Frusttag eingezogen

Nach einem entspannten Tag rund ums Hotel bringen wir Doris schon wieder an den Flughafen zurück. Die Strecke nach Mombasa ist immer unberechenbar wegen des Verkehrs aber wir sind früh genug am Flughafen. Ich habe dieses Mal gut aufgepasst wo man durchfahren muss, denn ein möglicher Fluchtweg muss immer offen bleiben – kleiner Scherz, ich schreibe es natürlich für Esther und Peter auf… Zum Glück ist die Abschiedszeremonie kein Drama. Peter hat seiner Tochter Doris erklärt, dass es für sie vorteilhafter ist, ab und zu nach Kenia zu kommen, auch wenn es mit unbezahltem Urlaub ist. In Kenia kann sie maximal CHF 300 verdienen. Ich denke das wurde ihr ebenfalls klar und somit gurkt es sie zwar an, wieder in die Kälte zu reisen aber sie hat wirklich eine gute Zeit erlebt. Ihr Übergepäck werde ich mitnehmen, ihre vergessenen Schuhe beim Schuhmacher abholen und halt alles tun, was eine “Stief-Mami” so tut…

Im Hotel ist wieder vollkommen tote Hose. Sie bauen nicht einmal mehr das Buffet auf weil es vielleicht insgesamt 8 Gäste hat – einfach eine beelendende Situation… Wir haben etwas Zeit mit Wieser zu sprechen und ihr Bündnerfleisch und den Nespresso aus der mitgebrachten Maschine zu geniessen! Sie sind wirklich ein spezielles Paar und haben ganz viele Fähigkeiten. Sie wären optimal, wenn sie sich hier in Kenia voll einsetzen könnten aber sie sind halt noch nicht pensioniert und haben noch viele Verpflichtungen. Aber sie könnten einen Garten gestalten und einen Gemüse- und Kräutergarten anlegen, bauen, putzen, metzgen, Busse fahren, stricken, nähen, kochen und vieles mehr. Mit solchen Menschen macht es schon Spass! Sie packen an, haben Ideen und sind einfach superzwäg und haben ein riesengrosses Herz! Natürlich zeigen sie mir auch alle Unzulänglichkeiten dieses Landes auf und das bringt dann auch meinen Frusttag, den ich einmal pro Aufenthalt habe. Ob der Fülle der Probleme könnte ich manchmal verzweifeln, denn wo ich hinschaue wird Geld gebraucht und Hilfe… Und die Eigenleistung der Kenianer lässt zu wünschen übrig. Im Bewusstsein, dass alles ein Tropfen auf einen heissen Stein ist entscheide ich mich aber immer wieder, doch dieser Tropfen zu sein.

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