2016 Januar 11/12/13 Tausend Ideen und Ufeschnudärä

Meine Ideen kann ich super mit Christine teilen. Sie war
fast daran aufzugeben, denn diese Ganze-Leute sind einfach so eifersüchtig und
weil wir die Verbindung zu Peter dem Politiker nun mal haben verbreiten die
Gegner Gerüchte. Ich frage mich, ob Gerüchte verbreiten und schlecht sprechen
über andere vor allem eine Eigenschaft von dummen und unzufriedenen Menschen
ist. Dann kann ich einen Teil davon vielleicht besser verstehen, weil so sind
die Leute in Ganze: ungebildet und daher verständlicherweise auch unzufrieden.
Aber was die Leute hier nicht verstehen: die beissen echt in die Hand, die sie
füttert. Wie bereits erwähnt haben es die
Leute gemerkt, die Peter ungerechtfertigt beschuldigt haben und daher kein Geld
vom CDF mehr erhalten haben. Aber jetzt geht es weiter mit unserer Christine.
Sie hat mit ihrem Vater zusammen einen Kredit aufgenommen für ein Auto, das sie
jetzt weiter vermietet. Eine clevere Idee, die auch sehr gut funktioniert. Aber
nein: die Leute sagen, dass sie das Auto mit dem Geld der Sparerinnen aus der
Genossenschaft gekauft hat obwohl sie gar keinen Zugriff auf das Konto hat. Sie
bezweifeln, ob sie die richtig Ausbildung hat obwohl sie selber keine haben und
dass sie ein Verhältnis mit Peter hat etc. etc. Sie war wirklich am Rande des
Aufgebens. Und das war ich ja auch schon…

Aber zusammen entwickeln total spannende Ideen – einen
ganzen Tag lang. Fussballturnier, Agrikultur – Peter gibt ihr Land zum Testen –
dann ein grosses Kulturprojekt und vielleicht auch noch einen Song – &  Dance Contest. Und wir beide können wieder
herzhaft lachen und sind wie zwei alte Freundinnen. Wir finden einen Weg
zusammen und sie wird das Frauenprojekt, das nicht zu Pro Ganze gehört, noch zu
Ende bringen und es dann an die Frauen selber übergeben. Sie müssen hier
wirklich lernen selbstständig zu werden. Das Gute ist: wir können offen darüber
diskutieren, sogar mit den Leuten, die anscheinend auch schlecht geredet haben.
Wir haben vieles geklärt und ich bin zufrieden mit meinem Konfliktmanagement!

Im Februar kommen Wiesers (die Konfi- &
Siruphelfer) und werden Platten legen in der Halle im Gemeindezentrum. So
beiläufig fragen sie meinen Peter, ob er organisieren kann, dass alles
ausgemessen ist für den Boden, Türen und Fenster und das Material dann gleich
zur Verfügung stellt. Dass Peter keine Minute Zeit hat, diesen Auftrag
auszuführen ist sonnenklar und so verbringe ich 1 ½ Tage damit „Fundis“
(Handwerker) zu rekrutieren, die diesen Job machen können, organisiere ein
Auto, damit sie nach Marere fahren können und lasse sie mir danach Offerten
unterbreitet. Kein Wunder, hat Peter noch nicht weitergemacht, denn das Ganze
käme auf etwa 10‘000 Schweizer Franken zu stehen mit Fenster und Türen für die
Hale.

Alleine die Auswahl der Platten ist ein Kapitel für
sich – auf jeden Fall recherchieren Wiesers im Internet und finden denselben
Laden, den auch wir kennen – dummerweise schauen sie die Preise in Rand anstatt
in Kenya Schilling an und das ist dann eine 0 zu wenig. Ich hätte es mir auch
nicht vorstellen können, dass gute Qualität hier so billig ist. Ein weiteres
Problem ist aber die Verfügbarkeit: schliesslich sollen die Platten bereit
stehen wenn Wiesers kommen. Ich fahre also nach Mombasa zur Plattenwahl. Der
Laden ist riesig und die Auswahl sehr gut. Aber was dann an Lager ist, das ist
eine ganz geringe Auswahl… Nach langem hin und her werden wir uns einig und
ich kann sogar aushandeln, dass die Ware nach Marere geliefert wird, da die
Bestellmenge gross genug ist. Allerdings muss ich auch 1/3 anzahlen aber das
werden wir schon wieder verrechnen. Den Fundi kann ich auch noch etwas drücken
und so freuen wir uns darauf zu hören, wie es mit diesem Bodenlegabenteuer dann
weitergehen wird. Ihr werdet an dieser Stelle bestimmt wieder darüber lesen.

