Devolution oder Revolution?

Wir verbringen die Tage mit allerlei Meetings, teilweise sehr erfolgreichen, wie beim CDA (Community Development Authority), wo uns ein sehr intelligenter Managing Director einiges an Hilfe zusichert, teilweise frustrierende, weil sie nicht enden wollen und uns zum warten zwingen. Ich beginne, meine Geschenke an die Mitarbeitenden von Peter zu verteilen und es ist richtig herzig, wie sehr sie sich freuen, über die personalisierten Caran d’Ache Kugelschreiber. So etwas hat noch niemand besessen und ich habe wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Hotel informiert plötlzlich, dass der kleine Preis, den wir im Oktober hatten nicht gewährt werden kann, da das Hotel fast ausgebucht sei und wir überlegenuns ernsthaft auszuziehen. Es würde mich aber auch sehr angurken, jetzt weg von den Annehmlichkeiten wieder in ein simples Zimmerchen zu wechseln aber wir kalkulieren noch, wie wir es bezahlen können… Das Internet ist eine Katastrophe und nicht nur das Internet aber überhaupt die Telefonverbindung. Ich bin noch am updaten der Schul-Liste von Olivia und Esther möchte eine Kopie des Deckblattes, damit sie weiss, wo die Schulen sind, bei denen die meisten Schüler so weit laufen müssen. Ich habe zwar gute Ideen, wie Screen mit dem iPad fotografieren und dann das Bild schicken, weil es manchmal so besser funktioniert aber nach ¾ Stunden gebe ich moskitoverstochen auf und gehe ins Bett.

 Ich erhalte von der neuen Community Workerin Christine meine Agenda für die nächsten 10 Tage: ich habe noch viel vor – ihr werdet darüber lesen… Bei allen Diskussionen stellt sich heraus, dass die neue „Devolution“, d.h. dem Staat weniger und den Counties mehr Macht zu geben sich überhaupt nicht bewährt. Die Governors, die ein County regieren benehmen sich wie wenn sie der Präsident von Kenya wären und nennen sich H.E. (His Excellency). Das wurde ihnen jetzt vom Parlament aus verboten, wird aber immer noch so gemacht. Die 4 MCAs (Member of County Administration) aus Ganze benehmen sich ähnlich grosskotzig. Das Problem ist aber, dass sie keinerlei Bildung haben, manchmal nicht einmal bis zur Sekundarschule. Sie bereichern sich selber und geben nicht einmal die Schulgelder, die sie erhalten an die Kinder weiter. Und alle heben nur die Schultern und sagen: da kann man nichts machen. So viel Ungerechtigeit macht mich so böse, ich koche manchmal fast for Wut! Ich merke einmal mehr, dass ich einfach mit Pro Ganze dort helfen muss, wo ich es für wichtig und direkte Hilfe anschaue – unabhängig davon, was rundherum läuft. Am Schluss werden es vielleicht nur wenige sein, denen wir helfen konnte aber wenigstens sehen wir direkte Resultate. Aber wird es eine „Revolution“ geben weil alle so schlecht behandelt werden von den MCAs? Das glaube ich trotz allem nicht – lieber sucht man einen anderen Schuldigen – das könnte dann auch der MP sein einfach weil man hier immer das schöne Blame Game spielen möchte.

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