Wichtige Entscheidungen

Spät in der Nacht kam dann das Gepäck an, zwar mit abgerissenen Henkeln aber immerhin mit vollständigem Inhalt. Peter war sichtlich erleichtert und konnte jetzt auch seine Medizin nehmen… Ich glaube, das ist das letzte Mal, dass er die Medikamente ins Gepäck schliesst.

Das Frühstück musste schnell gehen, da Peter noch von seinem Batikhemd in den Anzug wechseln musste, da die anderen auch sehr offiziell angezogen waren. Dazu musste ich dann die Krawatte binden, da Peter bis zum heutigen Tag nicht lernen will, wie man das macht… Ich habe ihm jetzt einen Link zu einem Youtube Video gegeben.

Um 8 Uhr war dann Abfahrt zum Verkehrsministerium mit einem kleinen Konvoi. Es war so interessant zu hören, was die Verkehrsexperten alles beobachteten und es war ganz klar, in Jakarta lief einiges besser als in Nairobi, Helmtragepflicht, separate Busfahrlinie, Autobahnbrücken, grüne Zwischenstreifen, viele Parks, weniger Roundabouts etc, etc. “Where did we go wrong?” war eine Frage, die sich die Delegierten oft stellten.

Die 8-köpfige Delegation gäbe viel zu schreiben, sei es über die Kleidung oder das Benehmen, aber dies ist ein öffentlicher Blog und daher halte ich mich jetzt mit meinen Anmerkungen dezent zurück.

Unseren kaputten Koffer brachten wir zum Reparieren und die machten einen super Job: für $ 30 hatten wir 2 neue Griffe und ein neues Schloss. Mein schöner Safarikoffer war wieder restauriert.

Im Ambassador Shopping Center fanden sie dann auch einen Weg um Peter’s Lokalnummer zum Laufen zu bringen und wir deckten uns mit neuen Hüllen für die Telefone ein. Dann testeten wir eine 1-stündige Fussreflexzonen und Rückenmassage und fühlten schmerzhaft, wo wir unseren Körper maltraitiert hatten. Für $ 10 pro Person erhielten wir eine Parallelbehandlung in einem Raum mit gedämpftem Licht und beruhigender Musik. Damit ich die Behandlung doch geniessen konnte fragte ich noch nach der Toilette und geriet in ein echtes Dilemma : im Raum gab es entweder ein kleines Pissoir oder eine Dusche… Die Fragezeichen waren gross – ich erinnerte mich an die Stand-WCs im Casinotheater in Winterthur und dachte mir, dass das vielleicht hier auch existiert… Mein Versuch ging aber buchstäblich in die Hose und da es kein Zurück mehr gab musste ich auf die Dusche ausweichen, die zum Glück einen Schlauch für die anschliessende Reinigung hatte… Das Rätsel über die korrekte Benutzung blieb bestehen…

Am Abend wurde ein Nachtessen von lokalen Businessleuten im Marriott gesponsert und wir wurden bis zum Maximum verwöhnt mit freundlichem Personal und aromatischen Speisen und Getränken wie im Schlaraffenland. Ich glaube, ich habe sogar noch davon geträumt…

Die Sicherheitsvorkehrungen im Hotel waren enorm, was wohl auch notwendig war, obwohl uns der eine Geschäftsmann weis machen wollte, dass es in Jakarta weder Kriminalität noch Konflikte zwischen den Bevölkerungsgruppen gebe. Er war aber trotzdem ein interessanter Geschäftspartner und kannte Urs Bühler aus Uzwil persönlich, was dann wieder ein verbindendes Element war, da seine Tochter ja meine Schülerin an der Academia Euregio Bodensee war… Die Welt ist ein Dorf – das kann ich nur immer wieder betonen…

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