Raclette-Abend

Tagsüber scheint das Internet jetzt doch zu funktionieren… Keine Ahnung, ob das mit dem Blog eine gute Idee war – die meisten melden mir zwar zurück, dass es spannend sei, mitzuverfolgen, was ich erlebe aber es gibt wie überall auch ein paar wenige negative Kommentare und ich wollte eigentlich nur die Leute teilhaben an dem, was ich erlebe… Ich würde mal sagen – wer sich nervt der soll es einfach nicht lesen… Es ist kein „muss“ – für niemanden… Vielleicht nochmals zur Erklärung – auf Wunsch eines Bloglesers – was denn am 13. und 14. gefeiert wurde. Peter wurde im Juli als „Leader of the Mijikenda“ ernannt von den Stammesältesten. Das hat ja dann auch den Blick dazu bewegt ihn den „Buschkönig aus dem Thurgau“ zu nennen. Die Stämme treffen sich regelmässig in sogenannten „Kayas“, das sind Stätten, in denen Rituale durchgeführt wurden und wo auch Acht auf die Biodiversität gelegt wird. Peter ist vom Stamm der Kauma – der kleinste Stamm der 9 –  und die Gegend der Kaya Kauma ist ja wie bereits erwähnt sogar ein Unesco Weltkulturerbe. Peter hat jetzt initiiert, dass diese Stätte überhaupt wieder zugänglich wird, denn die Strasse dort hin sowie der Weg waren vollkommen zugedeckt und teilweise kaum passierbar. Er hat auch die zerfallenen Hütten wieder errichten lassen im authentischen Stil. Es besteht die Möglichkeit, dass das später einmal touristisch genutzt werden kann um zu zeigen, dass es in Kenia nicht nur die Masai mit ihren Traditionen gibt sondern im Süden eben auch die Mijikenda. Und dann wird mich hoffentlich gar nie mehr gar niemand mit der Weissen Masai vergleichen, mit der ich wirklich gar nichts am Hut habe… Am 13. war also gewissermassen die „Wiedereinweihung“ dieser Heiligen Stätte und somit kamen Vertreter von all den 9 Stämmen. Dann wurden Rituale gemacht, Tänze, Gesänge und ganz viele Dinge, die auch ich nur erahnen kann, denn Peter war da wirklich stundenlang mit den Ältesten zusammen. Die Leute sind beeindruckt, weil es nach langer Zeit wieder das erste Mal ist, dass die 9 Stämme etwas zusammen machen. Wer weiss, vielelicht wird es dann ein jährliches solches Event geben. Es gibt hier auch Stufen, die man durchgehen muss mit gewissen Prüfungen. Am 14. war dann gewissermassen die Fortsetzung. Alle, die im Kaya übernachtet hatten kamen zur Sekundarschule, wo die Zelte für die Besucher standen. Das war dann seine Wahlfeier für die Menschen von Ganze mit ganz vielen Politiker-Freunden, die Peter seine Ehrerbietung brachten. Auch dort wurde viel getanzt, Reden gehalten und natürlich gegessen. Bestimmt habe ich es schon oft erwähnt aber die Kenianer wollen einfach alle ihre Rede halten an einem solchen Anlass. Ich würde schon längst eine Zeitlimite einberufen aber hier geht das dann halt stundenlang. Irgendjemand hat mal gesagt: ja klar, Zeit haben sie ja – und das hat bestimmt was.

Aus Nairobi gibt es nicht so viel zu berichten, aber was bestimmt speziell war, das war unser Raclette-Abend mit den Trisa-Kochern, die mit 4 Rechaud-Kerzen funktionieren. Wir waren zu fünft und es war echt lustig, ein schweizerisches Essen mit den Kenianern zu teilen. Sie fanden es wunderbar und hatten noch nie so etwas erlebt. So langsam aber sicher wird unsere Wohnung belebt und das gefällt Peter wie mir.

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