: ja vielleicht bin ich hier sogar wirklich schon ein bisschen „home“…

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