Januar 22, 2017 – Gestrandete und bereichernde Persönlichkeiten

Vorgestern hatten wir so richtigen Besuch in
Nairobi. Nicht heuschreckenplageänliche Verwandte, die meinen Kühlschrank leersaugen
sondern richtige Gäste. Das war eine ganz witzige Begegnung, die mir Peter
schon letztes Jahr am Telefon erzählt hat. Er hat sich mit dem Beamten, der
sein Handgepäck auseinandergenommen hat angefreundet. Zuerst dachte ich, das
sei ein Scherz und die wollten ihn sich vielleicht ein bisschen mehr vorknüpfen
und herausfinden, was Peter denn genau macht aber jetzt kenne ich die
Geschichte und sie ist echt witzig: Peter hatte etwa 40!!! Blackberries im
Handgepäck zusammen mit Käse und Bünderfleisch. Das wird anscheinend auf dem
Scanner angezeigt und muss unbedingt kontrolliert werden. Der Beamte merkte
plötzlich, dass er Peter vom Tele Züri Interview her kannte. Da er sich grad
kürzlich in Kenia verliebt hat spricht er ihn darauf an, ob er nach Kenia reise
und sie tauschen ihre Adressen auf, damit sie sich mal besuchen können.

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So kommt diese Verbindung zustande und der
Sicherheitsbeamte möchte gerne herausfinden, ob Peter seiner kenianischen
Freundin helfen kann einen Job zu kriegen. Peter hat ja nicht gerade selber
einen Job anzubieten aber er kann sicher den CV an gewissen Orten deponieren.
Und während Peter kocht (ja das kann er auch noch) erzähle ich die Kurzfassung
von unserer Story und die Kurzfassung von den Dingen, die wir hier schon erlebt
haben.

Nachher geniessen wir ein fantastisches
Essen: Peter’s Standard Supersauce mit Kokos und Knoblauch und natürlich Reis,
seine Lieblingsbeilage (kurz nach Ugali…). Dazu einen feinen südafrikanischen
Wein und zum Dessert Glacé und frische kenianische Erdbeeren. Ein „ganz
normaler“ Abend wie er auch in der Schweiz Spass machen würde.

Immer wenn ich aushole und unsere Geschichte
erzähle wird mir bewusst, wie viele gestrandete, komische oder schräge
Persönlichkeiten oder vielmehr Personen ich hier kennengelernt habe und
wahrscheinlich auch noch kennenlernen werde. Da sind nur ein paar Stichworte
und wer sich betupft fühlt kann bei mir nachfragen. Die Auswahl ist wild
zusammengewürfelt und vollkommen Unvollständig… ein blüffiger DaskannichallesSiebesiech
bei dem alles haraka haraka gehen muss, eine alkoholsüchtige
SelbstverwirklicherinTrittbrettfahrerin, eine eifersüchtigeböswilligtratschende
Migroskassierin, ein sexsüchtigerauswandernder Brötlibeck, ein
nichthelfensonderngeldverdienenwollender Hochstapler und MöchtegernKonsul, ein
versprechennichthaltenderherrschsüchtiger Extremkranker, ein
zuerstganzsympathischeraberfraubetrügender Daktari, eine cihweisswieHllfegehtundichhasseallePolitierobwohlichselbermiteinemzusammenbin
Batikfrau, ein nichtsehrhellleuchtenderundebenfallsfraubetrügender
Lampenverkäufer, ein wirwissenallesbesserunddarumbelehrenwirdieEinheimischen
schräges HotelierPäärli,  etc. etc. aber
zum Glück gibt es auch andere, die viel mehr Freude bereiten wie zum Beispiel
die unermüdlichedauerndinBewegung seiende Primarlehrer, die
hübschenundhilfreichen Gesundheitswesen Pionierinnen, den
vögelfotografierendenundextremunterstützenden Botschafter, die
gastfreundlichund auchsonstfreundlichenundtöfffahrenden Basler, die
selbstlosundmitoffenenAugensehende Bielerin, der journalistenausbildende
Ehemann einer Sansibarin, die gonfiundsirupmachendenunermüdlichen Anpacker aus
dem Thurgau, die biologischanbauendentaschenschneidernden Investorensucher, der
computerlehrendesupergenaueundliebenswerte Onkel und alle, die an unsere Idee,
Hilfe zur Selbsthilfe nach Ganze zu bringen und phasenweise mit Ideologien
und/oder Geld und Arbeit sowie Fundraising Unterstützung diverser Art bieten.
Ganze kann noch viele von euch mit eurem Enthusiasmus, eurer Menschenliebe und
euren grandiosen Ideen, wie man vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe bieten kann
brauchen. Ihr macht mein Leben schöner, lustiger, abwechslungsreicher und darum
werde auch ich immer und immer wieder retour kommen. Das nächste Mal im April
für die Einweihung der Mbonga Privatschule.

Jetzt gehe ich zum Flughafen und geniesse
einen Rückflug in Business Class, gesponsert von einem Schweizer, den viele
auch als schrägen Vogel bezeichnen würden, mit dem ich aber den Draht gefunden
habe und der mich jetzt mit Meilenbonus, den er selber nicht mehr brauchen kann
unterstützt. Ihr seid alle ein Teil meines phasenweise verrückten Lebens und
allen voran natürlich mein permanenttelefonierenderrundumdieUhrfürseinVolkundnichtansichselberdenkender
Mann der mir alles bedeutet. Wir lassen dich nicht allein – wir kommen retour
und amüsieren uns über alle, die unsere Wege kreuzen, einige um Steine in den
Weg zu legen und andere um richtig mit anzupacken! Pamoja (zusammen) schaffen
wir das!!!

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