Quöllfrisch und andere Substanzen

Ich konnte mir jetzt noch ein paar richtig ruhige Tage gönnen, denn das Hotel wurde vom CDF bezahlt und Peter musste ein paar Seminare besuchen und dann noch in Ganze ein paar Runden drehen, während denen ich im Hotel blieb und endlich ausgiebig ausschlafen und Bücher lesen konnte. Ich las “Commited” von Elizabeth Gilbert (Eat Pray Love) fertig. Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die sich Gedanken über eine gescheiterte oder bevorstehende Ehe machen. Interessante Facts und sehr viele anregende Gedanken, wie man eine verheiratete Beziehung sehen kann. Ein paar Tipps werde ich sogar umsetzen, z.B. dass man seinem Partner seine schlechtesten Angewohnheiten beichtet – diejenigen von denen wir annehmen, dass der andere sie noch nicht kennt… Das Resultat kann sehr überraschend sein. Weil ich mich also intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt habe, fragte ich dann Peter auch, wie sein ideales Zusammenleben aussehen würde, wenn Geld keine Rolle spielte. Seine Antwort war prompt: dass ich natürlich jeden Tag mit dir zusammen sein kann… Von meiner Seite ist die Sache nicht ganz so einfach aber es ist schön zu wissen, dass dies sein Wunsch wäre.

Mit jedem Mal wird unser Leben etwas “einfacher”: wir haben eine tolle Wohnung in Nairobi in einer sicheren Gegend. Wir haben zwei Autos, wovon eines auch auf den Ganze Strassen gut funktioniert und bald wird unser Gemeindehaus in Marere fertig sein in dem wir 2 Zimmer belegen und wir müssen dann auch an der Küste nicht mehr wie Nomaden leben. Ich kenne immer mehr Leute hier und werde immer selbstständiger. Wenn ich mal sogar Kisuaheli spreche wird es noch besser.

Peter hatte für einen Onkel einen “Wunderdoktor” gefunden in Kilifi. Der hatte seinen Standardjob als Arzt aufgegeben und seine eigenen Medikamente entwickelt. Wir statteten ihm einen Besuch ab und ich kam mir irgendwie vor, wie bei einem Naturarzt im Appenzellerland… Peter’s Schwester Nelly, Peter und ich beichteten alle unsere Leiden und wir werden sehen, was es bewirkt – auf die Details gehe ich hier (noch) nicht ein… Den Sonntag verbrachte ich dann Gin Tonic trinkend (ich hatte einen Bombay Sapphire von Dubai mitgebracht) mit Olivia und wir fassten nochmals unsere Erfahrungen zusammen und schmiedeten Pläne, wie wir die Zukunft von Ganze rosiger gestalten können. Zusätzlich hatten wir einander viele Geschichten aus dem Leben zu erzählen. Es war eine echte Bereicherung, sie hier zu haben. So unkompliziert und bescheiden – ich bin sehr glücklich, dass der erste Freiwilligeneinsatz mit einer so beispielhaften Frau begonnen hat. Sogar der Chef vom CDF meinte beeindruckt: was die Frau leistet könnte ich selber nie! Die Latte ist hoch gesetzt aber ich habe noch mindestens 4 weitere Personen in Aussicht, die folgen werden und ich freue mich sehr darauf! Wer weiss, vielleicht ist auch ein Musikprojekt mit dabei – daran hätte ich besonders Freude!

Das andere Buch, das ich begonnen habe ist auf meinem iPad und es heisst Doppelbindung von einem Freund in der Schweiz, Walter Burk. Es beschreibt einen Mordfall im Plattenbödeli im Alpstein und es ist schon recht schräg, hier von Siedwürsten, Flauder und quöllfrisch zu lesen aber das nenne ich eine globale Welt! Auf jeden Fall hat mir das Buch den Stau in Nairobi massgeblich verkürzt bzw. schon fast angenehm gestaltet. Übrigens cool, dass ich bei Kindle sehen kann wieviele Stunden und Minuten ich noch haben werde um das Buch fertig zu lesen… Aber nicht nur Appenzeller-Luft in Nairobi ist schräg, auch zu lesen, dass ein Buddhist mitten in seinem Vortrag aus dem Hotel Metropol in Arbon geschmissen wurde mutet sehr surreal an…

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