Welche Farbe darf es sein?

Ein Besuch bei der Firma MRM, die Hausbedachungen herstellt war angesagt. In 20 Minuten sind wird dort… ihr kennt euch langsam aus in Kenia – es waren 1 ½ Stunden. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und für den hohen Besuch wurde gleich der Board-Meeting-Room eingerichtet. Mit Direktschaltung in perfekter Auflösung und mit perfektem Sound nach Nairobi. Mit Glasfaser ist es möglich… Das Meeting war überaus professionell und gut aufgezogen und wir tauschen die Ideen und die Meinungen aus. Wir haben ja in Ganze eine Analyse von allen Secondary Schools gemacht und das Resultat ist niederschmetternd: selbst in diesen Schulen sind die Verhältnisse prekär: teilweise haben die Gebäude kein Dach oder es ist noch aus Asbest und fällt zusammen oder die Schüler müssen selbst auf dieser Stufe im Freien sitzen. Das ist ja nicht per se eine schlechte Idee, aber sehr schlecht ist es, wenn dies dauernd für alle Fächer und bei jeder Witterung so ist. Peter hat ja bereits das Projekt „Schulbänke bauen“ begonnen mit der Unterstützung unseres Bau-Ingenieurs. Er hat einen Bank entwickelt, der sich mindestens in der Höhe verstellen lässt. Dieses Projekt beginnt jetzt Formen anzunehmen und im Januar werden die ersten 20 Personen darin ausgebildet, wie man solche Bänke herstellt. Jetzt aber retour zu den Dächern. Diese Firma machte einen sehr guten Eindruck und mit Sicherheitshelmen bestückt besuchten wir die Anlage und auch eine Ecke, bei der die verschiedenen Materialien und die Veränderung über die Jahre aufgezeigt wird. Dieses Material ist mit einer besonderen Mischung behandelt, so dass das Blech nicht rostet. Zudem ist es in allen verschiedenen Dicken und Formen sowie Farben zu haben. Peter möchte für alle Schulen dieselbe Farbe verwenden, damit einmal sichtbar ist, was während seinder Amtszeit alles gemacht wurde. Ich hätte jetzt eine mutige Farbe gewählt, aber sie möchten sich eher auf etwas „edles“ besinnen, das nicht so schnell schmutzig aussieht. Da ist natürlich Terracotta oder ein helles Braun besser und auch neutraler. Beim Gemeindezentrum werde ich dann aber auch mitsprechen können. Ich hätte ja am liebsten ein Makuti-Dach und der Bauführer wollte sich nach Bambus erkundigen aber Peter ist für das Blechdach, weil er Angst hat, wenn es einmal brennen würde. Da hat ihn auch nicht beruhigt, dass die Arboner Feuerwehr ja bald einmal kommen wird um Leute hier zu instruieren!!!

Es war sehr interessant zu sehen, dass es hier auch durchwegs seriöse Firmen gibt und ich bin sicher, hier hat Peter einen guten Geschäftspartner gefunden und wird viel erreichen können, das den Leuten Arbeit und den Schülern einen grossen Nutzen bringen wird. Ihm ist es ganz wichtig mit den Leuten in Ganze zu arbeiten und nicht mit externen Firmen, die keinen Bezug zu Ganze haben.

Vor dem Nachtessen stand noch ein letzter Besuch bei meinem lieben Freund Kazungu im Tea Room an: eine so positive Person ist einfach eine reine Freude. Nie ist er schlecht gelaunt, immer wie aus dem Trücklein sauber und duftet fein! Er betreibt einen winzigen Tea Room, der aber dank der Nähe zur Pwani Universität hervorragend läuft. Das ist wohl der Schrecken von Peter’s Bodyguards: wir sitzen vor seinem kleinen Hüttchen, davor braten Frauen Fische auf ganz komischen Öfen, die nächste Reihe sind Picki-Pickis (Motorräder, die als Taxis fungieren) und dauernd kommen irgendwelche Leute, die Peter kennen und mit ihm etwas besprechen wollen. Ich nutze die Zeit für einen Update mit Kazungu, der „seine“ Leute in Ganze auch gut kennt und immer ganz verzweifelt ist, wenn sie schlecht über Peter sprechen oder irgendwelche Lügen verbreiten. Ich denke, er macht recht viel „PR“ für Peter und informiert ihn auch immer über den neusten Gossip. Als Politiker muss man halt wirklich davon wegkommen, es allen Leuten recht zu machen…

Im Hotel sind wir noch etwa 10 Gäste – wie das finanziell aufgeht kann ich mir kaum vorstellen. Der Tourismus ist rückläufig und Anschläge wie in Diani am Sylvester tragen nicht zur positiven Lage bei, auch wenn der Anschlag nicht mit Terrorismus in Verbindung gebracht werden kann.

Auf unserem Bett hat der Zimmer-Chef wieder einen kreativen Spruch geschrieben mit Blättern und Blumen – jetzt hat er natürlich Zeit dafür, denn ihm ist bestimmt auch langweilig.

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