normal Holi-Days

Lange schlafen, endlich wieder einmal im Meer baden (sogar mit dem Nichtschwimmer Peter) und einfach richtig Ferien machen. Es waren ziemlich viele Familien am Strand und es war schön zu sehen, wie Touristen aus allen möglichen Ländern, einheimische Muslims, Kenianer jeden Alters, Inder ein friedliches Zusammensein am Strand leben konnten.

Ich war ja schon gespannt auf die Zeit, zu der wir abgeholt werden sollten am nächsten Tag aber – es kam einmal mehr anders… Der Fahrer Monday ist zwar sehr zuverlässig aber auch sehr stark aufs Geld ausgerichtet. Er schrieb, dass er kein Geld hatte für Weihnachten und Neujahr und dass er daher eine Safari-Fahrt für ein Unternehmen machen musste. Jetzt sass er mit einem kaputten Auto fest und drohte quasi, wenn sein Salär nicht aufgebessert würde, dann könnte er seinen Dienst nicht mehr antreten. Das machte Peter fuchsteufelswild und er begann bereits für einen Ersatz zu suchen – vor allem weil er ihm auch noch einen grösseren persönlichen Vorschuss gegeben hatte, den er wohl nie zurück zahlen könne… In der Zwischenzeit bekam Monday dann Wind von den Aktivitäten und meinte, das war alles nicht so gemeint, wir hätten ihn wohl missverstanden (seine SMS war aber sehr deutlich) und er wolle alles wieder gut machen. Ich schlug Peter vor, den „Ersatzfahrer“ einmal zu testen und je nach dem dann mit ihm den Vertrag zu machen. Auch die Person, die eine Umfrage für die „AHV-Renten“ machen musste machte uns halb wahnsinnig weil wir das Gefühl hatten, er ignoriere uns und setze Peter unter Druck – schlussendlich stellte sich heraus, dass „nur“ sein Telefon kaputt war, mit dem er auch das Internet benutzt… Hier zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden ist eine echte Kunst. So viele sind so:: wenn sie hier irgendwie Geld „riechen“, dann versuchen sie mit allen Mitteln, dich auszusaugen… Teilweise kann ich es nachvollziehen, da sie das Geld holen müssen wo es zu holen ist aber es braucht in der Küstenregion einen massiven Sinneswandel. Alle sind sich nämlich auch zu schade, „Drecksarbeit“ zu machen und so sind alle handwerklichen Berufe oder alle Berufe, für die es keinen Universitätsabschluss braucht weniger wert. Ich denke, es ist auch noch ein Überbleibsel der Kolonialzeit und in keiner Art und Weise mit unserem Schulsystem zu vergleichen. Wenn ich daran denke, dass ich hier alles, was ich in meinem bisherigen Schul- und Berufsleben gelernt habe und für gut befinde – und ja, da danke ich auch der SBW Haus des Lernens und der Academia Euregio Bodensee dafür – und was ich bei einem Gerald Hüther und einem Richard David Precht lese – ja da frage ich mich, ob so etwas überhaupt umsetzbar ist. Aber ich gebe die Idee noch nicht auf und ich bin sicher, dass ich auch aus der Schweiz dafür noch Unterstützung erhalten werde. Ganz dringend suchen wir jetzt z.B. jemanden, der hier Leute im Bereich Netzwerk-Technologie und Anwendung von Software unterrichten kann. In 1-2 Monaten sollte hier einiges zu erreichen sein.

Sich an diese Gesinnung zu gewöhnen und die Leute besser nicht zu stark an mich herankommen zu lassen, weil sie mich dann ausnutzen könnten fällt mir sehr schwer und ich habe Mühe, Leute zu finden, denen ich richtig ver-trauen kann. Dass sie sich mit ihrem Handeln ihre eigene Zukunft verbauen scheinen sie nicht zu verstehen.

Mit dem Personal Assistant verstehe ich mich sehr gut, auch wenn ich schmunzeln muss, weil er ein richtiger „Lehrer“ ist und alles in Theorie weiss. So haben wir gemeinsam das Protokoll der Marathon Sitzung mit den Ward Representatives erstellt und er wollte ganz genau nach Lehrbuch vorgehen und so, wie er es bisher seinen Schülern beigebracht hat, wie ein Protokoll auszusehen hat und welche Punkte darin vorkommen müssen! Aber wir haben es geschafft, ein 5-stündiges Meeting vernünftig zusammenzufassen und klar zu formulieren. Baraka ist überhaupt ein Glücksfall: sehr gut ausgebildet und blitzgescheit. Er spricht perfekt französisch und hat sehr gute Manieren, ist sehr reflektiert und (bis jetzt) sehr bescheiden. Ich hoffe sehr, dass er Peter treu bleibt und seinen Job weiterhin so gut macht wie bisher. Solltet ihr also mal versuchen, Peter anzurufen und jemand anders nimmt ab: ziemlich sicher ist es Baraka…

Also liebe Blog-Leserinnen und Leser – gibt es etwas, mit dem du hier auch zur Weiterentwicklung beitragen könntest? Mich würde es sehr freuen…

Noch eine Notiz „am Rande“… Anscheinend gab es wieder eine Explosion in einem Restaurant in Mombasa South – es ist ganz weit von uns entfernt und doch ist es wahnsinnig schade, denn der Tourismus reagiert sehr schnell und solche News schaden dem ganzen Land sehr… aber wir sind wohlauf – ich schwitze auch nach 3 ½ Wochen vor mich hin aber das Lüftlein an der Küste bringt immer wieder eine angenehme Erfrischung.

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