It is (not) raining men

Gestern musste Peter wieder nach Nairobi aus zwei Gründen. 1. kam Urs Künzle von der Amriswiler Firma Ecoman an. Er macht Geräte zur Stromsparung und er ist bereits zum dritten Mal in Kenia. Peter hat ihm Kontakte bis zum Energieminister ermöglicht und das Ziel ist, dass er vom Staat Aufträge erhält, die Einzelteile liefert und das Zusammensetzen in einer Fabrik gemacht wird, die in Ganze gebaut wird und somit Arbeitsplätze schafft. Genial, wenn es klappt und es wäre toll, wenn die erste Firma, die sich in Ganze ansiedelt aus dem Thurgau käme. Auf solche Kooperationen hoffen wir noch mehr und mehr. Ende Juni kann ich z.B. in einem Rotary Club unser Hilfswerk vorstellen, im Mai macht der Felix (Arboner Zeitung) einen Bericht über den Einsatz von Olivia und weisst auf das Benefizkonzert am 15.6. hin und ich hoffe, dass ich Pro Ganze bald auch im Arboner Stadtrat vorstellen kann – auch wenn das momentan etwas harzt … Es braucht sehr viel Durchhaltewillen, Dranbleiben und ein stetes Erinnern an unsere Anliegen. Aber ich vergleiche mit grossen Hilfswerken und ich bin sicher, denen ging es am Anfang nicht anders. Hat man mal einen gewissen Status erreicht, dann erreichen uns auch die Gelder. Aber bis dahin ist noch viel Knochenarbeit angesagt.

Den 2. Grund des Fluges nach Nairobi (im Mai ist nämlich keine Session, daher habe ich – trotz Regen – diese Zeit gewählt) ist ein Aufgebot, das er schon am 2. Tag meines Aufenthaltes erhalten hat: eine Geschäftsreise nach Indonesien am 10.5.! Erst kürzlich war Peter in Korea und jetzt soll er nach Indonesien – in der Zeit wenn ich aus der Schweiz anreise? Er hat es denn auch am zweiten Tag meines Besuchs verlautet bzw. eher als “bad news” angekündigt. Meine erste Reaktion war nicht sehr freundlich und ich sah, dass Olivia diplomatisch den Raum verliess, da sie Gewitterwolken aufziehen sah… Nein sorry, es kann nicht sein, dass ich meine ganze Jahresplanung mit dem unbezahlten Urlaub um die sessionsfreie Zeit mache, in Kauf nehme, dass es in Strömen regnet und er noch genügend andere Verpflichtungen hat die ich akzeptiere und wenn ich dann hier bin fliegt er weg!!! Ich liess ihn meine Nicht- Begeisterung also deutlich spüren und seine Lösung fand ich akzeptabel: du kommst natürlich mit! Wohin genau und wie lange genau war am Anfang nicht so klar. Jetzt weiss ich immerhin, dass wir vom 10. bis 18. Mai nach Jakarta fliegen. Bali – genial, Jakarta – ? Ich habe aber das Gefühl, dass ich dort mehr Zeit mit ihm verbringen kann als in Kenia, denn mindestens wird das Telefon, dass hier rund um die Uhr läutet, nicht funktionieren! Nachdem ich jetzt die Passfotos für das Visum gemacht habe und die Gelbfieberimpfung machen liess fange ich sogar an, daran zu glauben, dass es klappen könnte…. Falls jemand Reisetipps für Indonesien hat: ich bin sehr daran interessiert, da ich noch nie dort war…
Auf einen Interviewtrip zu fahren war heute schlichtweg unmöglich, wir mussten Forfait erklären, denn es regnete so heftig, dass wir es kaum ein paar Kilometer weit geschafft hätten. Die Regenzeit ist zwar nicht mehr so ausgeprägt wie früher aber wenn sie kommt, dann mit einer unglaublichen Wucht. Ich habe schon Bedenken für die neuen Strassen… Olivia widmete sich vor allem dem Bericht schreiben und ruhte sich etwas aus (sie ist phasenweise genau so Workaholic wie Peter) und ich gab dem Personal Assistant von Peter – Baraka – einen Einführungskurs in Excel. Er hatte uralte schriftliche Unterlagen, in denen noch von Disketten und Wang Schreibautomaten die Rede war (kann sich ausser mir noch jemand daran erinnern?), die aber ansonsten noch brauchbar waren. Copy/paste und drag & drop habe ich schon etwa 1994 unterrichtet bei Kuoni und so fühlte ich mich echt in die Vergangenheit zurück versetzt und begann ganz ganz vorne mit den Erklärungen. Da ich selber aber ein Riesenfan von Excel bin und das Programm auch prima kenne hat es Spass gemacht und Baraka’s Freude war riesengross! Ich habe ihm eine Hausaufgabe gegeben, die Telefonnummern aus dem Handy in eine ansehnliche Liste zu schreiben und die Formel “average” auszuprobieren. Damit dürfte er sich mindestens einen Tag herumkämpfen und ich warte schon auf den ersten Anruf auf meiner “support-line”!
Am Abend verbrachten Olivia und ich ein gemütliches Essen im Kilifi Club und sprachen wirklich über Gott und die Welt und stellten fest, dass sich unsere Wertvorstellungen sehr decken im Leben, was ich aber schon längst gespürt hatte. Eine so unkomplizierte Frau wie Olivia hier im Einsatz zu sehen ist ein Glücksfall und alle im Projekt sind begeistert, was eine grosse Genugtuung ist. Im Dunkeln stapften wir ohne Bodyguard und Taschenlampe über den aufgeweichten Boden wieder retour zum Hotel…

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