April 12, 2017 – Morgenstund – nicht alles läuft rund

Ihr wisst ja alle: ich bin ein Nachtmensch, aber wenn
schon zwei noch zu werdende Freunde, d.h. Freunde von meiner Colombe in der
Schweiz, anbieten, dass sie uns vor Ort unterstützen möchten ankommen und einen
Halt auf ihrer Weltreise mache – da stelle ich schon mal gerne den Wecker auf
03.00 Uhr und fahre mit Salim – der wieder überpünktlich auf mich wartet – in aller
Herrgottsfrühe an den Flughafen nach Mombasa. Es ist doch einfach etwas
anderes, wenn du in einem fremden Land von einem bekannten Gesicht abgeholt
wirst. Die Reise dauert ohne jeglichen Verkehr (traumhaft!!!) etwa 1.5 Stunden.
Salim will wieder vorblöffen und in den VIP Sektor reinfahren aber sie lassen
ihn nicht bevor nicht das erste Flugzeug eingetroffen ist und das wird noch
lange nicht eintreffen… Anstatt wie geplant 04.50 ist es für 05.40
vorgesehen. Ich wundere mich ehrlich gesagt nicht, denn hat von euch schon
irgend jemand etwas von Rwandair gehört? Die Freunde kommen aus Sri Lanka via
Dubai und der Flug war extreeeem günstig und diese Entscheidung verstehe ich
natürlich, wenn man ein paar Monate unterwegs ist…

Ich habe für diesen Fall vorgesorgt und schreibe um
05.00 Uhr morgens am Flughafen noch das Protokoll vom gestrigen Pro Ganze
Meeting fertig, damit ich es im Hotel dann auf unsere Clubdesk Software
raufladen kann. Zusammen mit Salim schlürfe ich Tee und Kaffee und spendieren
noch einen Muffin dazu.

Bald kommt mal der Kopf von Aaron aus der Halle (häh,
der sah doch mal ganz anders aus…) er muss Geld fürs Visum holen. Ein paar
lange Minuten später taucht er nochmals auf: einer der Rucksäcke ist nicht angekommen
– ausgerechnet der von Ramona. Au weia: sie muss sich mit zig Leute, die ihr
Gepäck auch nicht erhalten haben einreihen. Die Zeit nutzt Aaron um sich
SIM-Karte und ein Mpesa Konto zu beschaffen und dann sind wir ready für das
Abenteuer Kenia…

Bei Joyce werden wir mit einem herrlichen Frühstück
verwöhnt, alle lernen sich gegenseitig kennen und von der angebotenen Auswahl
entscheiden sie sich für den von mir ausgehandelten Superpreis im Kilifi Bay.
Aussage des Hoteldirektors: Sometimes Friendship can be expensive…

Bereits am Nachmittag lernen sie die erste Aufgabe
kennen: Flyer produzieren für unsere neu geplante Ausbildung in Nähen und
Computer. Es wird ihnen nicht langweilig werden…

Die nächsten zwei Tag sind geprägt mit Besuchen in
Schulen. In der einen sponsoren wir die Schuhe für ein Läuferteam, das sogar
Barfuss schon gewonnen hat und die Freude ist gross. Mir fällt die
Solarinstallation auf dem Dach auf – ich denke mir aber nicht viel dabei. Erst
als wir den Boss der Solartechniker treffen erfahre ich, wie innovativ unsere
lieben Kenianer wieder einmal geworden sind: sie fangen an, auf eigene Faust
Installationen zu machen und wir sind nicht einmal sicher, ob sie nicht auch
die monatlichen Zahlungen der Kunden einsacken. Kurzerhand statten wir Aaron
mit weissen Hemden aus und befördern ihn zum Chief Auditor von Pro Ganze. Er
wird die Installationen abklappern und allen wieder einmal „dHühner iitue“. Ich
bin zwar total verärgert über diese neuen Entwicklungen und ganz klar auch
sauböse. Aber vollkommen erstaunt bin ich dann doch nicht. Ich hätte die
grösste Lust, mit den Technikern wieder mal die Postordnung durchzugeben – aber
ich bin sicher Aaron wird Pro Ganze gut vertreten. Mein Peter steht voll und
ganz hinter der Idee und es ist ist ihm auch egal, dass bald Wahlen sind und
die Leute das ausnutzen könnten und ich bin ja gespannt, was die Reaktionen
sein werden… Wir selber können immer wieder lernen in Kenia – nämlich auch,
an was wir alles nicht gedacht haben. Drum gehe nie von deiner eigenen Denke
aus sondern verstehe das Land und die Leute zuerst selber… du wirst immer
wieder erstaunt sein!!!

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