Stretch and pee

Ach wie schön war es neben dem Mann aufzuwachen, den ich so vermisst hatte! Er beschenkte mich reich mit allerlei kleinen Geschenken aus Korea und das Grosse 
behielt er bis zum Schluss: ein Samsung Galaxy 4s! Ich war natürlich superhappy und freute mic schon drauf wieder mein eigenes Telefon zu haben und mein Stückchen Unabhängigkeit wieder zu erlangen… 

Tagwache war allerdings früh denn Peter hatte einen Schreiner bestellt, der uns die Möbel machen soll. Der kam früh und ich war fast ein bisschen überrumpelt von dieser Aufgabe, denn ich hatte mich gar nicht gross damit auseinander gesetzt. Es ist jetzt also an mir zu sagen, welche Möbel ich wie und wo geschreinert hätte… Er machte mir einen sehr seriösen Eindruck und Olivia hatte sogar schon seine Werkstatt gesehen und war sicher, dass er einen guten Job machen würde. Ich sagte ihm also, was ich mir so vorstelle und ich merke jetzt grad, dass ich mir da viel überlegen muss. Wieviele Besucher erwarten wir hier eigentlich? Was ist das Wichtigste und wie sieht die Prioritätenliste aus? Welcher Stil passt zu den kitschigen Lampen und Tapeten? Aber das sind jetzt echt Luxusprobleme – werde mal etwas googeln und ihm dann meine Ideen schicken damit er eine Offerte machen kann.

Wir wollten ja dann schon bald in Richtung Kisumu fahren aber wie es halt so ist: wir hatten vorher noch viel zu erledigen – nebst gesundheitlichen Themen auch noch das Organisieren einer neuen SIM Karte und eines Modems für mich. Die Details erspare ich euch – es war nervernaufreibend und ich traf natürlich grad auf die Zeit, in der eine Bonga-Point (ähnlich wie Supercardpunkte) Aktion lief und daher alle in diesem Safaricom-Laden standen und günstige Telephone mit ihren Punkten kaufen wollten – glücklicherweise hat sich einer aber der „Muzungu“ (Wort für Ausländer) erbarmt und so war ich nach einiger Zeit stolze Besitzerin einer neuen SIM Card, die leider zu gross für das moderne Galaxy Smartphone war (meine Freunde schlugen vor, die grosse SIM Card einfach zuzuschneiden!!!!!) und eines Wireless Modems für das ich bereits kurz nachher das Passwort vergessen hatte weil es dermassen laut war im Safaricom Laden (mit DJ, der die Leute lautstark zum Kaufen aufforderte) dass ich völlig verwirrt rauskam. Kurzum: keine Kommunikationsmöglichkeiten für die nächsten drei Tag und da ich in Kenia ja ständig lerne: das war auch gut so und half mir anzukommen und runterzufahren… Im Notfall war da immer noch Olivias Wireless Modem und ein paar Tage Akklimatisation konnte ja gar nicht schaden…

Wir fuhren also erst etwa um 16.30 los von Nairobi und hatten eine sehr sehr lange Strecke vor uns, die aber doch kurzweilig war. Kurzweilig weil wir mit dem Bodyguard und dem Fahrer ganz heisse Diskussionen über Polygamie, HIV und wer daran schuld  ist und warum Kinder das haben und ob Gott die Verantwortung dafür trägt hatten… Es ist noch viel Aufklärung notwendig aber in kleinen Schritten betreiben wir das hier und ich glaube, die Leute sind immer froh, dass sie mal Fragen stellen können, die sie sich noch nie trauten zu fragen und auch wir einen Einblick in die Mentalität erhalten, der uns sonst verwehrt wäre.

Joshiah Ramogi, den ich von Solafrica in der Schweiz her kannte, kam uns ein bisschen entgegen, denn in der Nacht hätten wir das Käffli nie gefunden. Wir machten also nach etwa 5 Stunden einen Halt und kreierten die Idee von “Stretch and pee” und dass dies der Name für eine neue Raststätten-Kette sein könnte

Belohnt wurden wir durch ein leckeres Fischessen (Tilapia) direkt aus dem See und einem bequemen Bett im Hotel Supanova.

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