Home office…

Wie ankgekündigt: Haustag! Ich habe richtig gut geschlafen – schon klar, wenn mir niemand ins Ohr schnarcht… da ich es aber selber auch mache beklage ich mich auch nicht – ich mache eine Melodie draus! Herrlich, bei sich zuhause aufzuwachen und einen ganzen Tag Zeit zu haben. Zum Frühstücken, zum Mails schreiben, zum Facebook posten, zum PUTZEN!!! Zum WASCHEN! Als ich da so vor mich hin schrubbte kam mir meine Zeit in Paris in den Sinn – da hatten wir am Anfang auch keine Waschmaschine und ich habe alles von Hand gewaschen. Ist ja ein Riesenchrampf – vor allem das auswinden. Aber wenn ich an Paris zurückdenke, so ist es heute doch anders: in Paris habe ich in den grössten „Löchern“ meines Lebens gewohnt. So übel und doch immer noch sau teuer. Nein mit allen Schluddrigkeiten der chinesischen Arbeiter und mit allen Frechdachskindern ums Haus: die Wohnung ist schön und in einer geschützten Gegend – ich fühle mich also sicher und wohl. Aber über die – wie es Michael Mittermeier noch besser beschreibt – AKs (müsst ihr selber nachlesen, was das ist….) sind wirklich unglaublich. Kaum lasse ich mal die Türe zur Wäschehänge auf, da ist so ein kleiner Wichtel auch schon in der Wohnung mit seiner Popcornschale und sabbert vor sich hin: ich bin grad ein bisschen laut geworden damit er es versteht – ich glaube die kenianische Nanny war mir sehr dankbar – sie ist hoffnungslos überfordert.

Mag denn Barbara keine Kinder? Doch ich LIEBE Kinder, sie sind unsere Zukunft – aber ich liebe sie halt nur wenn sie anständig sind und auch mal wissen, wann es genug ist. Zum Beispiel so wie Peter’s Enkelkinder Ebube und Samuel – die sind wirklich beispielhaft lieb und gut erzogen – ach ich vermisse sie grad ein bisschen, das wäre bestimmt lustig mit ihnen hier in Kenia. Bravo Gladys – du machst einen Superjob!!! Und an dieser Stelle auch ein DANKE an meine beiden „Kids“ Colombe und Mica. Ausser in ganz wenigen Ausnahmesituationen (Zug 2. Klasse ohne Tüechli für den Kopf und ohne Teppich..) war ich immer glücklich, dass ihr nicht so laut und wild wart. Aber das haben wir ja schon oft besprochen: ich glaube, ihr wart auch froh, dass ich keine so laute „Mutter“ war, die einfach rumschreit. Laut darf es sein, wenn gelacht oder gefeiert wird aber nicht einfach laut um laut zu sein… A propos Colombe: ist es nicht vollkommen schräg, dass das WLAN von jemandem hier im Haus Colombe heisst? Das ist ja jetzt nicht gerade ein üblicher Name – schon fast ein bisschen spooky!

Der Fahrer Monday hat dann auch noch angerufen um sicherzustellen, dass es mir alleine auch wirklich gut geht. Hier in Kenia können sich die wenigsten vorstellen, dass es einem gut gehen kann, wenn man alleine ist… Ich war dann aber auch froh, dass Peter mich angerufen hat und berichtet hat, dass er die Beerdigung gut überstanden hat. Das war keine einfache Aufgabe aber er hat sich der Situation gestellt und ich denke, das wird auch geschätzt von den Menschen. Niemand macht die Toten wieder lebendig – aber den Hinterbleibenden kann man den Respekt am besten aussprechen durch Anwesenheit und Anteilnahme.

Dann habe ich auch noch die good News aus der Schweiz gepostet: Peter ist heute in der Weltwoche mit den Interviews von 2013 mit dem Titel „Nie in kurzen Hosen…“. Ich habe noch niemanden gefunden, der mir die Weltwoche online besorgen kann aber der Journalist wird mir bestimmt eine Kopie schicken. Der Artikel – hoffentlich mit online Reportage – im Blick erscheint wahrscheinlich am Montag und dann gab es auch noch Geld für Pro Ganze. Einmal von einer Bekannten, die sich anstelle eines Abschiedsgeschenks bei der Arbeit lieber Spenden für Pro Ganze wünschte und von einer Thurgauer Kindergärtnerin, die am Adventsmarkt einen fantastischen Betrag gesammelt hat. Und einen Anruf von einem Unternehmen in der Ostschweiz, das uns evtl. alte Röntgengeräte zur Verfügung stellen kann. Ich habe ja die Spitäler hier in Nairobi gesehen: sogar die Guten sehen grauenvoll aus. Hier kann man als Ausländer nur in ein Privatspital. Aber in Ganze, da ist es ganz grässlich. Unser Architekt/Bauleiter hat berichtet, dass es in manchen Health Centers zwar vielleicht zwei Stahlbetten habe, aber nur 1 Matratze! Da schaffst du es also mit viel Mühe und Leiden bis ins Health Center und dort kannst du dich nicht einmal hinlegen…

Diesen Dingen müssen wir auf den Grund gehen und da können wir so viel bewirken und so viel Leid lindern. Eine ganz tolle Idee kam einmal mehr von unserem Bauleiter aus der Schweiz: eine Art Spitex aufzubauen. Aber da braucht man dann auch ein Vehikel, das allenfalls als Ambulanz dienen könnte. Vielleicht starte ich diese Spendenaktion bei meiner Rückkehr.

Ja ich glaube die Kombination Peter/Barbara wird noch viel Gutes bringen und ich habe ja schon zig Themen, die mich interessieren. Eines davon ist ganz bestimmt auch Tourismus. Baraka (Peter’s PA) hat ein interessantes Papier geschrieben. Anscheinend gibt es einige seltene Vogel- und Tierarten in Ganze wie auch gewissen Sehenswürdigkeiten, die noch nicht so bekannt sind und rund um das Thema Mijikenda könnten wir bestimmt einiges entwickeln, das dann nicht für die 08/15 Touristen wäre sondern eben für diejenigen, die etwas Nachhaltiges erleben möchten. Dafür recherchiert schon meine Freundin Yvonne, denn eine Idee sind auch „Volunteer-Reisen“, d.h. Kenia bereisen und am Schluss noch einen Aufenthalt in Ganze und dort etwas für die Menschen leisten – ohne ihnen natürlich die Arbeit wegzunehmen… Ja so ein Tag putzen bringt wieder viele neue Ideen.

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