Von allerlei Tierchen

Mit Baraka mache ich noch ein bisschen Feinschliff und erkläre ihm, was ich mit der komplexen Datei von Olivia im Sinn habe. Ich versuche, die 7 grossen Dateien in eine kleinere umzuwandeln, damit man sie einfacher handlen kann. Ich erkläre ihm, wie Excel funktioniert, d.h. ich habe ja schon einmal ein paar Stunden dafür aufgewendet während meinem letzten Aufenthalt. Jetzt zeige ich ihm, wie man Filter setzen kann – mal sehen, ob er wirklich begriffen hat, wie das funktioniert, wenn wir die Datei auf Dropbox stellen. Das selbstständig Denken geht den Leuten hier wirklich ab, aber man kann ihnen nicht einmal etwas vorwerfen, denn in der Schule wird auch einfach nachgeplappert. Es kann also durchaus sein, dass dir jemand das Thema Aids erklärt mit den genauen Worten, wie er es gelernt hat aber wenn du konkret Fragen stellst, dann können sie diese nicht beantworten, weil sie etwas in eigenen Worten formulieren müssten.

Um 11 fahren wir los auf unseren Ausflugstag. Der erste Halt wird von Salim vorgeschlagen: wir stoppen im Mira Naturschutzgebiet. Dort ist ein wunderbares Community Projekt aufgegleist. Ein überaus eifriger Guide erklärt uns alles über die winkenden Krabben, von denen es gefühlte Tausende auf dem Boden hat, von den 9 verschiedenen Mangroven und allem voran begleitet er uns über die „dancing Bridge“ eine Ganggelibrücke, auf der es einem wirklich fast schwindlich wird. Mit der Zeit fasse ich etwas mehr Zuversicht in die Sicherheit und der Guide singt noch dazu kenianische Lieder. Als er erfährt, wer ich bin ist er ganz begeistert, weil ich schon in den Kayas, den heiligen Stätten der Mijikenda war. Das kennt er kaum von anderen weissen Frauen. Wir sitzen im Bird-Watching Turm und sehen viele Flamingos und andere Vögel. Weder Eva noch ich haben aber einen blassen Schimmer von Vögeln und so gehen wir zu Fuss bald wieder retour und kaufen uns noch ein kleines Souvenierchen und haben am Schluss alle, die da rumhängen irgendwie unterstützt. Eva kriegt sogar noch die Füsse gewaschen.

Dann fahren wir zum Arabuko Sokoke Forest. Ich wollte da schon lange mal sehen, was man alles besichtigen kann, denn ich hatte ein lustiges Missverständnis mit einer Freundin, die sich speziell für Elefanten interessiert. Ich weiss, dass es im Arabuko Sokoke Forest manchmal Elefanten hat aber es gibt auch den „Elephant-Shrew“ und das ist ein kleines Viechlein, das eher wie eine grosse Ratte mit einem Rüssel ist und die nur hier vorkommt. Also es gibt Elefanten und Elefanten und auch Vögel zu sehen. Für die Elefanten braucht man aber viel Geduld oder muss sogar im Park übernachten. Das mache ich dann vielleicht ein anderes Mal aber für heute haben wir keine Lust auf eine 2-stündige ornithologische Tour. Der Guide ist etwas enttäuscht aber noch mehr bin ich über die öffentlichen Toiletten enttäuscht – wahrscheinlich die allergruusigsten, die ich jet in Kenia gesehen habe. Dummerweise kommt mir auch noch das Buch Feuchtgebiete in den Sinn und das wäre fast genügend um eine Infektion auszulösen. In der Ecke steht zudem ein grosser Kasten, wo mal Kondome für Frauen drin aufbewahrt wurden? Es wäre echt einfacher, wenn die Männer Kondome benutzen würden…

Aber für ein so schönes Gebäude, das von 3 verschiedenen Vereinen bewirtschaft wird gehört sich einfach auch ein rechtes Klo. Ich beschwere mich darüber und werde betreten angeguckt, doch das musste jetzt einfach raus. So und weiter geht die Reise.

Wir machen Halt in Watamu und geniessen einen Drink im Hemingway^s einem der besten Hotels vor Ort. Es ist alles so protzig. Es hat Riesenbouquets mit Hunderten von Lilien, unzähligen Rosen aber trotzdem riecht es im WC ganz penetrant komisch von einem Javel-ähnlichen Mittel. Wir geniessen aber die Aussicht und lassen uns von einer übereifrigen Guest Relations Managerin ein Zimmer zeigen, d.h. sie will uns sämtliche Essenszeiten und Details des Hotels zeigen und wir müssen die Handbremse ziehen, sonst wären wir jetzt noch dort, d.h. übernachtet hätten wir dort nicht, denn es ist viel zu teuer.

Ein weiterer Stop bringt uns in Gede, kurz vor Malindi ins Schmetterlinghaus. Das ist ziemlich runtergekommen und es flattern wenige Schmetterlinge herum. Anscheinend machen sie hier „big business“ mit den Schmetterlingen, d.h. sie erhalten von den Farmern die Eier, lassen sie verpuppen und verkaufen die Larven für Blumenausstellungen i Aufn die ganze Welt. Die armen Dinger leben nämlich nur 30 Tage. Also Eva und ich können uns kaum vorstellen, dass das wirklich big business ist. Die Dame, die uns alles erklärt schälft beim sprechen fast ein und phasenweise spricht sie mit dem zweiten Guide zusammen synchron, worauf ich sie frage, ob der Kollege von ihr lernen müssen. Dann hört sie zum Glück mit diesem irritierenden Nachplappern auf. Ein paar der Schmetterlinge liegen einfach da und sie meint nur: this one is dead… darauf wären wir selbst ohne Führung gekommen. Die Schmetterlinge betrinken sich am Palmwein, Mnazi – kein Wunder, dass sie dann so wirr herumflattern. Auf Ruinen haben wir keinen Bock und der Rest von Malindi ist auch schnell besichtigt. Es hat immer mehr Verkehr hier und so sind wir froh, bald wieder retour und unserer Oase Kilifi Bay zu sein. Wir essen noch in Olivia’s Lieblingsrestaurant neben der Kobil Tankstelle ein Chicken. Das Restaurant wird jeden Abend auf dem Parkplatz der Tankstelle aufgebaut, wo tagsüber die Autos repapiert werden- Es hat richtig viele Leute und wir amüsieren uns über dies und jenes.

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