Keine Zeit zum Bloggen – bin auf Shopping Tour

Auf dieser Reise habe ich noch kein einziges Mal
gebloggt, auch wenn ich genau so viel erlebt habe wie auf meinen früheren
Reisen. Einige Dinge wiederholen sich natürlich und doch sind sie anders… Ich
merke, dass meine Bemühungen, Kisuaheli zu lernen, ihre Früchte tragen und ich
viel mehr verstehe als vorher. Das bedeutet, dass man mir nicht immer erklären
muss, wohin wir gehen, was wir dort tun etc. Es erleichtert alles.

In Nairobi habe ich eine geniale Homepage von „EXPATS“
gefunden. Dort tauschen sich Leute aus, die in einem anderen Land wohnen. So
konnte ich z.B. bereits herausfinden, wer unsere JURA Kaffeemaschine flicken
kann – und damit meinen Peter unsäglich glücklich gemacht –  und ich habe bereits einen Swahili Lehrer
gefunden, den ich in Zukunft engagieren werde. Die Kaffeemaschine hatte
übrigens ein Problem, weil die Schwester von Peter Wasser in den
Bohnencontainer geleert hat – sie kriegt ab sofort absolutes Kaffeemaschinen-Kaffetrinkverbot
und eine Büchse Nescafé…

Überhaupt fühle ich mich in Nairobi wohl, hier finde
ich mich schnell zurecht, treffe spannende Leute, finde  interessante Events etc. Einzig der Transport
ist ein Problem. Leider habe ich den Audi Q7 nie zu Gesicht bekommen, weil er
nämlich auf dem Weg zum Flughafen den Geist aufgegeben hat. Ist ja nicht normal
für ein fast neues Auto aber darüber sollen sich  Peter und der Autohändler streiten. Ich muss
mir also immer ein Taxi organisieren. Die sind zwar problemlos verfügbar aber
jedes Mal muss ich den Betrag verhandeln und wenn ich shoppen gehe, dann muss
ich mich daran gewöhnen kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich ihn 2-3
Stunden warten lassen. Das gehört hier mit zur Job Description eines
Taxifahrers.

Besonders hart war der Tag, als ich auf Reko-Reise für
die Möbel im Haus ging. Blog-LeserInnen erinnern sich: wir haben bisher ein
Sofa, einen Esstisch mit Stühlen und 2 Betten… Ich bringe mich also in
Shopping-Mood: nicht aufregen, alles gelassen nehmen, zuerst schauen, dann
kaufen, Beispiele und Muster vorher im Internet recherchieren und dann
ausgedruckt mitnehmen. So gewappnet mache ich mich mit Sammy auf den Weg. Zum
Glück befinden sich alle Läden an der Mombasa Road und nur mein „Fallback-Laden“
(sauteuer aber genau mein Stil…) ist an einem anderen Ort…

Wir klappern alle Läden ab und ich mache mir einen
richtigen Spass aus dem Ganzen. Ich erinnere mich an die vielen Verkaufs- und
Verhaltenstrainings, die ich schon selber gegeben habe und lache mich teilweise
fast kaputt ab den Verkäuferinnen und Verkäufern. Der eine muss von der
Empfangsdame etwa 2x aufgefordert werden, mir zu helfen. Seine Hilfe besteht
dann darin, mir mit schlurfendem Gang (ich HASSE das…) hinten nach zu laufen
und dabei mit seinem Handy zu spielen. Ein Sofatisch gefällt mir aber seine
Antwort ist: it is part of a set… ich müsste auch die hässliche Polstergruppe
mit dazu kaufen… Ich überlege mir, ob ich ihn auf sein Verhalten ansprechen
soll, aber da ich bestimmt nie mehr in diesen Kitschladen kommen werde lasse
ich es sein. In anderen Läden verteile ich dann aber auch Komplimente, weil sie
sich eine derartige Mühe geben, dass ich wirklich begeistert bin. In einem
Laden werde ich sogar noch gefragt ob ich eine Interior Designerin sei.
Wahrscheinlich weil ich mit meinen Mustern gekommen bin und sehr gezielt den
Laden abgegrast habe. Immer wieder höre ich von den weiblichen Verkäuferinnen:
I like your haistyle. Meine Haarschnitt ist genau so, wie ihn sich momentan
viele Frauen hier wünschen: „Bob-Style“ und daher sind auch viele der Perücken
für die Kenianerinnen in diesem Stil. Vielleicht muss ich mal Judith Ebneter
aus Goldach hier runter schicken. In Nairobi hält mein Bob-Style auch ganz gut
aber in Ganze ist er hoffnungslos: zerzaust und wild sehe ich auf den meisten
Fotos aus – aber who cares…

Fazit meines Shopping-Tages: es gibt 2-3 echt gute
Möbelläden und ich wurde für alles, was ich wollte fündig. Ein schöner
Sofatisch, ein passender Teppich, 1 Sideboard und ein Geschirrschrank sowie
einige farblich abgestimmte Accessoires gehören zur Nairobi Wohnung. Das mit
der Lieferung ist dann nochmal ein separater Eintrag und eine längere
Geschichte.

Als nächstes mache ich mich noch an die Kreativarbeit.
Ich habe im Sinn, ein Bild zu malen, das eine Stimmung von der Sicht im Kilifi
Bay vermittelt: Himmel, Meer, Strand – aber abstrakt als meditative Stimmung.
Mal sehen, ob das erfolgreich wird. Ich habe als Vorlage die wunderschönen
Bodenseebilder von  Regula Baumgartner
aus Horn, die bei einer Freundin in Arbon hängen und die Fotos, die ich in
Kilifi gemacht habe. Daraus werde ich mein „Kunstprojekt“ beginnen. Sobald ich
Material und Idee zusammen habe werde ich mich wieder melden.

Die Shopping-Queen
of Nairobi lässt grüssen!

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