Freitag, 05. April 2019 Eine echte Toilette…

Was für ein charmantes und fein duftendes (!)Pärchen neben mir: aus der Czech Republic. Er hat ein gehobenes Restaurant und sie arbeitet im HR und war früher im Tourismus – gewisse Parallelen sind zu erkennen. Er ist extrem wissbegierig, kann aber fast kein Englisch also übersetzt sie sehr geduldig und ohne Probleme für ihn. Ich kann ihnen noch ein paar gute Filmempfehlungen geben und sehe sie später beim Green Book heulen…

Ich schaue mir Marshall und If Beale Street could talk an damit ich schon schön im “black mood” bin für Kenya – obwohl dort ja ICH die Aussenseiterin bin…

So schnell ging die Passkontrolle noch gar nie: null anstehen, nicht einmal ein Fingerscan und dann das übliche Warten aufs Gepäck – und dann – ganz neu: jeder Koffer muss nochmals gescannt werden was zu einem ziemlichen Chaos führt. Ein Security Checker aus Ganze erkennt mich und für einen Kaffee bin ich in 5 Minuten durch – yes!!!! Aber wo ist mein Göttergatte, der sich ja noch so gefreut hatte, dass ich nach all den Flugplanänderungen jetzt früher ankomme? Ich habe keinen Credit auf meinem Handy, weil ich es ein paar Monate nicht gebraucht habe. Der Mohammed aus Ganze ruft Peter gleich direkt an und der scheint noch im Bett zu sein und sagt es sei 02.00 Uhr obwohl meine Uhr schon 04.30 anzeigt… hmmmmm….  

Hässig werden, enttäuscht sein: für einen klitzekleinen Moment geht mir das durch den Kopf aber wir wollen mal nicht auf dem falschen Fuss anfangen. Ich setze mich ins Kaffee, zum zweiten Mal gibt es eine Power Outage und ich fange an loszutippen, mein Handy mit Internet aufzuladen etc. etc. Eine sehr unsichere Frau fragt, ob sie sich neben mich setzen kann: ich sage ja klar und denke aber (wenn du mich nur nicht voll-laberst). 

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Fast zwei Stunden später kommt mein Peter mit hängendem Haupt. Er ist ja für die ganzen Trauerfeierlichkeiten von seinem “Bruder” zuständig und in Marere haben sie noch bis kurz nach Mitternacht versucht, die Dusche und das WC in Gang zu bringen. Alles muss funktionieren wenn ich komme… Und so hat Peter zwar den Wecker auf 02.00 Uhr gestellt aber ihn dann weggedrückt und daher meinte er auch, es sei erst 02.00 Uhr als ich ihn um 04.00 Uhr angerufen habe. Er fühlt sich so etwas von schuldig und ist überglücklich, dass ich keine Szene mache, denn er hatte sich ja noch so gefreut, dass ich früher komme… Wir fahren über die neue Strasse nach Marere und mein Atem stockt fast – so heiss ist es. Ich besichtige zuerst mal die gemachten Arbeiten und dann schlafe ich augenblicklich auf dem Bett ein für ein paar Stunden.

Mir gehen viel zu viele Dinge durch den Kopf: werde ich im “hohen Alter” (also noch höher als jetzt…) diese Hitze überhaupt noch aushalten können? Warum konnte man nicht verhindern, dass die falsche Art von Fenster (ohne Blickschutz) eingebaut werden und muss ich mich jetzt für den Rest des Lebens mit so einem Tropfstrahl aus der Dusche begnügen, wo ich doch schon in Rorschach finde, der Druck könnte grösser sein. Das Allergrösste ist aber ein richtiges WC mit Spühlung!!! Etwas, das ich letztes Mal sehr vermisst habe. Ich sehe nach ein paar Stunden schon wieder aus wie ein aufgedunsenes Schweinchen aber so ist es nun mal… die Lokalen finden mich schön so und ich selber innerlich auch aber das Äusserliche hat bei 35 Grad noch Potenzial..

Wir fahren zum Wohnort vom Verstorbenen und ich verspreche euch: die nächste Folge ist ein ausführlicher Bericht über eine Beerdigung in Kenia…

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