Noch keinen Plan

Irgendwie habe ich nicht daran geglaubt, dass die Reise nach Indonesien klappen würde. Doch jetzt waren wir nach einem Besuch bei Peter’s Schwester Mary, die am Knie operiert wurde, am Flughafen Nairobi und checkten für den ersten Flug der Reise nach Dubai ein. Peter hatte zum Glück entschieden, dass ich ihn begleiten könne… Mir ist es ja egal, wo ich mit ihm zusammen bin und ich stellte mir vor, dass es im Ausland sogar ungestörter sein würde ohne die Telefonanrufe von links und rechts, zudem war ich auch noch nie in Jakarta! Da er für mein Ticket selber bezahlen muss entschied ich mich bescheiden dafür, in Economy zu reisen, während die MPs aus der Roads Committee bequem in Business sassen. Allerdings muss ein totaler Anfänger die Reiseplanung gemacht haben: die Hälfte der 8-köpfigen Gruppe reiste eine Stunde später weiter während die andere – zu der leider auch wir gehörten – und 9 ½ Stunden!!! Layover in Dubai hatten…. Wir machten es uns in der Emirates Business Lounge so gemütlich wie möglich und wurden fürstlich verpflegt, lasen weltweite Zeitungen und ich genoss am Morgen sogar noch eine erfrischende Dusche. Die 3 MPs verpassten fast den Flug, weil der Eine noch last minute am Shoppen war für ein Telefon… Seitdem ich weiss, dass Kenia eine andere Zeitzählung hat (swahili time – die beginnt mir Sonnenaufgang um 7h – das ist die erste Stunde…) wundert es mich fast nicht mehr, dass sie immer zu spät dran sind.
Nach 24 Stunden waren wir in Jakarta und konnten nicht einmal unsere Einreisekarte komplettieren, da wir keine Ahnung hatten, in welchem Hotel wir einquartiert waren. Aber 2 Agenten mit lustigen Akzenten warteten auf uns und schleusten uns in no time durch. Dummerweise kam aber Peter’s Koffer nicht (inkl Medikamenten für den Blutdruck…) das gab dann eine lange Prozedur und im Hotel waren wir erst um 01.30 local time… Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul… Aber ich wunderte mich schon, wie man keine Ahnung über das Reiseprogramm oder den Auftrag haben kann aber ich merkte, dass ich mich da raushalten musste: none of my business!
Das Hotel Manhattan war ok aber die MPs waren recht überrascht, dass sie das Hotel selber bezahlen müssen. Diese viele Auslandreisen nerven Peter ebenfalls, da er sich lieber in Ganze um die Geschäfte kümmern würde als mit hilflosen und meist unerfahrenen Kollegen ohne Plan unterwegs zu sein.

Nach einem Tiefschlaf fiel Peter förmlich über das Frühstücksbuffet her, denn er hatte auf dem Dubai- Jakarta Flug das Essen verpasst. Das Buffet hatte auch eher alles für ein Mittagessen drauf: von Pasta über Salat, Suppe bis zu “meinem” Dessert Sushi… Der kenianische Botschafter, der in Malaysia stationiert ist, tauchte auf und machte einen guten Eindruck und klärte uns auf, dass die Zeit nicht optimal sei für eine politische Reise, da das neue Parlament erst seit kurzem im Amt ist und der neue Präsident im Juli gewählt wird… Wer auch immer entschieden hatte, dass diese Reise zu diesem Zeitpunkt (während dem kenianischen Recess) gemacht werden soll hatte sich nicht sehr viel überlegt. Aber wir entschieden uns das Beste aus der Situation machen. Da wir eine indonesische SIM Karte brauchten gingen wir ins nahe Shopping Center Ambassador, ein echt typisch indonesisches Center sozusagen ohne Ausländer. Die zwei grossen schwarzen Member of Parliament und die Lady mit den extreeem blonden Haaren fielen sehr auf! Zuerst brauchten wir ein Hemd für Peter,der ja immer noch in den gleichen Klamotten war wie vor 2 Tagen! Der Durchschnittsmann in Jakarta ist aber sehr klein und sehr dünn! XL war fast wie eine Kindergrösse und im Laden mit den schönen traditionellen Indonesien-Hemden waren die Verkäuferinnen sehr bemüht, die Jumbo-Grösse (so war XXL angeschrieben) zu organisieren. Wir wurden fündig und kauften für die 50 Dollar, die Peter von Emirates erhalten hatte, drei Hemden, die sich in Ganze sehr gut machen werden!
Im 4. Stock war der Food Court mit allerlei exotischen Esswaren und Getränken mit denen wir uns verpflegten. Ich brauchte dann noch 2 Stunden alleine für mein Power Shopping: elektronische Gadgets noch und nöcher – ein Traum! Kleider, Accessoires und Ramsch in billiger Qualität aber so waren auch die Preise: Taschen für 40 Franken, Schuhe für 10, originelle Ketten für 5… Ich konnte es nicht lassen und musste etwas für die Wirtschaft tun und ein bisschen Geld ausgeben. Es ist ja auch so einfach, wenn alle ATM Maschinen weltweit einfach Geld ausspucken! Hier ist übrigens der erste Ort, bei dem im Bancomat zuerst das Geld und dann die Karte raus kommt… Die Leute sind hier extrem freundlich und können extrem schlecht Englisch… “Your hair looks very nice Madam»hihihi «very blond” hihihi. Ich fühlte mich sehr wohl – etwa wie damals in Bangkok. Alle wollen etwas verkaufen aber sie sind nicht aufdringlich und sehr hilfsbereit. Auf dem Rückweg ins Hotel besuchte ich noch ein Edel-Shoppingcenter mit Preisen und Läden, die man irgendwo in der Welt findet… Als es dann einen Stromunterbruch gab und der Verkehr dicht wurde sah ich das Jakarta, das ich erwartete hatte…
Mit einem feinen Nachtessen im Thai Restaurant war unser erster “Ferientag” abgeschlossen.

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