Peter braucht einen Appenzeller

Letzte Meetings in Kilifi mit Christine und Baraka. Peter stellt sie offiziell als Program Director für Pro Ganze Projekte ein und ich mache Baraka noch Dampf zu einigen unfertigen Projekten. Er ist zwar lieb und gar nicht dumm aber einfach brutal langsam. Aber in diese Christine stecke ich all meine Hoffnungen. Sie ist für unsere Arbeit vollkommen überqualifziert und hat einige universitäre Abschlüsse aber sie ist einverstanden mit einem kleinen Salär, weil sie ebenfalls der Community etwas retour geben möchte. Wir verstehen uns blendend und zum ersten Mal verlasse ich Kilifi mit einem richtig guten Gefühl, dass die Dinge jetzt richtig ins Rollen kommen werden. Für Februar ist ein Youth Camp mit 60-80 Jugendlichen geplant, in dem sie sich ganz verschiedene Fähigkeiten aneignen können. Andrea Schläppi aus der Schweiz hat das alles in Gang gebracht und Christine klopft jetzt alle möglichen Donors ab, die ihren Teil dazu beitragen können. Eine Muzungu (Ausländerin) hat nämlich keine Chance, lokal Geld zu erhalten, da die Muzungus normalerweise ja Geld bringen und nicht danach fragen… Andrea ist jede Woche in den Wards und macht Motivationsgespräch mit den Jugendlichen, die sonst keine Perspektive haben, weil es in Ganz keine Arbeit gibt. Ihnen ein Selbstbewusstsein zu geben bzw. aufzubauen und ihnen zu zeigen, wie sie sich selber helfen können ist das grosse Ziel.

Der Rückflug nach Nairobi und für mich in die Zivilisation verläuft reibungslos und in unserer Wohnung ist es echt wie zuhause. Gerade bei der Ankunft gibt es ein Treffen aller Mieter (bzw. Besitzer). Niemand ist zufrieden mit dem Management und sie möchten eine Mieterorganisation gründen, die sich für die Anliegen einsetzt. Pro Block wird ein Vertreter gewählt. Ich halte Peter davon ab, sich zu melden, denn er wird ja kaum anwesend sein. Aber er stellt sich zur Verfügung falls es Fragen bezüglich Facility Management gibt, denn das ist ja sein angestammter Beruf.

Unser Nachtessen ist ganz schweizerisch: Bündnerfleisch und ein Raclette mit Kartoffeln und Silberzwiebeln und einem Appenzeller zum Abschluss, denn Peter hat sich buchstäblich „überfressen“ weil er so Freude hat an diesem Gruss aus der Schweiz. Nicht einmal ein Weihnachtsguetzli von Mamush bringt er runter…

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