2016 Juli 26-28 Neue Welten für alle

Die zweite Serie Computerschulung läuft reibungslos und der Beamer von Onkel Peter ist ein Riesenhit: gestochen scharf und deutlich.
Es werden nur 2 anstatt 3 Tage draus weil die Lehrer am Mittwoch wichtige
Meetings haben, da es momentan einige Probleme gibt in den Sekundarschulen, wo
die Schüler aus Protest Feuer legen. Das ist ein gewisser Nachahmeffekt, weil
es in Nairobi gemacht wird. Die Gründe sind vielfältig. Einerseits war es
früher möglich irgendwie an die Abschlussprüfungen zu kommen. Das wurde
blockiert und jetzt haben die Schüler Panik, dass sie die Prüfungen nicht
bestehen werden. Dann sind auch viele Schüler unzufrieden mit den Bedingungen,
weil sie nie nach ihrer Meinung gefragt werden, weil teilweise drakonische
Massnahmen gegen die Schüler gelten etc. aber eben: ein Teil ist einfach das
Nachahmen. Was sie damit anrichten, das verstehen sie gar nicht, denn leiden
müssen ja wieder ihre Eltern, die für den Schaden aufkommen müssen. Vor allem
in einer Schule, in der Peter geholfen hatte traf es ihn persönlich, denn es
kann ja nicht sein, dass er hilft und diese Hilfe durch die Leute wieder
zerstört wird. Peter hat also sofort ein Meeting mit allen Headmasters
einberufen und ihnen gehörig die Leviten gelesen. Sie sollen gefälligst vor Ort
sein und sich um die Anliegen in der Schule zu kümmern. Meetings ausserhalb der
Schule würden sie von den Anliegen entfernen. Ich glaube, sie haben es sehr ernst
genommen.

Genau diese Headmaster waren ja auch unsere Schüler,
zusammen mit drei Solartechnikern. Mit Excel ging ihnen jetzt wirklich eine
neue Welt auf. Für die Schülerlisten, die Noten, die Schulgelder – das wird
ihnen viel Erleichterung bringen. In den Sekundarschulen haben ja auch die
meisten einen Computer und so werden sie das Wissen wirklich anwenden können.
Aber auch in dieser Gruppe ist einer, der noch gar nie einen Computer gestartet
hatte: er ist über 50 und traute sich nie, das Thema Computer noch anzupacken.
Aber wir haben alle gleich respektvoll behandelt und uns Zeit genommen auch den
Anfängern langsam zu zeigen, was sie alles brauchen können. Er war so
fasziniert – er hat dann den Satz formuliert: ich bin euch so dankbar, denn ihr
habt mir jetzt eine neue Welt geöffnet. Ohne euch hätte ich mich nie getraut,
einen Computer zu bedienen. Jetzt werde ich weiter lernen weil ich sehe, was
mir das bringen kann. Das ist doch einfach wunderbar wenn so etwas bewirkt
werden kann. Onkel Peter ist schon viel relaxter und zusammen können wir ihnen
ganz coole Formeln wie „if“, „countif“, „average“ etc. beibringen und die
Faszination ist riesengross.

Als dann die Solarenergie am Ende ist schafft es Onkel
Peter sogar noch, den Generator anzuschmeissen, was ein ziemlich schwieriges
Unterfangen ist. Am Abend der zwei Tage sind wir total stolz auf unsere Schüler
und verteilen voller Freude die Zertifikate.

Zwischendurch
geht Olivia mit dem Onkel noch auf Ziegenverteilungstour.Wir finanzieren je 3
Ziegen (1 Ziegenbock und 2 Geissen- hier st ja Polygamie nicht verboten) für
zwei Frauengruppen.
a Ich verbringe den Tag mit den
Solartechnikern und dem neuen Pro Ganze Kenya Board, das schon viele neue Ideen
hat. So möchte Moses, der neue Secretary General, jetzt regelmässig
Computertraining in Marere anbieten. Dafür müssen wir aber noch eine Türe
finanzieren, damit wir die Computer einsperren und in Sicherheit wissen. Diese
Idee finde ich prima – er möchte auch Websites designen für Sekundarschulen und
so könnten die Jugendlichen sogar ihr eigenes Geld verdienen. Als Olivia und
Onkel Peter zurück kommen riechen sie auch etwa wie zwei Ziegenböcke aber das
stört uns nicht: wir geniessen stinkend einen Apéro und stossen auf eine
erfolgreiche Zeit an, die jetzt für uns drei schon wieder zu Ende geht. Wir
haben wieder alle so viel gelernt und eine so befriedigende Zeit erlebt. Hilfe
zur Selbsthllfe ist unser Credo und wir sind wieder einige Schritte weiter.
Sogar das Dach in Marere ist jetzt fertig gestellt – wir sind alle ganz happy!

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