August 5,2017: Karibu tena

Ich hätte schon lange vor der Abreise zu bloggen beginnen können wenn ich denn Zeit gehabt hätte – aber ich war ja mit den Reisevorbereitungen und dem Heizwerk-Festivalbewuch beschäftigt. Vor allem zum Thema Wahlen hätte ich schon viel zu sagen gehabt, denn jeder meiner Bekannten und Freunde fragte mich, wie Peter’s Chancen seien. Aber das ist halt ein sehr komplexes Thema und für jemand, der noch nie hier war fast unverständlich.

Bei der Präsidentschaftswahl wird es bestimmt ein 49/51 Resultat geben. Wir erhoffen uns noch eine Amtsperiode von Uhuru Kenyatta aber hier an der Küste sind sie anderer Meinung… immerhin hat es Peter geschafft, den Präsidenten 2x nach Ganze zu bringen – ein “First” in Ganze das vorher gänzlich uninteressant war. Uhuru merkt aber auch, dass Peter ein Meinungsmacher ist…
Gegen Peter als Member of Parliament treten noch 5 Giriamas an -das ist ein anderer Stamm… aber somit dürften sich die Stimmen auch verteilen und Peter konnte sehr viele Leute in seiner Heimatgegend dazu bewegen sich überhaupt zu registrieren und diese Stimmen sind ihm sozusagen sicher! Ganz bestimmt kann Peter sagen, dass er alles menschenmögliche und -unmögliche gemacht hat um wieder gewählt zu werden. Und dann sollen alle Geister der Kayas (Heiligen Wälder) und in allen Himmeln entscheiden ob er noch eine weitere 5-Jahr-Amtsperiode anhängen kann…

Die Anreise hat mir gezeigt, dass es auch bei einfachen Dingen manchmal nicht ohne Hilfe geht und dass man auch fragen darf und kann. So hat sich meine Freundin Helene sogar zur Frühaufsteherin durchgerungen und mich um 6.00 Uhr in Rorschach mit meinen gigantischen 3 Koffern abgeholt und in St. Gallen in den Zug gepackt… beim Ausgang am Flughafen fragt eine Frau, wie ich denn mit 3 Koffern aussteigen könne und meine Antwort war: “nur mit der Hilfe von freundlichen Menschen” worauf sie sich dann quasi verpflichtet fühlte mir mindestens einen Koffer rauszutragen. Aber auch die Zugbegleiterin ist unglaublich nett und freundlich und hilft mit. Dort sind bereits Margrith und Onkel Peter mit den Wägelis… der Check-in ist etwas zermürbend denn plötzlich muss ich für das extra Gepäck nicht 140 sondern 180 bezahlen weil das der lokale Preis sei… und das kann ich auch nicht beim Check-in 3 bezahlt werden sondern ich muss dafür zum Check-in 1 wechseln.

Es ist ja schon schräg: der Kunde macht die ganze Arbeit: vom Check-in über Gepäcketiketten und Boardingkarte ausdrucken bis zum Security Check und muss dann trotzdem anstehen… Nichts von Kundenfreundlichkeit aber die letzte Person ist extrem hilfsbereit und macht dann alles doch noch positiv… die Reise verläuft sehr erfreulich. Eine nette Kenianierin, die in der Schweiz lebt sitzt neben mir, der Service ist ausgesprochen nett und effizient. Essen und Trinken sind reichhaltig und einzig eine Nasenklammer könnte ich gebrauchen, da das heisse Wetter die Gäste schon vor dem Abflug zum transpirieren ohne Antitranspirant bringt…

Die üblichen drei Filme ziehe ich rein (United Kingdom, 20th Century Woman und Hidden Figures – alle mit Taschentuchpotenzial) und dann bin ich die allererste bei der Passkontrolle, in no time mit den Koffern im Domestic Terminal… dann habe ich das Glück einen sofortigen Flug (anstatt 5 Std Layover) zu erwischen und mit Joshua’s Speedfahrkenntnissen bin ich bereits um 23h im Hotel wo sogar Peter nicht mehr lange auf sich warten lässt!!!

Sein breites Smile und sein ungebändigter Enthusiasmus sind wieder ansteckend und ich freue mich drauf wenn die nächsten Tage schnell vorbei gehen! Karibu tena (welcome back)

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