Leben in drei Welten

Unser letzter Tag in Kenia und ich weiss, dass er streng wird. Ich habe noch eine grosse Shopping-Liste auf dem iPad und mit Peter zusammen wird sie immer grösser. Eva sagt, dass sie das Land nicht verlässt, bevor sie nicht die Kitschuhr mit Peter und meinem Portrait aufgehängt hat und ich weiss, dass ich die Unterlagen für die Registrierung von Pro Ganze und das Budget noch fertig machen muss. Auch die Vorbereitung für den Antrag für Andrea und ihr längeres Visum steht bevor.

Im Nakumatt gibt es dann auch wieder neue Herausforderungen: mein Modem wird aktualisiert. Es hat nicht funktioniert, weil ich es länger als 3 Monate nicht benutzt habe und so muss ich zuerst wieder Geld draufladen. Peter will mit meinen Bonga-Points (etwas ähnliches wie Cumulus Punkte bei Safaricom) ein neues einfaches Handy kaufen, weil er denkt, dass er mit dem Blackberry nicht zurecht kommt. Als Ausrede benutzt er aber, dass man das nicht so schnell klauen möchte. Sein Problem sind aber die Daten, die er noch auf dem uralten Nokia-Knochen hat. Sie werden ihm jetzt mit Bluetooth rübergebeamt. Ich habe keine Ahnung, warum er nochmals eine neue Telefonnummer dafür braucht aber ich versuche es auch nicht zu verstehen. Beim Warten fällt mir ein Solarlicht auf, das wie M-PESA über das Handy bezahlt werden kann http://www.bloomberg.com/news/2012-10-04/kenya-s-m-kopa-offers-cheaper-solar-power-to-off-grid-villages.html. Ich schicke die Info an meine Freund Joshiah von Solafrica in Basel und er zeigt mir dann auch auf, dass das eine Geschäftlimacherei ist. Alles kommt aus China, man kriegt keinen Support, wenn etwas kaputt ist und damit wird auch noch den Ärmsten der Armsten Geld aus der Tasche gelock.t Ach, es gibt so viele Dinge, denen ich nachgehen möchte, so viele Dinge, die für Ganze sinnvoll wären. Eva hat sich jetzt mal auf das Thema Fahrräder eingestellt und ich bin gespannt, was sie da alles rausfinden wird. Mit den Ideen alleine ist es halt noch nicht getan, die muss dann auch jemand nachverfolgen und dort beginnt die Arbeit erst recht. Somit bin ich froh, wenn auch du liebe Blogleserin, lieber Blogleser deine Ideen einbringst, abklärst und am allerliebsten noch direkt durchziehst. Ich weiss: „wishful thinking“ aber nur so funktioniert es, siehe Beispiel Olivia, Andrea und jetzt auch Tanja und Monika. Solche initiativen Menschen zu finden und dann auch im Einsatz zu sehen ist eine wahre Freude und ich verneige mich mit einem riesengrossen DANKESCHÖN vor ihnen!

Retour zum Safaricom Shop: die Damen haben fast alle einen Zuckerstengel im Mund, mit dem sie arbeiten und den sie dann auch mal  rausnehmen und irgendwo damit kleben bleiben. Die Arbeitsmotivation ist manchmal echt kurlig und wir würden meistens durchdrehen aber hier ist es immer wieder verwunderlich wie alles überhaupt funktionieren kann.

Eva geht auf Souvenir-Shoppingtour und wir arbeiten unsere Einkaufliste ab danach gibt es nochmals Cappuccino und Bier im Artcaffé und wir amüsieren uns über die verschiedenen Leute, die hier ein- und ausgehen. Nairobi ist eine komplett andere Welt als Kilifi und Ganze. Ich lebe also jetzt nicht nur in 2 sondern plötzlich in 3 Welten!

Der Tag vergeht wie im Flug, auf dem Parkplatz vor dem Haus bereiten sich heute 2 Hochzeiten vor, ich stelle alle meine Dokumente fertig und drucke Peter’s Foto aus, da es im ganzen Shoppingcenter keine Möglichkeit gab Passfotos zu machen und muss mich ziemlich beeilen damit ich alles hinkriege. Aber Eva kocht noch ein feines Essen: sie macht einen tollen Salat aus den sagenhaften Kenia-Tomaten, Zwiebeln und Feta-Käse und wärmt die Resten von gestern auf. Zum Schluss gibt es noch einen Löffel feine Glacé. Wir beenden den 3-wöchigen Aufenthalt wie wir ihn begonnen haben: wir stossen an auf eine gelungene Zeit, eine wunderbare Freundschaft und eine ebensolche Zukunft!

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