Die Reise beginnt

Irgendwie glaubte ich fast nicht mehr dran, dass wir wirklich auf Safari gehen würden. Es gibt hier immer so viele Zwischenfälle, es hätte jederzeit noch etwas passieren können, das eine direkte Reise nach Nairobi erfordert.

Am Morgen kamen 2 Italiener vorbei, die interessiert sind daran, ihre Betonmaschinen in Ganze einzusetzen. Es wurden erste Pläne geschmiedet und ich war wirklich superstolz darauf, etwas Italienisch gelernt zu haben. Mir war nicht bewusst, dass die Italiener nur ungern und sehr schlecht Fremdsprachen lernen. Vielleicht gilt es nicht für alle, aber für diejenigen hier in Kenia auf jeden Fall. Ich konnte also einiges mitteilen, was sie sonst nicht richtig verstanden hätten.

Nach diesem Meeting waren die Gespräche mit allen Mitarbeitenden angesagt, denn Peter macht ab Januar mit ihnen fixe Verträge und wir mussten mit jedem Einzelnen diskutieren, wie seine Bedingungen und Zukunftsaussichten aussehen. Der Fahrer war die grösste Knacknuss. Er hat ganz komische Vorstellungen, wie viel er verdienen sollte und ich musste ein paar Mal ganz deutlich werden: als ich fragte: do you want this job or not? Antwortete er: I need it und ich meinte „that’s not good enough. You have to really want this job otherwise you are not the right person.” Er hat dann zwar zugestimmt aber so ganz glaube ich es ihm nicht – anscheinend setzt ihn seine Frau sehr unter Druck, da sie einen Kredit aufgenommen hat für ihr Business für Handy-Reparaturen. Es wäre schade, denn er ist ein hervorragender Fahrer. Er ist sich halt gewöhnt, Safaris zu fahren und dort fällt das Trinkgeld wahrscheinlich immer sehr grosszügig aus – aber die Jobsitutation ist sehr ungewiss, je nach Anzahl Touristen. Bei Peter hat er immerhin einen Staatsjob und kann das später auch einmal ausweisen. Die Zukunft wird zeigen, ob es funktioniert.

Mit allen anderen habe ich ein gutes Gefühl und sie betrachten es als echte Ehre für Peter arbeiten zu dürfen. Ab nächster Woche wird der Personal Assistant in Ganze sein Büro beziehen bis wir unser Gemeindezentrum fertig haben und ich werde ihn regelmässig aus der Schweiz coachen. Ich habe ihm auch seine Fahrstunden finanziert, was hier allerdings ein Bruchteil von der Schweiz ist, d.h. mit etwa CHF 200.—lernt man Auto fahren und fast die Hälfte hat er bereits absolviert. Ich bin also gespannt, ob er bis im Mai  so weit ist, dass er mich am Flughafen ist abholen kann. Es ist mir auch wichtig, dass Peter in Ganze nicht immer alleine fährt (beide Bodyguards können nicht fahren und sind ja auch nicht dafür angestellt), denn es ist einfach zu ermüdend und zu gefährlich.

Tatsächlich, so etwa um 16.00 Uhr sind wir losgefahren und die erste Etappe hiess: Tsavo East National Park. Ich war etwas enttäuscht, als mir Monday sagte, dass die Lodge, in die er uns buchen wollte schon voll war aber mit der 2. Wahl hatte er für mich vollkommen ins Schwarze getroffen: Wir fuhren steil den Berg hinauf zur Lion Hill Lodge. Ein kleines Hotel mit hübschen Zimmern, einer Traumaussicht auf den Hügel und die ganze Ebene. Es hatte nicht besonders viele Gäste und das Nachtessen war vollkommen unerwartet fantastisch mit einem göttlichen Dessert: Mango Crumble mit Passionsfruchtsauce. Wir genossen den Abend sehr und die Ruhe war unbeschreiblich.

Dummerweise habe ich noch die Fotos an der Wand angeschaut und da war eine riesengrosse Python zu sehen, die ein Impala verschlang und somit habe ich davon geträumt und anscheinend ziemlich laute Töne von mir gegeben (nein, es waren KEINE Schnarchtöne, bzw. sie kamen sequentiell…) Ich war wirklich ein bisschen hibbelig vor meiner ersten Exkursion im Park. Den Wecker am Telefon noch getestet und ich freute mich sogar richtig aufs früh aufstehen. Um 06.30 h sollten wir bereit stehen. Doch bevor wir schlafen konnten amüsierten wir uns über das Licht im Badezimmer. Es hatte nämlich nirgends einen Schalter dafür aber ging das Licht ganz unberechenbar immer wieder mal an – bis es mir verleidete und ich unter dem Moskitonetz hervorkroch und die Türe zur Dusche schloss… Meine traumreiche Nacht konnte beginnen…

Teilen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert