Festessen in Kilifi

Mit Peter’s PA hatte ich eine lange Planungssitzung auf der Terrasse des Hotels, das ich mittlerweile richtig lieb gewonnen hatte. Ein grosses Thema war, wie wir zukünftig Dokumente miteinander verwenden könnten. Falls jemand, der diesen Blog liest, Erfahrung damit hat dann bin ich dankbar für Tipps. Ich bin mittlerweile bei Google + gelandet, die auch einen Kalender ermöglichen. Ich muss mich da mal noch schlau machen – auch wegen der Vertraulichkeit der Dokumente.

In diesem Land gibt es genügend Stolpersteine, die im Weg liegen. Alleine die Verfügbarkeit von Wasser, Strom und insbesondere Netzwerk sind schon rechte Herausforderungen, die einem bei der Planung einen Strich durch die Rechnung machen können. Eine saubere Planung wird also durch einiges sabotiert – wenn es dann noch extrem kommt, dann kann es auch sein, dass der Laptop aus dem eigenen Büro gestohlen wird und natürlich keine Back-up Daten vorhanden sind. Auch wenn es im Vergleich Juli in einigen Dingen besser geworden ist, da wir jetzt mindestens eine Wohnung in Nairobi und 2 gut funktionierende Autos haben gibt es auch doch immer wieder die Verunsicherung wenn z.B. das Salär nicht rechtzeitig ausbezahlt wird, wenn die Gelder, die zwar versprochen sind, noch nicht fliessen etc. In der behüteten Schweiz ist es da einfach zu sagen: das muss doch jetzt einfach klappen!

Michael, Baraka und ich gönnten uns ein feines Mittagessen und Michael machte ein Interview mit Peter und stellte für einmal etwas andere und tiefgründigere Fragen als andere Journalisten. Es ist schon ein grosser Unterschied, ob jemand einfach eine Story abschreibt, noch etwas dazudichet und im schlimmsten Fall noch mit Unwahrheiten spickt oder ob ein Journalist richtig recherchiert mit allem drum und dran.

Für den Abend war wieder einmal ein Besuch bei Pietro und Leslie Rampinelli geplant im – für mich – feinsten Restaurant in Kilifi: dem Nautilus. Es liegt direkt am Kilifi Creek und der Besitzer ist ein Schweizer, der bereits 30 Jahre in Kenia lebt – zusammen mit einer Amerikanerin, die in Rom aufgewachsen ist. Pietro hat schon viele Hotels geführt in Kenia und anderen Ländernt. Ihr Restaurant ist wunderschön gelegen, romantisch eingerichtet und serviert einfach liebevoll und vorzüglich zubereitetes Essen. Michael hat sich als Vorspeise einen Riesenteller Austern gegönnt und Peter und ich genossen geräuchten Lachs und irgend einen lokalen Fisch an einer erfrischenden Sauce.

Danach gab es Crevetten an einer Traumsauce mit Gemüse und Reis (bei Michael war es Röschti) und reichlich guten Wein, Limoncello, Sorbet, Espresso wie es sich beim Italiener gehört und ganz viele Gespräche mit den beiden, die sich abwechslungsweise an unseren Tisch setzten. Pietro vor allem um Geschichten zu erzählen und Leslie um ihre Anliegen bezüglich Immigration, Nachtfahrverbot von Bussen etc. etc. beim Member of Parliament zu deponieren. Es war also kein trauter Abend zu dritt aber ein Abend mit viel Lachen und zufriedenem Geniessen. Peter und ich erzählten zum x-ten Mal unsere Kennenlerngeschichte, die jedes Mal wieder witzig und ziemlich unglaublich klingt. Es ist auf jeden Fall ein Kapitel in einem Buch wert – wie auch immer das Buch dann heissen würde. Und es zeigt mir auch bei jedem Erzählen, dass wir einfach füreinander bestimmt sind.

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