Dezember 24, 2018: Der Zivilschutz beschert schöne Weihnachten – eine etwas andere Weihnachtsgeschichte

Ich konnte es kaum glauben, dass Peter für den 24. noch eine Verpflichtung abgemacht hat aber es sollte sich herausstellen, dass es sogar eine gute Idee war. Wenn ihr mich schon länger kennt, dann kennt ihr auch die leidige Containergeschichte, als wir vor ein paar Jahren eine “Mogelpackung” von einem Spender in der Schweiz erhalten haben. 2 Container voll Material, das vom Zivilschutz nicht mehr gebraucht wurde. Optimal für das Spital, das Peter in Ganze initiiert hat. Leider hat es sich dann als ein Fass ohne Boden herausgestellt, denn obwohl der Transport bis nach Mombasa gesponsort worden war gab es unzählige Hürden und ich würde unter dem Strich sogar sagen, dass wir mehr Geld für Zoll, Lagerung und Transport nach Ganze ausgegeben haben als der materielle Wert der Ware ist. Aber die Geschichte war quasi schon fast abgeschlossen. Nur standen die Container immer noch dort und monatlich musste Peter rund um die Uhr Leute beaufsichtigen, damit die Ware nicht gestohlen wurde. Zudem haben seine politischen Gegner Geschichten verbreitet über den Inhalt, die bis hin zu Drogen und Waffen gingen.

Jetzt wollte Peter die Geschichte endlich abschliessen und hat durch Beziehungen mit den zuständigen Behörden vereinbart, dass sie das Material holen kommen bzw. das Inventar machen. Dummerweise haben sie momentan zuwenig Staff und so war der 24. Dezember um 10.00 Uhr der einzige Termin, der noch zur Verfügung stand. Alle waren überpünktlich dort und wir haben das neue Spital im Rohbau besichtigt. Die Ärztinnen und die Helfer waren sehr beeindruckt über das überlegte Layout und lobten die Planung.

Jetzt ging es also an das Inventar der Container. Da die besagte Hilfsorganisation selber einen grossen Teil abgeholt hatte war es sehr unklar, was alles noch drin ist. Hast du schon einmal einen 40-Fuss Container gesehen und vor allem gesehen, wie viel da reinpasst?

Zum Glück hatte Peter auch Polizeibeaufsichtigung beantragt, denn die Gaffer waren schnell hier. Beim Letzten Mal wurde dann ja auch einiges gestohlen. Wir beschlossen, mal alles aus einem Container zu sichten und nachdem alle nach etwa 2 Stunden schon vollkommen ausgetrocknet waren beschloss ich, wenigstens eine Runde Wasser zu spendieren. Es waren mindestens 30 Leute, die da aktiv waren und in der Nähe Wasser zu kaufen war gar nicht so einfach. So kamen wieder meine Fahrkünste zum Einsatz und ich machte einen grösseren Laden aus, der überhaupt so viele Flaschen liefern konnte. Als ich retour kam waren schon unzählige Kisten Verbandsstoff, Aufhängevorrichtungen für Krankenbetten, Tragebahren, Operationsmaterial, Notfallapotheken etc. etc. ausgeräumt. Jetzt kam plötzlich etwas zum Vorschein, das sie nicht kannten: eine riesige Anzahl an Betttöpfen – sie dachten zuerst es seien Pfannen um Ugali zu kochen und wir lachten uns alle fast kaputt als klar wurde, was es wirklich ist. Dann noch einige andere Materialien, die von grosser Hilfe sein können – vor allem auch in Gebärstationen.

In der Hälfte angekommen mussten wir aufhören, denn sie hatten zwar einen Lastwagen für den Abtransport bestellt aber der konnte ja auch nicht alles fassen. Wir haben aber in der Ärztin eine kompetente Frau gefunden, die alles überwachen wird und der ich auch vollkommen traue. Sie werden am 4. Januar fortfahren mit der Übung und dann auch mit genügend Helfern und Lastwagen kommen.

Was das allerschönste an der Übung war, das waren ihre Worte: Mama Kaya – mit diesem Geschenk haben Sie Grossartiges geleistet. Sie werden damit viele Leben retten und es könnte kein besserer Tag sein als Weihnachten für dieses Geschenk. Es ist eine unglaubliche Bereicherung für diese Gegend und Sie können stolz sein auf diese Spende und allen danken, die daran beteiligt waren.

So kann ich sagen: die Geschichte nimmt noch ein Happy End und das passt doch jetzt wirklich gut zum Heiligen Abend. Maria und Josef wären über einen solche Lieferung auch hoch erfreut gewesen…

Danke an alle, die immer wieder an uns denken und uns unterstützen mit Spenden jeglicher Art. Es kommt alles an den richtigen Ort. Nicht immer dann, wenn wir es planen aber immer irgendwie doch zum richtigen Zeitpunkt.

Damit wünsche ich euch einen wunderbaren Heiligabend. Besinnlich wird er bei uns sicher nicht, denn die Discomusik läuft schon auf Hochtouren, die Familienmitglieder treffen einer nach dem anderen ein. Sogar Paul – der Sohn von Peter – hat es jetzt doch noch nach Marere geschafft. Better late than never. Ich finde es zwar ein bisschen schräg in Marere DJ Bobo zu hören aber wir werden Tanzen was das Zeugs hält.

Morgen stehen wir um 5 Uhr auf um das Kuhbein zu holen, das wir bestellt haben. 50 kg – das schlägt meinen Truthahn noch um ein 10-faches!!! Wenn Daniel wieder so genial kocht wie heute, dann freue ich mich auf ein leckeres Pilau.

Die Männer trinken Mnazi – den scheusslichen lokalen Palmwein, der wie Kuhpisse schmeckt und ich schlürfe an einem Whiskey. Let the Christmas Party beginn!

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