April 11, 2017 – Häsch mer no en Schtutz fürs Piki Piki?

Durch die Frau des Küchenchefs im neu gebautenSilver
Palms Hotel erhalten wir eine „Sneak-Preview“ in das neue Hotel. Es liegt nur
wenige Kilometer vom Kilifi Bay entfernt. Zusammen mit uns kommt auch gleich
die Crew vom Serena Beach Mombasa – ein Hotel, das mir persönlich sehr gut
gefällt.

Ich fühle mich wie in alten Kuoni-Zeiten: wir
debattieren über jedes Detail, sprechen über die notwendige Auslastung und ob
das an diesem Ort überhaupt möglich ist.  Das Hotel hat nur 40 Zimmer aber alles ist in
der besten Qualität gebaut und extrem grosszügig. Das Beste ist die SPA auf dem
Dach: mit Ayurveda, Thalassotherapie und Thai Massage. Die Zimmer haben einen
begehbarern Kleiderschrank (wie es sich gehört ;-)), eine Jacuzzi Badewanne und
eine grosse Rainshower. Alles ist in schönen Farmen mit Wandornamenten und
coolen Fotos an der Wand gehalten. Die Suite toppt alles, da man von dort aus
direkt in den riesigen Pool gleiten kann und bei der grössten Suite hat man
sogar einen eigenen kleinen Pool. Dann gibt es ein Strandrestaurant, das einen
Pizzaofen und einen Tepanyaki Grill hat. Wir kriegen dank des Küchenchefs auch
noch einen Blick hinter die Kulissen, war mir immer besonders gut gefällt und
was ich in meiner Einkaufszeit auch immer angeschaut habe. Die negative Seite
ist der Strand. Nie so schön wie im Kilifi Bay und ich wundere mich, ob die
Gäste das bemängeln werden. Ohnehin ist die Frage, ob die richtigen Gäste
hierher kommen werden. Noch habe ich nicht herausgefunden, wie viel eine Nacht
kosten wird aber es wird ein sehr hoher Preis sein und ich zweifle daran, ob
diese Kundschaft hierher finden wird. Aber es war ein schöner Ausflug in meine
Tourismuszeit. Tourismus ist einfach eine coolere Branche als Bank – zum Glück
habe ich trotzdem einen tollen Job und was immer zählt sind die Menschen – und
da fühle ich mich sehr wohl (kleine Ausnahmen immer ausgenommen…)

Am Nachmittag machen wir ein Pro Ganze Meeting. Ein
Teilnehmer schreibt fünf Minuten vorher, dass er nicht dabei sein kann weil er
die KES 100 (das ist CHF 1.00) nicht aufbringen kann. Olivia will mir die SMS
gar nicht zeigen aber ich fasse es kaum. Da ich ja jetzt MPESA Kontoinhaberin
bin schicke ich ihm das Geld kurzum und er kommt fast noch pünktlich an das
Treffen. Wir beginnen eine Riesendiskussion darüber, ob es echt möglich ist,
dass man keinen Stutz in der Tasche hat. Sie meinen, ja in Kenia sei das
tatsächlich möglich. Ich werd etwas sarkastisch und unterstelle ihm, dass er in
diesem Fall nicht noch hätte ein zusätzliches Kind produzieren sollen… Das
macht die Diskussion noch grösser, denn jetzt wird uns erklärt, dass die Kinder
eine Versicherung sind, dass im Alter für einen gesorgt wird. Man muss also
auch so viele Kinder produzieren, denn gewisse werden ja im Ausland leben,
wiederum andere können früh sterben usw. Ja so läuft das hier immer noch:
Kinder als Lebensversicherung, weil du sonst arm sterben muss und es keine
Sozialhilfe gibt. Ich werde wieder etwas milder gestimmt und unser Meeting
kommt dann auch gut ins Rollen…Wir planen einiges zusammen und freuen uns auf
das Meeting am nächsten Tag mit dem Saidia College, das für uns in Kilifi als
Vorbild für unser zukünftiges Pro Ganze College gilt.

Ich muss früh ins Bett, weil ich meine Freunde am
nächsten Tag um 04.50 in Mombasa am Flughafen abhole aber der einzige Grund
warum es mir noch nicht ganz gelingt: Olivia hat ihr Kleid am TV gesehen –
irgendwie wurde etwas von der Schul-Eröffnung übertragen on der 19.00 Uhr News
– also warten wir bis 21.00 Uhr und merken, wie viel Werbung in einer
Tagesschau auf NTV kommt. Wir müssen eine ganze Stunde ausharren nur um zu
merken, dass es doch nicht ausgestrahlt wird… Ich überlasse Olivia ihrem
Gin-Schicksal und stelle den Wecker auf 03.00 Uhr – gar nicht mein Ding aber
wenn schon Volontäre kommen nehme ich das in Kauf.

Teilen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert