Let’s celebrate

Noch ein Nachtrag zum gestrigen Abend… wie schräg ist es, in einem billigen Küstenhotel zu wohnen und am TV das Heimteam FC St. Gallen gegen Swansea im Nebel gewinnen zu sehen? Herrlich!!! Hopp Sanggallä und jetzt zur  Tages“ordnung“…

Klar, dass wir nicht um 09.00 Uhr losfahren würden. 08.20 h kam aber schon Baraka (nein nicht Obama, sondern der Personal Assistant (PA) von Peter…) ins Hotel. Es gibt Probleme mit dem kenianischen Ärzteteam, das 2 kostenlose Medical Camps in Ganze machen – als Folge ihres Einsatzes im November. Ich rufe den leitenden Arzt Martin an und regle die Details mit ihm. Anscheinend hat Peter die Crew im November zu sehr verwöhnt, denn jetzt stellen sie Ansprüche, die momentan so nicht erfüllt werden können. Irgendwann geht es dann aber wirklich los – es muss etwa 11.00 Uhr gewesen sein. Hier muss man immer noch Leute aufladen, die mitgekriegt haben, dass wir nach Ganze fahren. Aber der Lehrer, der jetzt mitfährt muss zusätzlich noch zuerst zur Bank, dann will er noch Zeitungen kaufen – kauft aus lauter Hast 2x dieselbe und dann fahren wir endlich nach Jaribuni zur Secondary School und ich glaube fast, es ist eine Fata Morgana: die 20 Zelte stehen schön fein säuberlich auf dem Fussballplatz und vorne das Zelt für die Ehrengäste. Einmal mehr verblüffend. Ich sehe ein paar Muzungus (so werden die Weissen hier genannt) und begrüsse sie. 4 schicke Italiener – da kann ich wieder mal mein Wissen aus der Dienstagsklasse anwenden… und eine Frau im Rainbow-Batiklook. Es stellt sich heraus, dass sie Martina heisst, für Migros in der Schweiz das Qualitätsmanagement macht und hier bei Immanuel Chai (einem der vier Ward Representatives von Peter) eine Schule und ein landwirtschaftliches Projekt aufgebaut hat. Sie kommt seit Jahren nach Ganze und scheint sich sehr gut auszukennen – zumal gibt sie mir zu verstehen, dass sie weiss, wie geholfen werden könnte. Sie zieht dann auch ganz schön über die Member of Parliaments (MPs) her und ich erinnere sie daran, dass Peter doch eine etwas andere Art und Weise hat, die Dinge umzusetzen als die meisten anderen Politiker…

Wir sprechen dann über die Probleme, die sofort anstehen und die gelöst werden müssen. Sie bringt es noch gut auf den Punkt: über den Bauch funktioniert es am besten. Somit ist das Essen das wichtigste, wobei es ja kein Essen ohne Wasser gibt – auch hier hat sie ganz konkrete Vorstellungen, wie das zu funktionieren hat, was angepflanzt werden sollte etc. Ich denke auch, dass die Reihenfolge so ist:

Wasser

Landwirtschaft

Ausbildung

Um 14.00 Uhr (nur 3 Stunden Verspätung!) kommt dann endlich die ganze Kauma-Truppe an. Sie sehen schon ein bisschen zerzaust nach der Nacht im Kaya aber ich möchte ja nicht wissen, wie es für mich gewesen wäre und ich bin dankbar, dass ich ausgeruht bin. Aber die Energie zu tanzen und zu singen, die haben sie immer noch.

Es folgt dann der Empfang von Amason Kingi, dem Governor von Kilifi County. Er wird mit Peter und seiner Truppe (inkl. mir natürlich…) von Performance Gruppe zu Performance Gruppe gebracht, muss überall klatschen und auch tanzen und Peter macht natürlich wieder allen vor, wie man diese Tänze richtig macht. Er ist ein richtiger Showman und die Leute sind begeistert von seiner Aktivität. Danach ellenlange, die meisten brutal langweilige und politisch gefärbte Speeches. Peter wird gebührend geehrt und alle scheinen happy. Vollkommen happy sind sie dann, weil das Essen reichlich ist und sehr schmackhaft. Richtig feines Fleisch mit Reis und alle weiter über 1000 Anwesenden werden satt.

So etwas fasziniert mich immer wieder: wie so viele Leute verpflegt werden können und wie so schnell das Essen für alle hier ist. Ok, ohne Messer und Gabel, denn dazu gibt es ja die Hand. Aber es ist auch immer Wasser zur Hand um die Hände zu waschen und das wird akribisch befolgt. Kein Essen ohne Händewaschen!

Wir fahren zu einer „christlichen“ Zeit nach Hause. Peter darf stolz sein auf eine tolle Feier, hohe Gäste und ist ebenso froh wie ich, dass es vorbei ist. Er schläft fast bewusstlos im Auto ein und ich habe noch eine Aufgabe während er bereits ins Hotel geht. Ich habe versprochen, dass ich beim Ärzteteam noch vorbei komme. Ich teilte ihnen diplomatisch mit, dass sie aus erster Linie zum Helfen gekommen seien und aus eigenem Antrieb. Dass 3 Übernachtunten für 9 Personen & Benzin & Transportmöglichkeit & Verpflegung & Getränke ausreichen müssen. Baraka hält dann eine eindrückliche Rede und ich bedanke mich für den Einsatz in meinen Worten und bezahle noch eine Runde Getränke.

Alles scheint geregelt und der Einsatz abgeschlossen und eine Basis für eine zukünftige Zusammenarbeit gelegt. Dass sie sich entscheiden, anschliessend unbedingt noch tanzen zu wollen, dass sie dafür nach Mtwapa fahren (das Pattaya von Kenia..), dass sie untereinander Streit kriegen über die Bezahlung der Drinks und dass das Handy vom Arzt geklaut wird – das ist zum Glück nicht mehr in meiner Verantwortung!

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