Back to school

Wir haben viel länger geschlafen als sonst und selbst der Lärm der Schulen, die sich rund um unsere Wohnung befinden, konnte uns nicht wecken. Der Lärmpegel ist wirklich unglaublich: um 6.30 lassen sie den Schulbus laufen bis sie dann endlich losfahren, in der Pause kreischen die Kids und spielen Basketball, wobei ich nur ihre Füsse sehe, weil es einen Zaun hat, die Maids im Haus haben immer einen Radio beim Putzen dabei oder singen, wenn sie die Kopfhörer aufhaben, der Rektor der Schule spricht übers Mikrofon, die kleinen giftigen Hunde bellen dauernd, die Enten und andere Flugobjekte quaken laut und unerwartet, wenn die Schule fertig ist spielen die Kinder weiter beim Pool und rund ums Haus und die Girls proben in der Schule jetzt etwa zu 100. Mal Roar von Katie Perry mit dem abgehackten oh oh oh… am Schluss… Und man staune: es stört mich schon fast nicht mehr, denn es ist das Leben. Genauso, wie mich der fröhliche Lärm der Badi zuhause nicht stört. Aber ich glaube kaum, dass ich deshalb die Trinksprüche und das besoffene Gelaber der Gäste vom Restaurant nebenan besser ertragen werde. Ich werde sehen, ob ich hier genügend Gelassenheit entwickelt habe, die sich auch auf die Schweiz übertragen wird. Bestimmt helfen meine Keniaaufenthalte, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und mich über Dinge, die ich sowieso nicht verändern kann, weniger zu nerven.

Habe ich hier etwas vermisst? Ausser einem Salär, für das was ich mache, gar nichts! Ich nehme mich ja überall hin selber mit. Wenn ich mit mir zufrieden bin, dann bin ich das überall! Klar mit der Zeit möchte ich Familie und Freunde wiedersehen, sie in die Arme schliessen und nicht via Skype kommunizieren – aber so geht es auch, wenn ich in der Schweiz bin. Mein Leben hat sich schon immer zwischen zwei Welten abgespielt. Früher war es zwischen der Schweiz und den USA, heute ist es zwischen der Schweiz und Kenia. Es passt zu mir, zu meiner Vielfältigkeit, zu meiner Verrücktheit und zu meiner Energie. Davon hatte ich während diesem Aufenthalt wieder viel mehr und konnte sie auch ausleben und trotzdem genügend davon tanken. Ein prima Batterieladegerät Übungs- und Inspirationsort. Kenia hat mich endlich gepackt!

Die nächsten beiden Freiwilligen stehen schon in den Startlöchern und werden morgen den Flug für den Oktober buchen. Somit werden wir sogar gleichzeitig hier sein und darauf freue ich mich schon sehr!

Peter hat sich an der Universität Nairobi für ein Studium der Politwissenschaft eingetragen, das er im September beginnen will. Ich finde das super, denn so lernt er auch gleich das kenianische Schulungssystem wieder besser kennen. Und so ist er schön brav, wenn auch ein bisschen entnervt Treppe rauf und Treppe runter bis er endlich im richtigen Büro fürs Einschreiben war… Dort lief gerade noch das Prayer Meeting, das von den MPs organisiert wurde und bei dem wir auch hätten dabei sein sollen, am TV. Aber selbst Peter, der am Wochenende extra für den Madaraka Day nochmals nach Ganze geht um etwa 5 Ansprachen zu halten, kann nicht überall gleichzeitig sein. Ihn zu klonen wäre aber ein durchaus interessanter Gedanke!

Am letzten Tag hat mich dann noch das Shoppingfieber gepackt aber nur für unsere gemeinsame Wohnung! Sie sieht jetzt schon richtig wohnlich aus! Der Schreiner ist nochmals vorbei gekommen und wir haben noch ein paar Veränderungen am ursprünglichen Plan gemacht. Priorität hat jetzt der Esstisch mit den Stühlen und unser Bett. So kommt dann auch das tolle Geschirr, das ich gekauft habe und die hübschen Nachttischlampen zur Geltung! Ahhhh jetzt würde ich gerne noch weiter dekorieren und einrichten – das macht mir unglaublich Spass. Ich bin jetzt auch stolze Nakumatt Card Besitzerin und kann Punkte anhäufen – etwa so wie mit der Cumulus oder Supercard!

Ich habe jede Stunde bis zum Abflug ausgenutzt und mich noch mit einem Experten fur NGOs ausgetauscht. Ein ganz spannender Mensch, der mir wieder gute Buch- und Praxistipps gegeben hat für Pro Ganze Kenia. Nairobi ist mein Pflaster, ich treffe so viele spannende und inspirierende Menschen, es fällt mir jetzt zum ersten Mal so richtig schwer wieder abzureisen. Aber so wird es sich langsam verlagern… Etwas mehr Afrika und etwas weniger Schweiz…

Auf Wiederschreiben – bis im Oktober!

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