Betrüger sind überall – auch ausserhalb von Kenia

Klare Sterne bedeuten hier offensichtlich keinen Sonnen-Tag und es hat wieder mal sehr viele Wolken. Überhaupt spielt auch hier das Wetter total verrückt und es ist überhaupt nicht normal, dass es hier so viel regnet zu dieser Zeit. Hier bedeutet allerdings der Regen einen Segen und so wird auch nicht gejammert aber es hat zwei entscheidende Nachteile: für Touristen eignet sich das Wetter schlecht und es gibt Tage, an denen muss man gewisse Vorhaben einfach aufgeben, weil es schlicht unmöglich ist z.B. nach Dida zu gelangen, wie Olivia es vorhatte. Sie macht heute zwar den Versuch, muss aber vorzeitig abbrechen, weil sie im Dreck stecken bleibt. Sie verteilt die Kinderschuhe, die ihr Schweizer gegeben haben und die Fotos auf Facebook solltest du dir ansehen – sehr berührend! Das ist echte Direkthilfe.

Im Hotel ist ein grosses Poster von einer Vonwald Schule und ein älterer Herr aus Wien erklärt uns, dass er zwei Patenkinder in dieser Schule hat, die er jedes Jahr besucht. Ich persönlich bin nicht so begeistert von Patenschaften – ich finde es einfach unglaublich unfair all den Kindern gegenüber, die keinen Paten haben. Vielleicht weil sie nicht sooooo herzig und schnusig sind auf der Foto, weil sie zu alt sind oder weil sie ein Gebrechen haben. Ich stelle mir das dann so vor wie im Film, wenn diese Kinder nie jemand besuchen kommt… Später treffen Eva und ich dann auch noch ein paar, das jahrelang in Deutschland in eine Schule einbezahlt hat, die das Geld dann nur für die Flüge und die Ferien verwendet hat und einen Bruchteil an die Kinder ausgeliefert hat. Sie sind den Machenschaften dann auf die Schliche gekommen und haben ein eigenes Waisenhaus gegründet. Betrüger gibt es einfach auf der ganzen Welt. Ich habe zwar manchmal das Gefühl, dass es hier mehr davon gibt aber hier ist es manchmal echt eine Notwendigkeit, um an ein bisschen Geld zu kommen.

Das ist mitunter auch ein Grund, warum ich bisher Pro Ganze Kenya in Kenya noch nicht gründen konnte. Ich hätte schlichtweg nicht gewusst, wem ich vertrauen kann. Jetzt komme ich doch schon zum x-ten Mal hierher und ich habe meine Crew zusammen.

Zusammen mit Baraka ackern wir uns durch die Anforderungen, um lokal eine NGO (Non governmental Organisation) zu registrieren. Da gibt es so viel zu bedenken: wir brauchen Fotos und natürlich nicht normale Passfotos sondern 2 x 2 inches…, es gibt unzählige Formulare, die ausgefüllt werden müssen und natürlich braucht es Statuten. Ich versuche auf verschiedenen Kanälen, meine Statuten von Pro Ganze in der Schweiz zu erbetteln aber alle Antworten kommen zu spät. Ich habe zum Glück noch einige Dokumente auf meine externe Harddisk kopiert und heureka: das Dokument ist auch dabei! Notiz an mich: immer alles, was Ganze betrifft auf einer Harddisk mitnehmen….

So verbringe ich den ganzen Nachmittag mit Baraka um unsere Statuten – in Englisch „Constitution“ (klingt irgendwie viel besser) zu schreiben. Ich lade aus dem Internet eine gute Vorlage runter und es ist eine Heidenarbeit und wird viel umfangreicher als in der Schweiz. Hier müssen aber auch mehrere Dinge berücksichtigt werden, die bei uns selbstverständlich sind, z.B: was macht man, wenn jemand nicht rechtzeitig an der Versammlung erscheint etc. etc.

Wir gehen zum Essen mal richtig „local“ und essen Chapatis mit Bohnen und trinken zwei wunderbare, frische Fruchtsäfte und bezahlen dafür nur KES 420 was etwa 5 Franken sind!!! Mit dem Voxy (ein 7-Plätzer Toyota, der mit mir japanisch spricht…) kenne ich mich immer besser aus und nachdem ich auch mal den Alarm eingestellt habe passieren mir immer weniger Faux-Pas…

Nach dem Essen geht es für mich weiter mit formatieren: wer hat je gesagt, dass Word einfach ist? Ich verzweifle fast mit den bereits im Dokument vorhandenen Vorgaben und gebe es nach 23h auf und stehe dafür am nächsten Morgen früh auf um alles fertig zu stellen, denn die Gründungsversammlung ist auf 14.00 Uhr angesagt und es gibt noch viel auszufüllen und auszudrucken (mein Drucker war eine super Investition…)

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