Schulen der Zukunft

Wir machten am Sonntag eine Tagesbesichtigung in Marere und ich überzeugte mich davon, wie gross die Fortschritte beim Bau des Gemeindezentrums voran gehen. Wenn das einmal gebaut ist, dann können wir uns ein neues Zuhause in Ganze einrichten und auf einen Hotelaufenthalt verzichten. Das wird unsere “Zweckunterkunft” und für mein wirkliches Zuhause habe ich bereits den Platz entdeckt: ein paar hundert Meter entfernt gibt es eine Sicht bis hinunter nach Kilifi and den Creek und an die Küste. Dort kann ich mir gut vorstellen, die Ruhe und Stille zu geniessen und mich einfach darüber zu freuen, was wir alles erreicht haben in Ganze. Aber der Weg dahin ist noch ziemlich lang! Dass genau zu der Zeit ein schöner Regenbogen erschien betrachte ich als ein gutes Omen und werde diese Aussicht bewahren wenn ich mich grad wieder mal darüber nerve, dass es nicht vorwärts geht. Eine Geduldlehrstätte, das ist wohl Ganze in vielen Situationen für mich!

Die Fahrt durfte ich dieses Mal selber im riesengrossen Toyota Landcruiser am Steuer machen. Eines der Schlaglöcher war dann zu tief und ich beschädigte die Plastik-Stossstange. The Honorable was not amused aber später meinte er: bis du verletzt? Nein, also vergessen wir es… Für mich war es wieder ein kleiner Schritt in Richtung Freiheit, denn ich weiss jetzt: ich schaffe es auf den Strassen von Ganze.

Am Montag machten wir den nächsten Roadtrip zu den Schulen. Ganz oben auf einem Hügel fanden wir den wohl schönsten Ausblick aus einer Schulküche vor. Leider mit trübem Wetter aber trotzdem wunderschön mit einem Blick auf die weite Ebene und ein Gefühl von Stolz, Teil der Entwicklung in dieser vergessenen Gegend von Kenia sein zu können. Eine der letzten Schulen, die wir durch eine abenteuerliche Fahrt durch den Busch erreichten zeigte mir wieder die prekäre Situation der Schulen auf: nur Salzwasser, keine Toiletten, Lehmhütten die als Unterkunft ohne Dach dienten und Probleme auf dem Schulweg wegen Schlangen und wilden Tieren, die regelmässig aus dem Tsavo East Park ausbrachen: hier ist das Wort Ausbildung noch ein Fremdwort, denn zuerst muss die unterste Stufe der Maslowschen Pyramide abgedeckt sein…
Ich hatte plötzlich eine Vision einer Schule, die aufzeigt, wie es sein könnte mit besseren Bedingungen und mit dem Wissen aus der Schweiz. Alles, was ich aus meiner Schul-, Ausbilungs- und Lebenserfahrung einbringen könnte wird dort vereint sein! Mir ist es auch klar, dass die Grundbedürfnisse zuerst abgedeckt sein müssen aber danach wäre es bestimmt möglich, alle guten Ansätze von Montessori, Steiner, Gerald Hüther, Manfred Spitzer, Vera F. Birkenbihl, SBW Haus des Lernens etc. an einem Ort umzusetzen wo das Bildungssystem noch nicht veradministriert ist und die wahren Talente der Kinder fördert… I have a dream!

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