Dreiste Manager und dralle Frauen

Auf den Mittag treffen wir den CEO vom CDF (Community Development Fund) quasi der Chef der Geldgeber von Peter. Ach wie schön: jetzt können wir endlich so richtig auspacken, was den korrupten Fundsmanager anbelangt, den Peter entfernen liess und der seither gegen ihn schiesst! Er wurde nach Homa Bay versetzt und hätte dort beinahe wieder 16 Millionen Kes (160’000 CHF) veruntreut! Er konnte aber gerade noch ertappt werden. Das hielt ihn ja nicht davon ab, Bilder von seiner neuen Hütte, dem neuen Auto etc. auf FB zu posten. Echt ein dreister Kerl!
Dass Olivia und ich ausgepackt haben beeindruckte den Herrn schon, denn er hat gemerkt, dass wir kein politisches Interesse haben und unsere Zeit und unser Geld aufwenden um zu helfen. Ob es dann was nützt: wir werden sehen!

Nach aufeinanderfolgenden Schnellbesuchen auf der Toilette und einer kurzen Stadtrundfahrt durch Nairobi kam noch einmal kurzes Bücher- und Lernmaterial-Shopping auf! Blöd, dass ich meine geliebten Wachsmalkreiden nicht mitgenommen habe aber Flipchartpapier, Post-it Zettel, Blöcke und Schreiber haben wir aufgetrieben und ich kriegte gleich Lust auf die Schulung. Onkel Peter fragte zwar, wozu ich denn diese vielen Post-its brauche aber offensichtlich war er noch nie in einer Schulung von mir. Da steht halt Kreativität ganz oben und gelernt ist gelernt: Didaktik muss sein! Das merke ich dann auch später, als ich Peter’s Folien für die Schulung nochmals anschaue. Er hat sich so viel Mühe gegeben um ja nichts zu vergessen, aber wie er es rüberbringen wird, darauf bin ich selber gespannt. In der Zwischenzeit sind 20 Leute angemeldet! Die Nervosität steigt bei Onkel Peter aber ich werde wie ein Schutzengel hinter ihm stehen und mal den ersten Tag abwarten. Ich weiss auch noch nicht, was uns erwartet. Eine spannende Erfahrung wird es allemal. Wir kopieren alle Daten auf Datensticks, verpacken die Laptops sehr strukturiert: alles ist angeschrieben, akribisch vorbereitet und der Bodyguard fragt mehrmals, warum alles angeschrieben sei. Er versteht es nicht aber Peter bringt Ordnung rein – ob er das auch bei den Studenten schaffen wird: we shall see… Wir verpacken etwa 500 kg an Material in Koffer und laden das “Ganze Beast” (unser Auto wurde nach Obama’s Besuch mit seinem “Beast”=Riesenvehikel mit Top Securityeinrichtung- so genannt).

Zum Znacht haben wir dekadent eingekauft: Greyerzer, Emmentaler, Salami, Oliven für ein halbes Vermögen und dazu feinen Rotwein aus Kenya’s Rift Valley! Wir treffen noch letzte Vorbereitungen, Peter Nadal und Peter Federer killen mit den elektronischen Schlägern sämtliche Mücken und um Mitternacht stossen wir auf meinen Geburi an! Ein wunderschönes Salatbesteck aus Mahagoni (mit Zebramuster versteht sich!) und ein krass süsses Geburtstagschüechli mit assortierter Kerze und lautes Singen läutet mein 8×7 ein! Für die Astrologen unter euch: es hat vor 1 Jahr eine ganz spezielle Zeit mit Mondknoten begonnen (wechselt alle 29 Jahre) und der Planet Lilith beeinflusst mich in nächster Zeit wesentlich. Das passt mir sehr gut: ich fühle mich nämlich grad göttlich!!!

Nicht so am nächsten Morgen, denn wir verschlafen aus verschiedenen Gründen: Hon. Peter weil er endlich seine Frau wieder neben ihm hat, Olivia weil sie den Wecker falsch gestellt hat, Onkel Peter weil er nach einem Mückenkampf nochmals ins Komma fällt und den Wecker nicht hört und ich weil ich auf dem iPad noch CH-Zeit habe und mich wundere warum es um 6 schon so extrem hell ist!!!

Ich glaube, wir sind in 10 Minuten bereit und fräsen ohne hässig zu sein mit Mike dem Chauffeur an den Flughafen. Problemloser Flug ins tropische Mombasa und dann nach Kilifi für meine herrliche Geburtstagsfeier im besten Restaurant: Nautilus direkt am Creek. Das Menü ist schlichtweg ein Traum: Seafood-Platte, yummy Gemüse, feines Dessert, das schrägste kenianische guggenmusikmässige Geburtstagsständchen mit Löffeln und Pfannen (eine landet noch auf meinem Kopf), einem ganz kitschigen und einem ganz schönen Geschenk und natürlich sehr sehr viel Gelächter und interessanten Diskussionen rund um Kultur und Schönheitsvorstellungen von Kenianern und Muzungus! Kurz gefasst: grosse Männer mit etwas Muckis und seidenfeiner Haut sowie Frauen mit Rundungen entsprechen unseren gemeinsamen Idealvorstellungen! Dazu natürlich die inneren Werte – davon haben alle am Tisch ganz viel und wir werden sie in den nächsten Tagen noch unter Beweis stellen können! Wir freuen uns auf Ganze!!!

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