2016: Juli 25 Welles Chleid leisch hüt aah?

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Meine heutige Bloggeschichte hat schon mit meinem
schnellen Shoppingtrip in Mombasa begonnen als ich die Kangas gekauft hatte.
Den grünen für Olivia und ein paar andere für mich. Von den meisten habe ich
sogar mehrere gekauft, denn ich werde sie am Samstags-Markt in der Schweiz  im September wieder verkaufen, wenn wir dort
von Pro Ganze einen Stand aufstellen dürfen. Der grüne Stoff war das
Willkommensgeschenk für Olivia, weil das ihre absolute Lieblingsfarbe ist – und
zwar das knallige Grün!

Bei meiner tollen Schneiderin geben wir den Auftrag:
das grüne Kleid für Olivia und zwei Kleider für mich: eins grau/pink und das
andere in Blautönen. Für CHF 14.00 kann ich mir das auch mit dem momentan eher
knappen Budget locker leisten. Wir werden vermessen – bei mir sind es zum Glück
schon etwa 1 ½ inches weniger in der Breite – wir bestimmen die Form, den
Ausschnitt, die Länge und freuen uns schon auf das Endresultat. Die Schneiderin
schickt dann auch schon mal eine Foto von den ersten beiden Kleidern. Ich
schreibe nochmals retour: ja genau – das grüne für Olivia und schau bitte bei
meinem dass die Bordüren schön übereinstimmen, da bin ich nämlich sehr
pingelig. Sie meint nur: ja, ich bin ja noch nicht fertig und ich meine: dann
ist ja alles ok! Das Kleid von Olivia muss nächste Woche fertig sein, weil sie
wieder retour geht.

Am Sonntagabend
kommt die SMS: ich bin fertig und so düsen wir am Montag als Erstes zum
Laden. Wow – die Kleider sind einfach wunderschön, für mich genau so wie ich es
mir vorgestellt habe bzw. noch schöner, weil sie neu vorne eine kreative
Bordüre mit dem Muster gemacht hat. Immer schaut sie auch auf Details, z.B.
dass das Futter (ja die Dinger sind auch noch gefüttert, damit wir auch warm
genug haben… aber ernsthaft: das Futter gibt eine Stabilität und so hält das
Kleid auch länger und fällt besser und schwitzen muss man ja ob mit oder ohne
Futter…) und der Reissverschluss in einer passenden Farbe ist, der Saum in
der passenden Farbe und halt einfach so wie es einer Vollästhetin wie mir
zusagt.

Plötzlich duckst sie etwas rum und sagt, sie müsse mir
eingestehen, dass sie einen Fehler gemacht habe. Als sie gemerkt habe, dass sie
einen Fehler gemacht habe und die Stoffe vertauscht habe sei es ihr so peinlich
gewesen, dass sie nach Mombasa gefahren sei, dort beide Stoffe nochmals gekauft
habe und dann nochmals 2 Kleider geschneidert habe.

Mir kamen fast Tränen vor Rührung und Olivia konnte es
auch kaum fassen. Bei all den Leuten, die uns reinlegen wollen, die uns
hintergehen und nach Geld fragen so etwas zu erleben ist einfach grossartig.
Erfrischend, überraschend und schlichtweg sensationell. Könnt ihr euch
vorstellen, was das bedeutet hat? Womöglich in einem stinkigen Matatu
(Sammeltaxi) in diese noch stinkigere Stadt holpern, die etwa 1 ½ Stunden
entfernt ist, den Laden finden, in dem sie GENAU die Stoffe findet, die ich ihr
gebracht habe, das Geld vorzuschiessen, den holprigen Weg wieder retour und
dann schnell schnell zu arbeiten damit sie fertig wird zur Zeit: wo gibt es
denn so etwas?

Wir sind so etwas von begeistert, dass wir gleich die
jeweils anderen Kleider auch noch kaufen, die sie jetzt als Vorführmodell
behalten wollte. Jetzt ist sie ganz gerührt und ich erkläre ihr: sie darf immer
Fehler machen und diese auch „beichten“ – da ist gar nichts falsch daran. Ihr Supereinsatz wäre sowieso nicht nötig gewesen, denn ich hätte ja noch eine 2. Serie der Stoffe in meinem Zimmer gehabt… Aber
jetzt hat sie gewonnen, weil sie so pflichtbewusst war und ihr könnt sicher
sein: alleine aus diesem Grund kaufe ich auch weiterhin meine Kleider bei ihr.

Die Geschichte nimmt jetzt sogar noch eine kitschig glückliche
Wendung: weil sie diese zwei schönen Kleider im Display hatte ist jemand vorbeigekommen,
der für einen grossen Anlass in Nairobi sehr viele gleiche Kleider braucht und
eine riesengrosse Bestellung bei ihr gemacht hat. Keine Ahnung, was hier für
ein Sprichwort passt aber irgendwie etwas wie: ein Sondereinsatz wird besonders
belohnt!!!

Das einzig Problematische an der Geschichte: Olivia
und ich müssen uns jetzt immer absprechen und so heisst es dann am folgenden
Morgen im SMS auch: Welles Chleid leisch hüt aa???

ߵ��j

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