Weiss ist nicht weiss

Manchmal macht es mich fast wahnsinnig, dass nichts einfach sein kann hier und das ist ein grosser Unterschied zur Schweiz: wenn du etwas planst und es kann dann auch so durchgeführt werden, dann grenzt das schon an ein Wunder. So habe ich spät Abends die Info erhalten, dass das Visum für Indonesien wegen dem Passföteli abgelehnt wurde: kein weisser Hintergrund! Ich war mir ziemlich sicher, dass er bei mir weiss war, aber bei Peter war er es nicht… Aha nein, bei mir war das Problem, dass ich gelacht hatte… Wie beim Schweizer Pass musste ich also Ernst dreinschauen. Die neuen Fotos müssten um 8.30 in Nairobi sein. Dann war also klar, dass ich das nur elektronisch organisieren kann. Da unser Auto noch in Mombasa war nahm ich mir ein Tuk Tuk – das sind dieselben Vehikel, die es auch in Bangkok millionenweise gibt. Das Gefährt schlitterte gefährlich bis zur Strasse und musste dann einen riesigen Bogen bis zum Fotoladen machen, da das Wasser nach dem Regen so hoch stand! Die Foto mit ernstem Blick war schnell gemacht und zum Glück hatte ich noch daran die Flash Disk aus der Kamera mitzunehmen, da ich mir fast sicher war, dass der Fotoladen kein Internet hatte. Der Typ gab sich noch recht viel Mühe mit Bearbeiten (zu viel wie sich gleich herausstellen würde) und speicherte das Bild auf die komplizierteste Art und Weise, die ich je gesehen hatte… Dann düste ich um die Ecke zum Internetshop. Au, Flash Disk? Da mussten sie zuerst einen Adapter suchen und zuunterst in einer Ramschschachtel fanden sie einen. Leider konnte er vom Computer nicht erkannt werden und so probierten wir es an allen drei vorhandenen Computern aus: das Gerät wurde nicht erkannt. 8.30 war schon vorbei… Aha nimm unseren Datenstick und geh zum Fotoladen retour.. Barbara düst um die Ecke und der Fotograf hat nochmals so lange wie soeben, bis er die Datei jetzt auf dem Datenstick hat. Bis dann auch endlich das Mailprogramm des Mitarbeiters gestartet ist dauert es Ewigkeiten – aber es klappt und zur Sicherheit sende ich das File auch an meine Adresse… Ich schwöre, ich werde in Zukunft mehr Geduld haben mit der Raiffeisen – IT!
Retour im Hotel ist Olivia ganz erstaunt, dass das so schnell geklappt hat – ich sag es ja: sie ist voll integriert!
Mit Joshua mache ich mich auf den Weg nach Mombasa und dann ruft Peter an: der Hintergrund ist nicht weiss genug! Das hatte damit zu tun, dass der Fotograf den Kontrast für diese Muzungu mit den extrem weissen Haaren so verändert hatte, dass der Hintergrund effektiv leicht bläulich daher kam… Habe ich aufgegeben:?denkste! Wir versuchten zwei Varianten: 1) ich konnte mich noch an einen Ort in Nairobi erinnern, wo wir mal für Passfotos waren und die Frau war saugut mit Photoshop… Dort schickte ich Peter hin. Ich versuchte das File auf dem iPad mit PS Express zu bearbeiten, was mir hervorragend gelang, nur schaffte ich es mit dem Modem im fahrenden Auto nicht, das File zu mailen. Arghhhghhh! Peter schickte dann aber Entwarnung: es hat geklappt!

Bei der Gelbfieberimpfung hat es dann RatzFatz geklappt. Nur weil dort einer Peter kannte und sich von mir ein Trinkgeld erhoffte, aber das ist mir in solchen Situationen egal: ich hatte mein gelbes Impfbüchlein (warum gibt es das eigentlich nicht elektronisch oder als Karte?) und eine Spritze im Oberarm und begann so langsam aber sicher, mich damit auseinanderzusetzen, dass ich tatsächlich bald nach Jakarta fliegen werde… Keine Favoritendestination aber mindestens zusamen mit Peter und ohne kenianische Telefone, die ihn (und mich) fast rund um die Uhr wahnsinnig machen. Einen Ausschaltbutton? Gibt es nicht – nur keinen Akku oder kein Geld mehr!

Ein M-Pesa Konto konnte ich nicht eröffnen, weil mein Pass ja in Nairobi war und so lud ich die beiden Fahrer zum zMittag ein, was sie sichtlich genossen. Dann konnten wir schon Peter am Flughafen abholen und ins wunderschöne Sarova Whitesands in Mombasa fahren. Wow – so stelle ich mir ein schönes Badeferienhotel vor! Ich genoss den Luxus und das fantastische Essen für eine Nacht! Ich brauche es nicht täglich, aber so ab und zu lasse ich mich schon gerne verwöhnen…I am not a Bush-Girl, das weiss ich nicht erst seit heute! Nicht dass ich die Idylle kaputt machen möchte, aber Peter wollte doch tatsächlich noch zum Amriswiler Urs Künzle mit den Energiespargeräten, der momentan in Mombasa South wohnt um ihn mit Ingenieurs bekannt zu machen, weil er kaum Englisch kann… “Zum Glück” hatte es aber so viel Verkehr, dass er das Unterfangen vernünftigerweise aufgab! Es gibt einen Gott!!!

Peter nahm nach dem deliziösen Nachtessen noch einen Drink an der Bar mit seinen MP Kollegen und läutete an der falschen Zimmertüre, wo eine Muzungu ganz verdutzt aus der Wäsche guckte!

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