Dezember 18, 2018: Klimawandel – und fehler

Es fragen mich ja immer wieder Leute: und wie warm ist es denn in Kenia… diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten, denn wie bei allem, das ich erlebe gibt es die Variante Nairobi und die Variante Küste. In Nairobi passt mir das Wetter sehr: selten zu heiss, da Nairobi auf 1700 Meter über Meer liegt. Da es südlich vom Aequator ist gelten umgekehrte Saisons, d.h. jetzt ist es “Sommer” aber da auch hier der Klimawandel spürbar ist regnet es grad mehr als normal. Sehr angenehm ist es im Moment in Nairobi aber auch nicht, weil es durch den vielen Regen so feucht ist, dass auch in der Wohnung irgendwie alles feucht ist. So in ein feuchtkaltes Bett zu liegen ist äusserst unangenehm, zumal ich noch mit Resten des Hustens zu kämpfen habe. Es kommt mir vor, wie früher auf Einkaufsreisen in Griechenland. Keine Heizung und alles einfach durchwegs unangenehm.

Aber die Kleidung habe ich im Kasten für alle Varianten – vielleicht alle ausser Schnee. Gummistiefel mit Giraffenmuster, Boots für die Safari etc. etc. Wie gesagt: hier könnte ich auch klimamässig problemlos leben. Was mir gefällt sind die tropischen Pflanzen, die in allen Farben und Formen wachsen. Was bei uns eine Hauspflanze ist, das ist hier ein Baum. Einfach herrlich und sowieso: in Nairobi hat es doch noch recht viel Grünfläche. Selbst den Verkehr und die Strassen scheinen sie momentan voll im Griff zu haben. Aber klar, es gibt auch noch einige Dinge zu erwähnen, die nicht so einfach sind aber lassen wir das für heute.

Ganz anders ist dann das Wetter an der Küste: dort ist es immer heiss, sprich über 30 Grad und der Feuchtigkeitsgrad macht den Unterschied aus. In Kilifi am Strand windet es immer angenehm bis stark, sodass man auch dort mal eine windsichere Weste einpacken sollte. Aber je mehr man ins Landesinnere nach Ganze kommt umso heisser kommt es einem vor: da ist einerseits die glühende Hitze aber dann auch der viele Staub, da es fast keine geteerten Strassen hat. Das hockt in den Haaren, in der Nase und an anderen Orten, wo normalerweise gar kein Staub hinkommt. Bisher war es in Marere, dem Heimatort von Peter, immer noch recht erträglich, weil es leicht erhöht liegt und immer ein kühler Wind geht. Peter meinte sogar noch: denk dran, in Marere kann es kühl werden. Ha ha ha!!! Nach der unproblematischen Reise von Nairobi nach Marere ist vom Wind nicht grad viel spürbar und nach der langen Reise klebt irgendwie alles am Körper. So kommen wir zum Waschritual, was sich als absoluter Fehler herausstellt. Für uns Europäer wird heisses Wasser gemacht und Peter zeigt mir einmal die Duschprozedur, die nicht so schwierig ist aber die grösste Schwierigkeit ist: wohin mit den Kleidern: der Boden in der improvisierten “Dusche” – die auch gleichzeitig die Toilette ist – (man leert sich einfach mit einem Kübel das Wasser über den Kopf) ziemlich dreckig – ich glaube, der ist auch nicht verputzt und je mehr Wasser am Boden ist umso glitschiger wird es, besonders mit den Flip Flops. Und barfuss da reinstehen das will gar niemand. Leider hatten sie noch vergessen, das alles zu putzen und somit hat es auch noch eine Menge Spinnweben (nebst den lebenden Spinnen) und einige Häufchen Fledermaus-Shit an den Wänden.

Also der Fehler war eben das heisse Wasser und es stellt sich heraus, dass uns das noch mehr aufheizt und die erste Nacht in Marere wird zur Hölle. Ich liege geschlagene 4 Stunden ohne schlafen zu können und tropfe vor mich hin. Ich drehe und wende mich, ich höre Geräusche, die ich nicht indentifizieren kann. Ich versuche mit den Kopfhörern Ottmar Liebert zu hören – eine Musik, die mich normalerweise einschläfert oder beruhigt aber es nützt alles nichts. Mein lieber Mann ist ja auch so anhänglich und mir ist grad jede Berührung zu viel. Irgendwann gehen wir nach draussen und versuchen uns abzukühlen. Dann wird mir wenigstens klar, dass die Geräusche am Boden der Nachtwächter war, der auf uns aufpasst… Das wird alle noch ziemlich lange amüsieren. Irgendwann schlafe ich dann doch noch erschöpft ein und weiss: jetzt beginnt das Landleben für das City Girl… Mehr dann im Lauf der Woche – ihr dürft gespannt sein…

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