Neujahr Bollywood Style

Der Tag ging ohne grössere Aufregungen vorbei. Ich liebe es hier in Kenia, die Zeitungen zu lesen. Wir besorgen uns fast täglich Star, Standard und Nation. Erstens finde ich, dass es echt gut recherchierte Berichte und kritische Meinungen drin hat und dann ist es für mich natürlich immer interessant zu lesen, was über die Küstenregion berichtet wird und was Kenia zu faszinieren scheint. Gerade um die Zeit der 50 Jahre Unabhängigkeit gibt es dazu viele spannende Berichte. Was auch sehr originell ist, das sind die Cartoons, die sehr kritisch mit der Regierung umgehen. Wer sich für News aus Kenya interessiert sollte mal in www.kenyamoja.com reinschauen – dort sind alle Medien zusammengefasst und man kann sogar Peter im Parlament beobachten wenn Session ist.

Mein Interesse hat auch einen Zusammenhang mit meiner Weiterbildung am Center for African Studies der Uni Basel. Für mein CAS in African Affairs and Intercultural Competence, das ich im April abschliessen werde brauche ich noch ein gutes Thema für meine Schlussarbeit. In der Besprechung mit dem Leiter des Zentrums kamen diverse Möglichkeiten auf. Ich könnte ja über sooooo viele Themen schreiben, aber ich möchte auch etwas machen, dass Peter und Ganze dann wirklich etwas nützt und umgesetzt werden kann. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es hier wirklich eine gute Berufsschule gibt und damit habe ich ja nicht gerade wenig Erfahrung…

Aber zurück zum herrlichen Tag – das Essen in diesem Hotel ist schlichtweg super – da es Indern gehört gibt es viele feine indische Gerichte und ich glaube, ich habe kaum einmal so viel feines Gemüse – genau richtig gekocht – wie hier. Ich war irgendwie in Tibits Heaven… Für den Sylvester Abend wurden wir gefragt, ob wir ins Kilifi Bay – dem Schwesterhotel – gebracht werden möchten, wo ein grosses Dinner mit Musik stattfinden würde. Dafür waren wir auf jeden Fall zu haben.

Im Kilifi Bay hatten sie alle Tische rund um den Pool arrangiert und es schienen immer mehr Personen zu kommen. Wir haben uns richtig verwöhnen lassen mit vorzüglichem Wein, superfeinem Essen inkl. Tandoori Chicken und Naan Bread und einer Flasche Asti Spumante (das annähernd nächste zu Champagner hier… wääähhhh) um Mitternacht. Über den Pool war ein grosses Netz mit Ballonen gespannt, das dann um Mitternacht aufgemcht wurde und aus Palmplättern und kleinen Lichtern waren die Zahlen 2013 und 2014 aufgehängt, die dann angezündet wurden. Der Mix der Gäste war sehr abwechslungsreich: vom Professor einer kenianischen Uni aus dem Norden mit Familie, über verschiedene Europäer, die mit oder ohne Afrikanern anwesend waren, bis zu den Indern, die Tische mit 20-30 Personen belegten und natürlich auch mit der Klischeefrau um die 60, die ihren Beachboy abschmuste, als sei sie grad aus Seidel’s Film Paradies: Liee entstiegen…Wir haben stundenlang ausgelassen getanzt und ich habe mich köstlich amüsiert über die Inder. Sobald ein indisches Lied gespielt wurde waren sie ausser sich: es war eine farbenfrohe Bollywood-Show und die sonst sehr ernsten und zurückhaltenden Männer und Frauen zogen ihre Tanzshow ab. Herrlich!!!! Zum Glück wurden wir mit dem Transfer retour ins Hotel gebracht und hatten durch die Zeitverschiebung noch Zeit auch der Familie in der Schweiz ein gutes neues Jahr zu wünschen. Ich bin nicht jemand, der gerne retour schaut, aber so streng wie 2013 muss das nächste Jahr nicht werden…

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