Schon ist es wieder Zeit abzureisen – ich verteile
noch meine Geschenke an den Chef-Solartechniker, bei dem wir uns auch den
organischen Garten anschauen und mit frischen Mangos und Kokosnüssen versorgt
werden – ihn selber kriege ich leider nicht zu sehen, denn er ist immer
unterwegs mit Installationen. Aber was für ein Goldschatz dieser Mann ist:
seine Aufenthalte in der Schweiz haben ihn wirklich verstehen lassen, was
Zuverlässigkeit und Vertrauen sowie Loyalität ist – ich will ihn klonen!!!

Kurz vor der Abreise reicht es sogar noch für eine
Massage. Ich bin 5 Minuten zu spät weil ich mit Packen absorbiert war. Wie eine
gute Swahili-Schülerin klopfe ich und sage „Hodi“ – quasi die Erlaubnis um
Einzutreten. Da scheint aber niemand zu sein und so gucke ich halt mal kurz um
die Ecke und was sehe ich: die Masseurin schläft ganz friedlich auf der
Massageliege. Ich muss echt grinsen – gehe aber diskret wieder raus und rufe
nochmals mit lauter Stimme „Hodi“ und klopfe dabei wie Knecht Ruprecht an den
Türrahmen. Sie steht dann etwas zerzaust da und die Massage beginnt. Ich weiss,
ich bin extrem pingelig was „Ticks“ anbelangt – einer von denen, die mir am
meisten auf den Kecks geht ist, wenn jemand „ufeschnuderet“, d.h. eine
triefende Nase hat und anstatt mal kräftig ins Nastuch zu schneuzen immer
wieder raufschnüfelt… Vor allem jetzt bei der eigentlichen Entspannung stelle
ich mir vor, wie sie auf meinen Körper tropft und dann beim Massieren alles
verteilt – blödes Kopfkino… Es gelingt mir dann doch noch zu geniessen.

Joshua bringt mich zum Flughafen – gestern hatte er
keinen Sound im Auto und meinte, dass der Zigarettenanzünder halt nicht
funktioniere. Ich erkläre ihm,dass es da Sicherungen drin hat und dass ich die
bei meinem alten Mercedes auch immer selber ausgewechselt habe. Und oh Wunder:
wir haben wieder eine fahrende Soundmachine und das Telefon können wir auch
noch aufladen. Es braucht manchmal so wenig um glücklich zu sein. Wir hören
Bango Sound bis zum Umfallen, aber es verkürzt definitiv die Fahrt zum
Flughafen.

Weil es nur CHF 67 kostet habe ich den Flug mit Fly540
gebucht. Ich finde ja den Airline Namen schon etwas doof, aber als dann das
Flugzeug Bob Marley heisst und auf der Seite einen grossen Bugs Bunny Aufkleber
hat und und die Instruktionen ganz verschnörkelt geschrieben sind – evtl.
Indonesisch – muss ich schon mein Vertrauen in höhere Mächte aktivieren.

Auch das gelingt und der Flug ist superpünktlich – 1 Stunde
später bin ich schon in Nairobi und warte auf Mike, den Taxifahrer, den mir
Peter bestellt hat. Und warte, und warte, und warte und friere und friere. Ja
tatsächlich nach der Küste ist es ganz unangehem kalt – sogar mit Wollschal… meistens
vergesse ich selber auch, dass Nairobi auf 1600 Metern liegt. .natürlich habe
ich jetzt fast keine Batterie mehr beim Telefon und Mike meint dann nur, dass
er noch im Verkehr stecke. Ich merke also, dass er zwar hätte „nein“ sagen
müssen, weil er noch viel zu weit entfernt war aber das hat er sich beim Honorable
nicht getraut und so warte ich über eine Stunde draussen auf dem Bänkli. Da ich
zeimlich viel Bargeld dabei habe will ich auch nicht einen anderen Taxi nehmen
und auch in bin ja loyal – wie ich es von anderen erwarte. Nach über einer
Stunde taucht er auf und im Taxi ist bald schon vergessen, dass ich Zeit
vertrödelt hatte – ich hatte ja noch einige Powerbanks dabei und den Laptop auf
dem ich diese Zeilen schreiben.

Ach, wie ich dieses Klima hier liebe: ich kann wieder
atmen, bin nicht triefend nass vor Hitze und das erleichtert mir auch das
Denken. Ich schaue Mails, News, FB Einträge und dann den Speech von Obama an
die Nation an. 

https://www.whitehouse.gov/sotu

Mein Gott, wie sehr ich diesen Menschen bewundere. Einfach
genial, wie er spricht, was er sagt! Es gelingt ihm immer wieder, mein Herz zu
berühren und was mir am meisten blieb ist das, was die Amerikaner seien: Voices
of unarmed truth and unconditional love – das ist auch mein Wunsch, dass ich
das leben kann: Wahrheit ohne Waffen und Liebe ohne Bedingung! Amen für
heute…

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