Operngesang im Maison Müge

Heute ist quasi der Anfang unserer „Zwangsferien“, denn anders hätte ich Peter gar nie zu ein paar Tagen Ruhe überreden können. So wie er mich am Anfang gekidnapped hatte, so machte ich es jetzt umgekehrt. Ich wusste zwar schon, dass unsere freien Tage durch 2 Anlässe unterbrochen würden – aber da ich die Dringlichkeit einsah machte ich mit.

Zuerst hatte ich aber am Morgen Erica alias Müge versprochen, dass wir noch kurz bei ihr vorbei kommen würden und das Maison Müge (kleines, feines Guesthouse mit 3 Units) ausgiebig besichtigen würden. Aus dem „kurz vorbei“ wurde eine ausgedehnte Besichtigung mit einem noch ausgedehnteren Mittagessen, begleitet von Zigarren für Peter und Henry, gaaaanz viel Prosecco und einem sensationellen Essen, zubereitet in der AirConditioned Küche, die sich Henry leistet, da er selber oft backt und für den Blätterteig und gegen Schweissattacken eine kühle Temperatur braucht. Das Guesthouse ist ein wahres Bijou und ich musste schmunzeln, denn in vielen Dingen würde ich ein eigenes Guesthouse ganz genau so einrichten. Die Häuser Elephant, Zebra und Leopard sind vollkommen durchgestylt und das Thema ist unverkennbar. Sie haben ganz gutes Material verwendet und die Liebe und Hingabe von beiden ist einzigartig. Ein sehr sympathisches Paar war gerade in den Ferien und wir hatten eine spannende Diskussionsrunde und wir heckten Pläne für Ganze. Einmal mehr kam das Thema „Hotelfachschule“ von der Hausangestellten bis zum ausgebildeten Hotelangestellten auf und wir schmiedeten Pläne, wie wir das anstellen würden. Auch meine Idee mit dem Chor kam wieder auf, denn auch Müge singt und hat uns noch ein paar Lieder von ihren Operngesängen vorgetragen. So schön kann der Beginn von Ferien sein!

Wir fuhren nach Bamburi ins Bamburi Beach Resort, bei dem ich ja so quasi Last-Minute auf hotel.de noch 1 Zimmer zum Preis von USD 100 (zahlbar im Vergleich zu den anderen Hotels während der Festtags-Zeit) ergattern konnte.

Ich wollte also einchecken. Da hingen ein paar Männer an zwei Tischen und ich fragte nach, wer denn die Reception mache. Einer zeigte gelangweilt auf das Pult nebenan und so legte ich meine Bestätigung vor. Das sei nicht möglich für diesen Preis – ich müsse USD 170 bezahlen. Es begann eine Riesendiskussion in der ich meine Erkenntnisse aus 30 Jahren Tourismus einbrachte und auf dem Preis gemäss Bestätigung bestand. Muzungu = die können wir abzocken – so kam es mir vor. Peter wartete schön in der Ecke bis er mir dann zur Hilfe kam. Die Diskussion ging weiter und als sie dann merkten, wer er ist und dass es doch noch interessant sein könnte, ein Regierungsmitglied bei sich im Hotel zu haben einigten sich die beiden auf USD 120, Resident rate. Ich war ziemlich gekränkt und verlangte zuerst, das Zimmer zu sehen. Wer weiss, vielleicht war es den Preis ja gar nicht mal wert. Es gefiel mir dann aber – auch wenn es ein bisschen sehr rustikal daher kam –  und ich sah es als einzige Möglichkeit, Peter etwas von Ganze und Kilifi fern zu halten – also zogen wir ein. Zudem hatten wir ja alle seine 4 Ward Representatives zu einer Sitzung um 17.00 Uhr eingeladen.

Jetzt war es dem Pinggel von der Reception erst recht nicht mehr wohl. Er kam mit dem Bückling vorbei, spendierte eine Runde Drinks und brachte eine Flasche Rotwein vorbei. Dann kam auch noch der Direktor und hinterliess eine lange Schleimspur beim weggehen. Solche Ungerechtigkeiten machen mich dann wirklich zur „Bitch“… und ich amüsierte mich innerlich aber auch über die ganze Situation – es hilft halt doch oft, die Beziehungen spielen zu lassen. In der Schweiz ein bisschen und in Kenia ganz massiv.

Unser Meeting mit den 4 Ward Representatives von Ganze war etwas, das wieder filmreif war. Zwei der vier kamen erst nach 19.00 Uhr, einer hatte vor allem zum Ziel sich mit Bier vollaufen zu lassen und es war ein heilloses Durcheinander! Ich versuchte mit allen Mitteln, das Protokoll zu führen, was eine Parforce Leistung war, denn die Marathon Sitzung dauerte bis 23.20 – mit einem Essen zwischendurch (Poulet Nr. 101), das ein Hotelangestellter für uns in der Küche vor dem Zimmer zubereitete. Am Schluss gab es noch einen grossen Sack Weihnachtsguetzli für alle und wir gingen ziemlich erschöpft ins Bett und ich amüsierte mich noch darüber, dass ich tatsächlich ZDF auf dem TV hatte…

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