März 18, 2018: Ellbogen raus

Die Anreise – wenn sie nicht gerade mit Swiss direkt ist –
kann bereits zum Abenteuer werden. Ich hatte einen megagünstigen Flug gebucht.
Unter CHF 500 aber halt auf dem Hinweg via Paris und auf dem Rückweg via Amsterdam.
Und nur für 6 Tage – aber es war mir einerseits wichtig, mit den sinGALLinas
den 50. Geburi unserer Präsidentin zu feiern und dann auch rechtzeitig zurück
zu sein um mit meinen Züri-Freundinnen am Samstag essen zu gehen und dann die Women’s Expo in Zürich zu besuchen.

Ich hatte für unter CHF 80 einen sehr günstigen Parkplatz
für die ganze Woche gefunden, denn ich musste ja schon um halb 6 am Flughafen
sein – und das nach einer Party… Die war aber nicht ein so grosses Problem
wie das Wetter. Ich bin zwar bereits um Mitternacht aufgebrochen aber ich
musste mich mit meinem schönen Retro-Rock und meinen glitzernden Ballerinas
durch mindestens 7 cm Neuschnee zum Auto kämpfen und es zuerst mal noch
ausbuddeln. Als ich endlich zuhause war und die Koffer final gepackt hatte
blieben mir noch 2 Stunden Schlaf… ich habe mich entschieden, zuerst zu
duschen und dann angezogen auf der Couch mit „Darf ich bitten“ im Hintergrund
vor mich hinzudösen. So bin ich dann bei ganz passablen Strassenbedingungen am
Flughafen angekommen mit sofortigem Transfer vom Parkplatz zum Terminal.

Wie kann es so früh am Morgen schon so viele Leute unterwegs
haben? Ich kaufe noch ein feines St. Gallerbrot für Peter und dann habe ich den
Flug nach Paris und das Umsteigen problemlos geschafft. Dummerweise war ich
wieder mal zu spät dran mit Sitzplatzreservation und ich weiss, dass mir ein
Mittelpatz in einer 3-er Reihe blüht… Ich versuche das noch umzubuchen am
Gate aber anscheinend ist das Flugzeug total voll. Ich schicke mich in Gedanken
schon in die Situation aber links und rechhts von mir sind zwei extrem
aufgebrezelte Portugiesinnen und sie setzen alles daran, mit ihren Reize den Flight
Attendant zu bezirzen. Sie wollte mich „auslagern“ auf einen Gang-Sitz, was mir
auch egal wäre aber die Nachricht war dann halt doch: das Flugzeug ist total voll.
Das passt den beiden Tussen natürlich nicht aber sie haben auch keine Wahl
mehr, nachdem ihre weiblichen Reize schon ausgereizt sind…

Mit der rechts von mir beginnt jetzt der Kampf um die
Armlehne. Sie ist offenischtlich der Meinung, dass diese Lehne ihr gehört und
rollt jedes Mal mit den Augen, wenn ich mich erdreiste, meinen Arm kurz
abzulegen…Die links von mir kann kaum eine Sekunde ruhig hocken und tauscht
sich dauernd mit der rechts von mir aus. Da auch mein Extrem-Augenrollen nichts
nützt entscheide ich mich für die „Sony-Noise-Cancelling-Kopfhörer-Variante“
und versuche die beiden so gut wie möglich zu ignorieren und ein bisschen good
vibrations auszusenden. Plötzlich fruchtet es: die Dame links muss aufs Klo und
hat sich damit abgefunden, dass keine andere Sitzlösug passieren wird.

Also sagt sie zu mir, dass ich  ans Fenster sitzen darf nachdem sie retour
kommt. Das finde ich mal eine sinnvolle Lösung und für den Rest der Reise kann
ich meine Fime schauen und die beiden quasseln auch noch zum Filme schauen wie
Verrückte. Aber das Augenrollen ist beendet. Die verschobene Frau weint nur
noch bitterlich, weil sie irgendeinen tragischen De Caprio Film guckt…

Beim Nachtessen verbünden wir uns dann sogar und bestellen
gemeinsam genügend Alkohol, so dass wir sogar noch ein paar Minuten schlafen können.

Die Ankunftshalle ist vollkommen überfüllt mit mehreren
Ankünften und meine Vorfreude auf meinen Peter so gross, dass ich mich
vollkommen vordränge – ich wähle einfach die kürzeste Linie aus – und sage
vorne: oups habe ich nicht gewusst – aber selbst diese Prozedur hat fast eine
Stunde gedauert.. Peter ist nicht gewohnt, dass ich mit Kenya Airways ankomme
und wartet sogar am falschen Ort – und zu meiner Überraschung zusammen mit
Salim und unserem Auto.

Er ist wirklich ein lernfähiger Mann: Blumenstrauss parat,
zuhause für das WLAN bezahlt und ein wunderbares Essen mit selbstgemachten
Chapatis und frischem Mangosaft gekocht und zum Dessert dann noch die grosse
Überraschung, dass er jetzt wieder einen neuen Schweizer Pass hat und jederzeit
in die Schweiz kommen kann. Strahlend und voller Vorfreude auf alles, was er
mir erzählen will – um 03 Uhr morgens musste ich Forfait erklären: happy to be
back home –  im getigerten Bettanzug
schläft es sich grossartig!!! Ich weiss jetzt schon, dass eine knappe Woche
viel zu wenig ist um alles zu besprechen und neue Dingen auszuhecken… aber so
ist das Leben: alles muss Platz haben… Ich freue mich so auf die wenige Zeit,
die uns bleibt – wir werden das Beste draus machen.

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