Antizyklische Bäume

Schon seit eh und jeh will mir Peter die Gegend zeigen, die er „Lugano“ nennt. Er sagt, dass nachts die Lichter genau so schön leuchten wie in Lugano. Es soll dort auch Inseln haben und einfach eine umwerfende Sicht. Er stellt sich schon vor, dass er hier Häuser für Schweizer bauen würde aber ich glaub kaum dass der Tourismus in nächster Zeit aus der Schweiz so aufstrebend sein wird. Aber dass es dort ein paar Villen geben wird – warum nicht?

10h ist Abfahrtspunkt – Andrea kann nicht mitkommen aber die ganze Schweizer Gugelfuhr macht sich in Bewegung Aber so eine Abfahrt kann ja unmöglich pünktlich und ohne Zwischenfälle sein. So fahren wir zuerst noch zum Hardware Store, wo ich die Decke für Marere auslesen muss. Zudem werde ich auch nach der Farbe der Wände gefragt. Es scheint mir noch ein bisschen früh, hier schon Entscheidungen zu treffen auch wenn die Ladies sonnengelb, pink und andere originelle Farben vorschlagen. Eva wird wieder praktisch und so gehen wir mit der Farbpalette nach draussen. Die Decke wird so eine Art Mahagoni Laminat, das passt zu den Möbeln und die Farbe wird Softwhite – für alles andere kann ich mich immer noch entscheiden. Ich fotografiere im Kilifi Bay auch die Stukaturen, die mir als Verzierung sehr gefallen. Wände sind dann noch schnell farbig angemalt.

Nach diesem Stopp gibt es noch einen weiteren, weil sich einer politisch engagieren will und Peter’s Meinung braucht aber mit einer Stunde Verspätung fahren wir dann an diesen magischen Maya-Ort! Die Aussicht ist echt atemberaubend: direkt auf den Arm des Kilifi Creek und es sieht aus wie ein See. Es gibt auch zwei Inseln dort und ja, hier kann ich mir meine Altersresidenz durchaus vorstellen. Eine Sicht ist mir nämlich noch wichtiger als das Meer direkt vor der Türe. Zudem habe ich das Gefühl, dass der permanente Wind am Meer auch nerven könnte und dieses Salzwasser auch eine eher zerstörende Wirkung hat. Wir werden sehen, wenn Peter zum zweiten Mal gewählt ist. Das sind jetzt aber noch ein paar Jahre in die Zukunft und ich lerne hier ja im JETZT zu leben.

Dann machen wir einen weiteren Stopp in Marere, wo die Arbeiten recht schnell voranschreiten. Es gibt schon Fortschritte seit dem letzten Mal und ich freue mich darüber. Auf dieser Reise fallen mir einmal mehr die wunderschönen Baobab-Bäume auf. Sie sind so imposant und sehen fast aus, als hätte man einen Baum umgekehrt in die Erde gesteckt und die Wurzeln ragen nach oben. Sie verhalten sich antizyklisch und so tragen sie Blätter und Früchte, wenn alle anderen Bäume keine mehr haben und umgekehrt. Durchaus sympathisch!

Peter muss schon wieder nach Nairobi, da er wieder Sitzungen in seinen Kommittees hat und so geniessen Eva und ich das Pool-Leben, warten gefühlte Stunden auf ein Sandwich und ein paar Samosas und bereiten uns auf einen ruhigen Abend (ohne dauernde Handy-Unterbrüche) vor. Wir gehen nur ein paar Schritte ins Bofa Beach – dort wo wir auch schon mehrfach übernachtet haben und essen eine Pizza. Der neue Hotelmanager begleitet uns noch durch die Fast-Dunkelheit aber die Sterne scheinen so hell, es ist eine klare Nacht und so hoffen wir wieder auf einen Sonnen-Tag.

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