Sono italiano – italiano vero!

Heute gab es einiges zu erledigen, wie z.B. den Pick-up flicken lassen. Dann erhalte ich auch eine Behandlung von Peter’s Schwester Nelly, die in Kilifi Krankenschwester ist. Die sind zwar momentan gerade am streiken, weil ihnen alle Zusatzzahlungen gestrichen werden aber eine Privatbehandlung wird trotzdem gemacht. Sie pflegt meine Wunde mit dem natürlichen Honig aus Ganze und gibt mir noch Antibiotika. Ganz wohl ist es mir zwar nicht dabei aber es hilft…

Dann habe ich – mit Peter’s Einverständnis – ein Staff-Meeting einberufen. Wir haben den Meetingraum im Hotel gemietet und ich habe nach einem Flipchart gefragt – schade, dass ich ihn nicht fotografiert habe aber es war eine Holztafel, an die mit Geschenkbändeli grosse Blätter gehängt wurden – ok, es ging auch ohne…

Auf jeden Fall konnten mal alle ihre Anliegen auf den Tisch bringen und ich glaube, auch Peter hat aufgehorcht als der Bodyguard erklärt hat, was ein Member of Parliament an Sicherheitsvorkehrungen zu treffen hat, d.h. der Bodyguard ist dafür verantwortlich, dass die Sicherheit von Peter jederzeit garantiert ist. Und das kann er nur, wenn er jederzeit weiss, wer mit ihm zusammen in einem Auto sitzt, wer ihn anruft und er müsste eigentlich immer höchstens  eine Armlänge von Peter entfernt sein um jederzeit einschreiten zu können. Ich fand es ganz eindrücklich und wir haben vereinbart, dass es in Zukunft wöchentliche Meetings gibt bei denen über den Verlauf der vergangenen Woche und über die Planung der kommenden Woche diskutiert wird, damit alle wissen was bevorsteht und auch ein bisschen planen können. Zudem soll das Büro in Ganze quasi die Schaltzentrale in Ganze sein, wo auch sein Personal Assistant Baraka arbeiten wird und für die Leute Termine vereinbart.  Es haben auf jeden Fall auch alle bezeugt, wie sehr es eine Ehre ist für Peter zu arbeiten und sie zeigen ihm gegenüber Respekt. Es ist auch ganz gut, wenn er nicht immer allzu lieb zu allen ist – das hat er zwar lernen müssen aber er macht seinen Job wirklich gut und er geniesst hohes Ansehen. Ach ja und die First Lady hat sich auch entsprechend zu verhalten und somit ist das, was ich am 12. Dezember geschrieben habe auch aus dem Blog verschwunden, denn ich habe es vorgezogen, Peter keine Probleme zu bereiten – was ja auch gar nie meine Absicht war. So komme ich teilweise auch in eine Rolle hinein, die Dinge mit sich bringt, an die ich gar nicht gedacht habe.

Nachher hatten wir eine fantastische Gelegenheit mit einem grossen Investor aus Italien in Malindi sprechen zu können. Ein wunderbares Paar und die Villa: ein absoluter Traum wie aus einem Schöner – oder noch schöner Wohnen Heftli! Es war so interessant zu hören, wie sie das Leben gestalten in Kenia, wie sehr sie dieses Land lieben und was für tolle Ideen sie für die Zukunft haben. Ich glaube, hier haben sich mit Peter und ihm wirklich zwei Menschen gefunden, die noch viel zusammen erreichen werden. Seine Frau ist für mich genau so, wie ich eine reiche Italienierin zeichnen würde: braun gebrannt, gute Figur, sehr gepflegt mit teurem Parfüm, noch teurerer Uhr und allerlei noch teurerem Schmuck und mit einem riesengrossen Herz und grosser Gastfreundschaft. In meinem Leben mache ich ja oft Dinge einfach aus dem Gefühl heraus – genau so war es mit dem Italienisch lernen. Ich finde die Sprache natürlich schön und gehe jeden Dienstag bei Raiffeisen in die Konversationsklasse, die extrem viel Spass macht. Aber genau wusste ich nicht, warum ich Italienisch lerne – ausser dass ich es natürlich ab und zu für Raiffeisen brauchen kann.

Aber mit den beiden etwas zu plaudern und jetzt ohne Angst einfach über Themen zu sprechen, die mir in den Sinn kamen hat sehr viel Freude bereitet und es ist einfach etwas anderes mit Menschen in ihrer eigenen Sprache sprechen zu können. Mein Swahili hat sich auch verbessert und der Driver und der Bodyguard sind manchmal total überrascht, wenn ich ihnen Antwort gebe, weil ich verstanden habe, was sie diskutiert haben. Also Lucy & Khalid – an dieser Stelle ein grosses Dankeschön für alles, was ihr mir bisher beigebracht habt. Es hat sich gelohnt und ich werde noch besser werden! Asante sana.

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