Weine nicht, wenn der Regen fällt

Der Flug Jakarta-Dubai-Nairobi war unspektakulär gut – ich hatte immer das Glück, noch eine freien Platz neben mir zu haben. So ist es auch in Economy akzeptabel. Allerdings hatte ich ungewollt Peter ein grosses Problem beschert. Er hatte meine neu gekaufte Tasche in sein Handgepäck gesteckt (sie war für den Koffer gedacht)!und musste somit mein wunderschönes, riesengrosses Schweizer Sackmesser opfern um nicht in Jakarta eingekerkert zu werden… Mist, ich werde die Schere, den Zapfenzieher und die grosse Klinge am meisten missen!

In Nairobi hatten wir schon den nächsten Flug nach Mombasa gebucht, da Peter in der Budget-Sitzung für Kilifi County gefragt war. Das bescherte mir wieder 2 Nächte in einem schönen Hotel, dieses Mal im Flamingo Beach Resort in Shanzu, Mombasa. Es war aber richtig traurig zu sehen, dass das Hotel quasi leer war. Ein paar einsame Touristen: 2 ältere Ladies aus der Schweiz, 2 ältere Männer aus Deutschland und Schweiz – der eine aus Moutier und bereits 2x mit einer Kenianerin verheiratet – ein paar Türken, die ihren Tee auf Teufel komm raus nur aus einem Glas trinken wollten und ein paar Afrikaner… In der Zeitung versuchen sie jetzt zu schreiben, dass die westlichen Länder ihre Touristen deshalb abziehen, weil sie eifersüchtig sind darüber, dass Kenia mehr Geschäfte mit China macht als mit dem Westen… Anstatt den Fehler im eigenen Land mit einem Sicherheitsproblem, zu teuren Eintrittspreisen in den National Parks und miserabler Infrastruktur zu erkennen geben sie anderen die Schuld. Ich habe gerade gelesen, das Thomas Goosmann, der ex CEO von Kuoni Schweiz, neu in Nairobi für Private Safaris stationiert sein wird. Das dürfte kein einfacher Job werden und nur akzeptabel, wenn auch das Salär nach schweizerischem Massstab ist… Ich werde ihn mal kontaktieren um zu sehen, ob da eine gewisse Zusammenarbeit entstehen kann. Irgendwie finde ich jetzt meine Arbeit zum Thema Volontourism nicht mehr so relevant, denn die Schweizer haben doch sehr schnell Angst, wenn es um die Sicherheit geht…

Eins muss ich allerdings noch anfügen und das wird hier auch ignoriert: im Mai und Juni hatte es noch nie viele Touristen, denn es regnet tatsächlich phasenweise wie aus Kübeln. Die Strassen werden unpassierbar und ich habe grosse Bedenken für die Strassen in Ganze. Peter hat auch den Schweizern Timon und Jérôme gesagt, dass sie vor August nicht kommen müssen, da es unmöglich sei mit dem Strassenbau weiterzumachen, was die wohl nicht so richtig verstanden haben. Selbst ich hätte kaum geglaubt, dass der Regen so heftig sein kann. Alles kommt fast zu einem Stillstand in dieser Zeit und es ist somit natürlich auch DIE Entschuldigung warum man zu spät ist, warum man etwas nicht erledigen konnte etc.

Ich hatte mich schon im Zimmer installiert und wollte ein bisschen nachschlafen, da kam bereits Order vom MP: du musst helfen, das Budget zu machen!!! Auf dem Kilifi County Budget kam Ganze sozusagen nicht vor, die Counsilors hatten sich nicht für ihre eigene Gegend gewehrt oder sie wussten einfach nicht, wie so etwas geht. So besprach also die First Lady jeden Budgetpunkt und trug die Zahlen ein, die für 2014/2015 benötigt wurden. Das tippte ich dann auf den Hotelcomputer in ein sauberes Excelsheet und liess es ausdrucken. Damit fuhr die Delegation wieder retour zum Budgetmeeting und inshallah werden “meine” Zahlen akzeptiert. Ich könnte hier wirklich mit einem Fulltime Job solche und andere Unterstützung leisten aber halt leider ohne Bezahlung. Und wenn ein Paar zusammen arbeitet, dann kenne ich fast keine guten Beispiele, wie das gut gehen kann. Zur Zeit lese ich das perfekte Buch: Committed von der selben Schriftstellerin, die Eat, Pray, Love geschrieben hat. Es hilft mir sehr bei meinen Überlegungen, wie mein “committment” mit Peter am besten funktionieren kann. Es werden darin so viele Themen angeschnitten, die ich allen empfehlen kann, die sich über ihre Beziehungsform Gedanken machen (auch wenn sie weniger komplex ist als meine…)

Die Dame aus der Spa tat mir so leid weil sie absolut keine Arbeit hatte, dass ich mich fast aus Mitleid zu ihr massieren liess. Aber es war ja eine sehr angenehme Erfahrung und das Öl, das sie verwendete brachte mich wieder auf positive Gedanken. Einzig die Musik (dirty Dancing song auf Panflöte) liess mich darüber nachdenken, wer eigentlich diese katastrophale “Elevator Music” erfunden hatte. Überall auf der ganzen Welt wird sie gespielt: in Speisesälen, in Spas, in Lobbies – in meinem Hotel wäre das strafbar… Seit ich wieder vermehrt reise, überlege ich mir immer mehr, was mir wichtig ist in einem Hotel. Da ich keine Badeferien Person bin, sondern meistens irgend einen Auftrag habe, sind mir auch andere Dinge wichtig als früher, z.B.

– genügend Stecker (ich reise in Kenia immer mit einem Verlängerungskabel und Steckleiste) die funktionieren
– genügend Ablagefläche im Zimmer wie im Bad
– gutes Licht = helles Licht zum Lesen und zum Schminken
– wenn möglich Wireless LAN
– harte Matratze und gute Kissen
– Safe
– Wasser und ein Teekocher
– Balkon
– Aussicht auf etwas Angenehmes und keine Einsicht von aussen
– funktionierende Toilette
– Starker Wasserstrahl in der Dusche mit heissem Wasser
– Duschmittel, Shampoo und Body Lotion, die gut riechen
– wenn ich alleine reise ein paar interessante TV Kanäle mit Filmen und internationalen News

Ich glaube wirklich, das war das Wichtigste. Was brauchst du, um in einem Hotel happy zu sein und dich wohl zu fühlen?

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