Light up Ganze

Heute ist jetzt also der grosse Tag unserer Veranstaltung in Ganze. Wir fahren mit etwa 4 Autos – gar nicht einmal so viel zu spät – von Kilifi weg und in Ganze selber warten doch schon einige Personen. Wenn das so weitergeht, werden die „Ganzenians“ sogar noch pünktlich! Es ist alles total herzig hergerichtet in der Polytechnic. Natürlich der Ehrentisch vorne mit ganz superkitschigen farbenfrohen Blumen und genügend Plastikstühlen für die Ehrengäste. Der MP darf auf einem Executive Stuhl sitzen und meiner ist auch etwas besser – so sieht man sofort die Hierarchie. Ich habe schon lange nicht mehr auf eine Wandtafel geschrieben aber ich zeichne unser Logo hin und das sieht ganz professionell aus. Letzte Nacht habe ich ja noch die Reihenfolge der Speeches aufgeschrieben und das soll eine gewisse Leitplanke sein. Aber schon nur eine „gewisse“, denn da kommen noch so viele unerwartete Sprecher mit dazu, die sich auch noch zu etwas äussern wollen. Auf jeden Fall habe ich die Chance, alle Pro Ganze Frauen vorzustellen und sie machen ihren Job einfach hervorragend. Baraka übersetzt ausgezeichnet. So gehen also alle diese Reden über die Bühne. Schätze mal, wie lange so etwas dauert? Wenn du 2 Stunden denkst, dann kannst du gleich verdoppeln. Die Zeremonie und die Informationen dauern mindestens 4 Stunden. Zwischendurch sehe ich meine Kolleginnen nach draussen gehen um zu rauchen, zu essen, die Toilette zu benutzen. Ich bleibe schön sitzen und höre aufmerksam zu. Es ist wieder eine herrliche Rhetorik-Übung und ich bin immer ganz begeistert, wie diese Massen zu motivieren sind. Ich bin schon am richtigen Ort, wenn ich mit diesen Leuten bin. Es sind bestimmt 200 Zuhörer anwesend und die Idee mit unserem Training für die Solartechnik Ausbidung im Sarah Obama Center of Solar Learning in Homa Bay kommt supergut an. Die Leute sind begeistert und reissen mir die Applikationsbögen fast aus der Hand. Ich habe das Gefühl, dass hier nochmals ein tolles Projekt begonnen hat und mir kommen plötzlich ganz viele Leitsprüche in den Sinn: for a brighter Ganze, an enlightened Ganze, switch on the light in Ganze etc. etc. das werden wir bestimmt noch vermarkten können. Dieses Projekt kommt zusammen mit Solafrica aus der Schweiz zustande. Es ist erwiesen, dass das Kerosen, das für die Lampen bentzt wird sehr schädlich für die Gesundheit und die Natur ist. Wenn wir ganz Ganze mit Solarlampen ausstatten können dann leisten wir einen super Beitrag für eine gesundere Umwelt. Wir bilden aus jedem Ward 2 Männer und 2 Frauen zwischen 18 und 35 aus (das ist gemäss Constitution die Jugendgruppe…), die später eigene Solarinstallationen machen können. Wir schicken sie nach Homa Bay in ein 14-tägiges Training. Dort haben sie Kost und Logis und lernen zu kalkulieren, zu installieren und zu reparieren. Zusätzlich erhalten sie noch „Business Training“, das aufzeigt, wie sie nachher ihr eigenes kleines Geschäft aufbauen können. Ihnen werden dann auch Solarpanele zur Verfügung gestellt, mit denen sie ihr eigenes Geschäft aufbauen können. Ich bin so gespannt, ob das funktionieren wird aber ich habe ein supergutes Gefühl dabei und wirklich auch das Gefühl, etwas richtig Gutes zu tun. Der Kontakt zu Joshiah Ramogi von Solafrica ist durch meine Ausbildung an der Uni Basel entstanden und letzten Mai haben Olivia und ich schon mal eine Reko-Reise nach Sori in Homa Bay gemacht und das Ganze als positiv bewertet.

Ich hoffe, dass jetzt auch alles gut läuft mit der Auswahl der richtigen Teilnehmer und werde an dieser Stelle bestimmt wieder berichten, wie es weiter geht.

Mir fällt jetzt ein grosser Stein vom Herzen, denn ich wollte wirklich, dass diese Veranstaltung rund läuft und sie ist gelungen. Von den 120 Formularen sind nur etwa 8 übrig geblieben…

Peter sollte noch an eine weitere Veranstaltung aber da will ihn niemand mehr begleiten. Wir sind schon recht früh im Hotel zurück und ich mache Eva das Restaurant Nautilus, das von einem Schweizer und einer Amerikanerin geführt wird schmackhaft.  http://www.tripadvisor.com/Restaurant_Review-g608436-d3263685-Reviews-Nautilus-Kilifi_Coast_Province.html Da wir bereits eine ganze Flasche Henkell trocken zum Apéro verzehrt haben entscheiden wir uns für ein Tuk-Tuk. Für 3 Franken bringt er uns ans Ziel. Über das Nautilus habe ich schon mehrfach berichtet. Es ist einfach eine  wunderschöne Oase direkt am Creek und das Essen ist vorzüglich und wir beschlemmen und betrinken uns ordentlich. Eva hat in weiser Voraussicht auf den Grappa verzichtet aber ich konnte es nicht lassen und ihn zusammen zum semi-frozen Lemon Cheesecake (ein Gedicht!!) runterstürzen. Ich bin superfroh, dass Pietro uns nachhause fährt, denn es ist schon eine Kunst die Treppen zu erklimmen und im Auto gerade zu sitzen. Im Hotel angekommen ist überraschenderweise Peter auch schon zuhause und ich will mich ja nur kurz hinlegen und dieses kurz sind dann ein paar Stunden. Kennst du das Gefühl, vor dem Fernseher einzuschlafen und mitten in der Nacht aufzuwachen? Genau so geht es mir, nur ohne TV…

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