Gi(e)r-Affen und Plastikpoulets

Wir haben entschieden, heute einen echten Ferientag einzubauen. Dass der Start des Tages auf sich warten liess war ja irgendwie klar. Wir wollten uns den einen grossen Ofen anschauen, der vom Center in einer Secondary School installiert wurde. Aber vorher wollten wir uns noch mit etwas Essbarem für die Reise eindecken. Dieses Sori machte aber eher einen sorry Eindruck… Wir entschieden uns für 4 Flaschen Wasser und 10 Bananen für 50 Rappen! 

Auch wenn unser Besuch schon am Vorabend angekündigt war: zuerst musste noch der Schlüssel zur Schulküche organisiert werden – da aber grad Schulferien waren musste man ein piki piki (Töfftaxi) organisieren um beim Caretaker zuhause den Schlüssel zu holen. Solche Dinge werde ich einfach nie begreifen- aber es lehrt mich Geduld… Dann war das Bestaunen des Ofens angesagt und schliesslich ging die Reise los. Lustig: Monday war nicht in seiner angestammten Region und verhielt sich fast so als hätte er keinen Orientierungssinn… Da er auch nicht daran dachte, dass der Diesel ausreichen sollte mussten wir zuerst einen Weg von 44 km fahren um aufzutanken. Immerhin: die Landschaft war grün und saftig und das Klima durchaus angenehm bei 30 Grad und Brise vom See…Endlich im Ruma Park http://www.kws.org/parks/parks_reserves/RUNP.html angekommen hatten Olivia und ich schon Bedenken, ob wir in diesem Park beim höchsten Stand der Sonne wohl irgendwelche Tiere sehen würden… Der Ticketkauf war langwierig und was ich wirklich gut finde: für die Einheimische ist der Eintritt sehr günstig und für uns Touris 7x so teuer. Nach vielen Stempeln und leider keiner Karte (er gab mir einfach die von einem anderen Park) ging es los… Der Park ist gar nicht touristisch und die Landschaft mit der Hügelkette im Hintergrund schlichtweg atemberaubend. Die Namen der Antilopen und Ähnlichem sowie der vielen Vögel weiss ich jetzt nicht mehr aber nachdem ich das letzte Mal nur eine einzige Giraffe gesehen hatte war ich schlichtweg

platt als ich die grosse Giraffenherde sah: zwischen 30 bis 40 Giraffen mit Jungen. Wir hatten eine richtige Giraffenparade: beim Trinken, beim Fressen, beim Rennen, beim Ohrenwackeln und beim Mundquerbewegen und mit den Augen klimpern! Wir  konnten uns gar nicht satt sehen an diesen coolen Tieren. Sie waren wie Models auf dem Laufsteg und waren richtig am posen…

Als ich meinen Freundinnen voller Begeisterung schrieb, dass ich eine ganze Giraffenherde gesehen habe kam die Rückmeldung, dass sie in der Schweiz leider nur Gier-Affen hätten… Eine sicherlich treffende Aussage!

Es war ein fantastisches Erlebnis und die Rückreise fühlte sich trotz Holperstrasse gar nicht so lang an. Wir entschieden uns für ein frühes Nachtessen im Hotel. Auswahl Fisch, Huhn oder Rind. Nach 2x Fisch entschieden wir uns fürs Poulet, das bisher immer sehr knusprig und lecker war. Bisher…. Das Ding kam auf den Tisch und sah schon ziemlich dunkel aus. Der Versuch das Tier mit Messer und Gabel zu essen scheiterte kläglich – es war wie ein Stück Vollgummi. Ok, da ich die Hände – wie in Kenia üblich – bereits am Tisch gewaschen hatte griff ich beherzt zu und zog an dem Ding mit aller meiner Kraft – chancenlos. Ich kriegte den Schenkel nicht los vom restlichen “Fleisch”. Wozu hat man starke Männer am Tisch? Malinghi wagte einen Versuch und stand zum Ziehen sogar auf.

Nach langem Kampf löste sich das Teil und ich war immer noch entschlossen, meine Zähne da reinzukriegen… Das Resultat war niederschmetternd. Gummifäden in den Zähnen und keine Chance das Huhn zu verspeisen. Ich beklagte mich in der Küche und die Antworti kam zurück: the cook agrees: it is difficult to eat…

Wir kugelten uns vor Lachen und Malinghi tauschte sein Stück mit Olivia weil es da doch noch einen Unterschied und Steigerungsgrad an Zähheit gab… Als Joshiah kam wollten wir uns schon bald auf den Weg zum Bett machen aber als ich meine Gummiadlergeschichte erzählte wurde kurzerhand der Hotelmanager organisiert und er musste sich hundert Mal entschuldigen. Als er dann noch erfuhr, dass ich die Frau vom Honorable Peter Shehe bin war er vor Ehrfurcht gar nicht mehr zu bremsen… Das zog auch noch eine Gratisrunde Drinks mit sich und eine musikalische Einlage mit Maultrommel, die  bis in die späten Abendstunden ging! Ich verschone euch jetzt von einem Youtube Upload!

Teilen