Seelenverwandtschaften

Der Tag sollte ruhig und gemächlich sein – mindestens für uns, denn Peter muss ja noch den Besuch in Malindi nachholen, den er gestern doch nicht mehr gemacht hat. Er meint zwar, dass er bis 11 Uhr wieder retour sei, aber das ist schlichtweg unmöglich und manchmal denke ich, dass er und meine Colombe zuhause die selbe Krankheit haben „DieZeitnichtabschätzenkönnen-itis“ oder so ähnlich muss das heissen. Ich bereite mich schon darauf vor, dass er nicht dabei sein wird, wenn ich Karin Honauer und Milton Kazungu treffen werde. Auf diese beiden bin ich durch ein Ehepaar aus Warth aufmerksam geworden. Sie haben uns beide im Tele Züri Interview gesehen und mit mir Kontakt aufgenommen, da sie auch regelmässig Menschen aus Kenia unterstützen und seit Jahren in der Leisure Lodge Ferien machen. Ich müsse unbedingt auch diese Karin Honauer kennenlernen, denn diese unterstütze auch so viele Leute in Kenia und habe so viel Gutes getan und ihr Freund Milton Kazungu könnte vielleicht bei Peter Arbeit finden, da er eine sehr vertrauenswürdige und zuverlässige Person sei… Wollen wir mal schauen… sie haben auf jeden Fall sofort zugesagt, am Samstag um 11.00 Uhr ins Hotel zu kommen damit wir uns mal gegenseitig beschnuppern können. Bei mir ist es fast immer so: egal ob es ein Schriftsteller, ein Sänger oder ein Politiker ist: ich muss die Leute in meiner Nähe haben um richtig entscheiden zu können, ob ich sie mag, ob ich ihnen vertraue und ob ich sie sympathisch finde. Da habe ich schon ziemlich schräge Erfahrungen gemacht z.B. mit Sängern, von denen ich nachher alle CDs weggeschmissen habe, weil sie ihre Musiker so miserabel behandelt haben. Ja schliesslich bin ich auch bei Raiffeisen aus einem ähnlichen Grund: Pierin Vincenz fand ich mal so sympathisch an einer Marketingveranstaltung, dass ich mir sagte: „in so einer Firma, wo der Chef ist möchte ich auch mal arbeiten“… und so kam es ja auch…

Jetzt bin ich definitiv abgeschweift aber was ich über die beiden zu sagen habe kann ich auch ganz kurz fassen: es war so, als ob wir uns seit Jahren kennen würden. Wir haben beide im Tourismus gearbeitet, haben sogar gemeinsame Bekannte in der Schweiz und haben einen ganz ähnlichen Weg hinter uns. Der grosse Unterschied ist, dass Karin früher Pflegefachfrau war und jetzt in der Schweiz selbstständig eine Praxis mit verschiedenen Behandlungsmethoden hat. Unsere Werte, unsere ethischen und moralischen Vorstellung, die sind quasi deckungsgleich. So klingt es vielleicht unglaublich, aber wir haben 5 geschlagene Stunden zusammen erzählt und gelacht und Anekdoten aus dem Leben weitergegeben – eine wahre Freude. Und da wir problemlos so viel zu erzählen hatten ist dann auch Peter endlich aus Malindi zurückgekehrt und konnte sich selber noch vergewissern, was für tolle Leute da neu in unser Leben gekommen sind. Auch hier kann ich nur sagen: wir haben uns nicht das letzte Mal getroffen und Seelenverwandet tauchen einfach überall in der Welt auf.

Am Abend gingen wir wieder mal ganz kenianisch Fisch essen im Lagoneer, ein Restaurant das einem Mann gehört hat, der auch längere Zeit in der Schweiz gelebt hat. Diese Schweiz-Kilifi Connection ist definitiv hier!

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