This land is my land…

Ein schön langsamer Start mit ausgiebigem Frühstück und einem Tagesziel: Giraffen und stehende Löwen!!! Diesen Auftrag geben wir an Bodyguard und Fahrer weiter und sie nehmen ihn Ernst… Auf der Morgenpirsch können wir bereits einige Giraffen sichten. Sie gehören nebst Elefanten und Zebras zu meinen Lieblingstieren weil sie einfach immer ein Lächeln aus mir herauslocken: ihre Bewegung beim Laufen, das Kauen und der Augenaufschlag: einmalig!

Heute ist der Speisesaal im Haupthotel sehr gut gefüllt. Eine grosse und laute Horde an Franzosen mit Rollkoffern, ein paar Russen und einige Deutsche und Schweizer wie auch Inder und Einheimische. Das Essen schien allen zu schmecken und ist sehr abwechslungsreich und hat für alles etwas. Nur die orgiastischen Eclairs vom ersten Tag: die findet Eva heute nicht… Aber einen wunderbaren Cappuccino zaubern sie alleweil noch für uns.

Nach dem Essen reservierten wir Zeit für Massagen, denn Nacken und Schultern leiden auch beim Autofahren! Die feine, schmale Frau hat Kraft in den Fingern und bearbeitet unsere Körper mit Nachdruck. Einzig am Haareziehen haben Eva und ich keine Freude und ich erkläre ihr danach, dass die Muzungus sehr feine Haare hätten und daher vorsichtig behandelt werden müssen. Es erinnerte mich an meinen Vater – wenn er mich wirklich mal bestrafen wollte, dann zog er an diesen kleinen Härchen an den Schläfen – autsch und ich erinnerte mich auch an meinen Coiffeurbesuch in Nairobi als die Kopfmassage eine Tortur war…

Aber wir sind entspannt und Eva hat sogar während meiner Massage noch Zeit, den Pool zu geniessen – allerdings erst nachdem die Muslimfamilie weg ist. Wenn alle voll bekleidet sind und sogar die Kinder langärmlige und -hosige Kleider tragen fürs Schwimmen ist die Hemmschwelle für einen Bikini einfach zu gross.

So, jetzt sind wir wieder voller Tatendrang und da jemand Löwen gesichtet hat kommt noch die letzte Pirsch an die Reihe. Wir fahren hoch Richtung Lion Buff Lodge und überschauen das Land. Es kommen unglaubliche Gefühle von Weite und Grösse auf und ein endloser Respekt für die Natur. Mir gehen alle Lion King Lieder durch den Kopf und sogar das amerikanische Lied: this land is my land wird von Eva und mir geträllert! Und dann kommt der Moment, mit dem wir nicht mehr gerechnet haben und der unseren Atem förmlich zum Stocken bringt: keine 2 Meter neben der Strasse liegen vier Löwinnen mit ihren drei Jungen, die sehr wach direkt in unsere Augen schauen. Das heisst: direkt trauen wir uns kaum, denn ich zumindest habe das Gefühl, dass die Löwin einen Sprung machen müsste und sie wäre in unserem Auto drin. Wir erholen uns fast nicht von diesem majestätischen Anblick – es gibt gar keine Worte um die Situation zu beschreiben: nur Staunen und geniessen und flüsternd ahhhs und ooohs aussprechen!

Nebst dem Abendessen geniessen wir nochmals das Beobachten der Büffel und Elefanten an der Wassertränke. Die Hierarchien, die Struktur der Haut, die pergamentartige Feinheit der Ohren, die luftkissenartigen Füsse, die langen Wimpern und die Augen, die meine Seele berühren – einfach faszinierend. Das Hotel ist rundum empfehlenswert. Die Ruhe, die schönen Zimmer und die aufmerksamen Mitarbeitenden sind wirklich First Class. Kinder, Blitzlicht, Radio und laute Leute haben keinen Platz hier und wir geniessen einfach still – mit ein paar Lachkrämpfen zwischendurch… So zu reisen und zu geniessen ist pures Vergnügen!

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