Gäste – neue Aufgaben

Wow – fast einen ganzen Tag mit meinem Mann alleine!
Natürlich ging er viel zu schnell vorbei. Wir planen einiges und irgendwie
macht es Schwupp und es ist schon wieder Zeit um an den Flughafen zu gehen und
Olivia Bosshart (Primarlehrerin aus Altnau) und ihren Götti (retired ETH IT
Supporter Zentrale Organe) abzuholen. Das machen wir nicht mit einem Taxi
sondern mit 2 Autos von Peter’s Schwester Mary. Sie und ihre Tochter Linda
fahren wie Berserkerinnen durch Nairobi – aber ich nehme an, das ist die
einzige Art und Weise wie es funktioniert. Wir sind auf jeden Fall in no time
am Flughafen und warten dann auf die beiden neuen Arrivals. Nach der
Begrüssungszeremonie möchten wir nachhause fahren aber beide Autos haben einen
„Metallschuh“ dran und es sieht nicht danach aus, dass wir gleich wegfahren
könnten. Aber wozu hat man Connections? Per Zufall hat Mary mit dieser Frau
Polizistin 10 Jahre zusammen gearbeitet und als dann noch bekannt wird, dass
Peter MP ist werden die Schuhe wieder abmontiert und wir können nachhause und
das feine Essen, dass sie für uns liebevoll gekocht hat geniessen. Auch die 1.5
Liter südafrianischen Weines leeren wir problemlos beim gemeinsamen Update.

Am Sonntag ist Peter mit Kopfschmerzen auf offizieller
Mission unterwegs: der Präsident weiht zusammen mit dem tansanischen
Präsidenten ein neues Stück Strasse an der Grenze ein, dass die Reise von 14
auf 2 Stunden verkürzt. Das nenn ich mal Effizienz!!!

Wir drei machen uns auf den Shopping-Trip. Aber nicht
etwa für Kleider und Hausgegenstände sondern für unsere SIM Karten und
Schulmaterial. Bei Safaricom stehen wir zwar lange an aber es geht dann doch
total reibungslos. Wir eröffnen Telefonkonten (CHF 1.—für eine SIM Karte) und
machen auch gleich noch ein MPESA Konto – womit wir dann Geld hin und her
transferieren können: die genialste Bezahlungsmethode.

Auch die Bücher für die Schule in Ganze finden wir
problemlos: es hat eine Riesenauswahl und wir kaufen, was das Zeugs hält. Für
jede Klasse etwas und dann auch noch schöne Bilderbuchgeschichten für die
Kleinen. Seit ich mein CAS gemacht habe bin ich auch sehr vorsichtig, welches
Material ich wähle: keine Geschichten mit süssen kleinen blonden Mädchen, die
rosarot angezogen sind und einen reichen Papa haben… nein Hippo, Zebra, Löwen
und Kinder mit dunkler Haut und schwarzen Haaren kommen darin vor. Dann noch
ein paar anschauliche Poster zu allen möglichen Themen (inikl. Sexualkunde) und
den dazu gehörenden Container. Onkel Peter belehrt und, dass Plastik besser ist
als rostendes Aluminium und wir lassen uns überzeugen. Einmal geht uns Onkel
Peter verloren aber er erhält Hilfe von einem Security Mann, der ihm dann noch
einen Lunch „abschnorren“ will. Solche Dinge nerven tatsächlich immer und
überall.

Im Nakumatt kaufen wir einen horrend teuren aber
megafeinen Emmentaler und andere Goodies und am Abend kommt dann meine erste
Krise, denn wir müssen wieder über das Thema Geld diskutieren aber das ist
immer ein leidiges Thema – ich werde es hier gar nicht ausführen aber es wurde
ziemlich anstrengend.

Plötzlich kippte meine Stimmung in hysterisches
Lachen, denn Peter erzählte von seiner Schwester Mary. Sie erhält einen Job als
Vorsitzende der kenianischen Filmkommission – aber sie hat vom Thema echt
keinen blassen Dunst – ihr Bruderherz hat ihr das ermöglicht und sie weiss noch
nicht einmal selber, was ihr bevorsteht… mich nimmt ja Wunder, wie das
funktionieren wird und ich renke mich vor Gröhlen gar nicht mehr ein. Ich habe
eine Freundin in der Schweiz, die jeweils das FIFF (Festival du Film de
Fribourg) geleitet hat und das ist ja „nur“ ein Festival in der Schweiz und es
war bereits ein Megajob…. aber nein: sie wird Vorsitzende der gesamten Kenia
Filmkommission… Ich verstehe zwar die Welt nicht mehr aber ich verstehe, dass
hier tatsächlich alles möglich ist.

 http://www.kenyafilmcommission.com/

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