Hilfe hier, Hilfe dort. Für das Solarprojekt wird sie JETZT gebraucht!

Die zwei letzten Tage in Kilifi brauche ich für die Besprechung der Projekte, die anstehen. Während Onkel Peter und Olivia beschäftigt sind mit Kleider und Ziegen ausliefern (witzige Videos auf Olivia’s FB Konto) diskutiere ich mit Safari, der Supervisor für die Solartechniker ist. Was ich beim letzten Besuch schon vermutet habe, beweist sich jetzt: er ist ein absoluter Glücksfall für uns. Er war mehrmals in der Schweiz und hat bei Bauern ausgeholfen. Er spricht sogar recht gut Schweizerdeutsch. Er hat lange in Homa Bay im Sara Obama Solar Training Center bei Joshiah Ramogi gearbeitet, der unsere Leute ausgebildet hat. Auch er war einer der Instruktoren meiner 16 jungen Frauen und Männer. Somit haben sie bereits den Respekt für ihn, denn sie wissen, dass er mehr kann als sie.

Irgendwie scheint er die positiven Seiten der Schweizer integriert zu haben: zuverlässig, vertrauenswürdig, fleissig und präzis. Seine Abrechnung ist minutiös und wirft bei mir keinerlei Fragen auf. Ich zeige ihm in Excel einige Tipps und Tricks und er flippt fast aus vor Freude: „wenn ich das alles nur schon früher gewusst hätte, dann wäre mein Leben viel einfacher gewesen“ meint er mit einem riesigen Lachen und Kopfschütteln. Er ist voll motiviert und ich verspreche ihm 2 Laptops für die cleversten Techniker, damit sie die komplexen Kalkulationen nicht selber machen müssen. Wegen meinem Harddisk-Crash in der Schweiz hatte ich leider die superkomplexe Kalkulation, an der ich im August während Tagen gearbeitet hatte verloren. Ich muss meine Hirnzellen also erneut aktivieren.

Im Solarprojekt Light Up Ganze haben wir zwei grosse Probleme: das eine ist der Transport, denn Ganze ist so gross, dass es schwierig bis unmöglich ist mit öffentlichen Mitteln (was heisst hier „öffentlich“… das sind Töfftaxis und manchmal kleine Busse auf wenigen Strecken). Aber genau die Leute, die weg von der Elektrizität und somit weg von der Zivilsation sind können Solar brauchen. Da müssen wir unbedingt noch 3 Piki Piki finanzieren können. Das zweite Problem ist das Geld für die Materialbeschaffung. Hier wurde ich etwas eingelullt von den Versprechungen, die mir gemacht wurden von Ramogi. Er wollte mich mit Investoren zusammen bringen, die die Solarpanele vorfinanzieren können. Aber nachdem ich jetzt gesehen habe, wie sehr sich die Leute hier einsetzen, wie sie chrampfen und auf die Dächer steigen unter den widrigsten Bedingungen werde ich ein Dossier zusammenstellen und damit dann hoffentlich Leute finde, die diese geniale Idee in der Schweiz unterstützen. Sorry liebe Blogleserinnen und liebe Blogleser: ich frage jetzt schon wieder: wer kann da weiterhelfen und kennt Firmen, die ein paar Tausend Franken in Light up Ganze investieren können? Bitte schreibt mir direkt an barbara.fuhrer@bluewin.ch. Ich schicke dann sofort Infomaterial, wie die Unterstützung geleistet werden kann. Vielleicht überlegt sich die eine oder andere Firma (oder Raiffeisenbank) anstatt Kundengeschenke in dieses Projekt zu investieren? Die Entwicklung könnt ihr live mitverfolgen und euer Geld ist gut investiert! Wenn wir 10 Leute finden, die bereit sind CHF 3‘000 zu investieren, dann sind wir aus dem Schneider. Zusätzlich noch 3 Töffs zu CHF 1‘100 und das Business wird sich selbst finanzieren! Ich hoffe so sehr, dass mein Blog die richtigen Leser erreicht. Anstatt Negativzinsen zu zahlen ist dieses Projekt doch viel sinnvoller und nachhaltiger in mehreren Belangen!

Mit Christine diskutiere ich dann, dass wir in Zukunft Pro Ganze komplett von Peter’s politischer Arbeit trennen müssen. Das war ja schon immer das Ziel, aber solange ich niemand anderem trauen konnte mussten wir so wirtschaften. Er hat ja auch viele Male ausgeholfen mit der Bezahlung aus der eigenen Tasche, was natürlich auch nicht vorkommen dürfte. Aber anders lassen sich die Probleme gar nicht lösen. Die Container würden heute noch im Hafen von Mombasa stehen, wenn er nicht eingegriffen hätte und dann hätten wir in der Schweiz die schlechte Presse gehabt. Diese ganze Geldgeschichte ist einfach zermürbend. Die kenianische Mentalität kommt uns auch nicht entgegen. Weisse Person = reich! Das hat Peter während dem Wahlkampf geholfen, da sie dachten, es würde dann Geld in Strömen fliessen aber jetzt ist es manchmal nur hinderlich, weil alle glauben, der hat es ja nicht nötig, der ist ja sowieso ein Millionär weil er so lange in der Schweiz gelebt hat und seine Frau jetzt drei Mal im Jahr nach Kenia reisen kann. Also stellt er sich sogar ein Bein, wenn er mich an ein politisches Meeting mitnimmt, denn dann fliessen die Gelder gar nicht mehr. Also mein Entschluss steht fest: jetzt wo uns nach einem ganzen Jahr hin und her die Registrierung der lokalen NGO gelungen ist werde ich mich – wie die anderen Frauen der MPs – nur noch im Hintergrund bewegen. Ich werde ihm moralischen Support geben, ihn aufpäppeln, wenn er sich zu fest aufregt, ihm bei der Organisation von Dingen helfen aber parallel mein eigenes Ding mit Pro Ganze machen und ihn da auch vollkommen raus lassen. Das wird uns beiden helfen und so haben wir hoffentlich bald keine Vermischung mehr. So kann es klappen und so planen wir es.

Am Abend können Olivia und ich unsere kenianischen Kleider bei der Schneiderin abholen und Christine kocht uns unser „Abschiedsessen“, denn morgen geht es schon wieder retour nach Nairobi, wo noch weitere Besuche anstehen. Die 2 Nächte Safari mussten wir streichen, da wir am Donnerstag Morgen früh eine Audienz beim neuen Botschafter erhalten (der einzige mögliche Termin) haben und daher bereits am Mittwoch fliegen müssen. Aber so wie ich das jetzt spüre, kommen Olivia und Onkel Peter bestimmt wieder zurück und die wilden Tiere werden sich auch dann noch über unseren Besuch freuen!

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