Dec 18 – 19, 2019: Sag mir wo die Bananen sind…

Ich bin dieses Mal vor allem hierher gekommen um meinen Mann zu sehen und zu versuchen, ihn auf einen guten Rhythmus mit Essen und Bewegung zu bringen, da er mit seinen hohen Zuckerwerten jetzt mit Diabetes 2 diagnostiziert wurde. Ich habe Bücher mitgebracht und auch online runtergeladen.

Im Weiteren bin ich sehr stark im Beobachtungsmodus, d.h ich schaue dieses Mal aus dem Winkel an, wieviel Zeit ich in Zukunft hier verbringen möchte und wie mein Tagesablauf aussehen würde.

Peter hat ein Hotel reserviert, das er aus seiner MP Zeit kannte. Es ist aber wirklich „run down“ und die Dusche funktioniert nur mit einem ganz feinen Strahl. Überall sind Dinge kaputt, der TV funktioniert auch nicht aber wenigsten kann ich meinen Käse im Kühlschrank zwischenlagern. Ich traue mich am nächsten Morgen nicht in den Pool, denn alles ist wirklich in einem desolaten Zustand. Das Frühstück ist ok aber Peter muss jetzt sehr auf seine Ernährung achten, daher fällt es eher leicht aus.

Peter möchte mich zu diesem Wunderarzt bringen, von dem auch er die natürlich Heilmittel erhalten hat. Nach drei Wochen haben sie aber nicht mehr gewirkt und ich bin sehr sehr vorsichtig und freue mich nur halbherzig auf den Besuch bei ihm. Ich weiss, ich muss Gewicht reduzieren, denn ich bin an einem Punkt angekommen, der nicht mehr gesund ist aber trotzdem möchte ich mich nicht einem Quacksalber anvertrauen.

Wir müssen nur noch „schnell“ das Trittbrett am Auto reparieren, es hängt ein bisschen runter und so gehen wir zum Automechaniker des Vertrauens. Peter fährt auf die Rampe und man sagt ihm: no problem, das kriegen wir hin. Als sie die Aufhängung abmontieren kann ich mir kaum vorstellen, dass man die wieder hinkriegt, so verrostet ist sie. Aber ich habe über die Jahre gelernt geduldig zu sein. Es dauert sage und schreibe 3 ½ Stunden bis das Ganze repariert ist aber ich traue mich trotzdem nicht, draufzustehen. Peter ist erstaunt darüber, dass ich mich nicht ein einziges Mal beklagt habe – immerhin bin ich lernfähig, was aber nicht heisst, dass ich das toll finde.

Inzwischen ist der Wunderdoktor abgereist – ich nenne das „Fügung“… Wir machen noch das notwendigste Shopping, achten überall auf Vollkorn: Vollkornreis, Vollkornmehl etc. keine Süssigkeiten und keine gesüssten Yoghurts – rein gar nichts. Nur noch Kartoffeln für das bevorstehende Raclette.

Der Weg nach Marere ist leider wieder beschwerlicher geworden als im April. Auf der einen Seite gibt es die geteerte Strasse aber die danach ist mit so riesigen Löchern, dass es mindestens dreimal so lange dauert wie im April. Die andere Strasse ist jetzt so stark von Lastwagen befahren, dass man mit geschlossenem Fenster fahren muss und man permanent eingenebelt ist vom trockenen Sand der Strasse. Seit ich hier bin muss ich feststellen, dass sich sozusagen nichts zum Besseren gewendet hat – es stimmt mich traurig. Peter erklärt mir, dass alle diese Lastwagen Material holen für den Bau eines neuen Hafens in Lamu, aber dass niemand der Kauma Community einen Beitrag bezahlt, obwohl das gemäss dem „Mining Act“ Pflicht wäre. Er will eine Gruppe aufbauen, die dann von diesen Taxen profitieren kann. Er ist irgendwie schon wieder politisch aktiv.

Jetzt kommt aber wenigsten die Riesenüberraschung und die ist extrem positiv: in Marere ist es grün! Alles, was Peter angepflanzt hat seit dem letzten Besuch im April spriesst und wächst. Nur die Passionsfrüchte (meine Lieblinge) müssen gespritzt werden, weil sie von einem Käfer befallen sind und auch den Melonen ging irgend ein Schädling an den Kragen. Ich bin echt überwältigt vom Anblick und auch wahsinnig erstaunt darüber, dass so etwas möglich ist. Einfach Wasser und es wächst und wir können uns sogar einen eigenen Salat machen mit den Peperoni aus dem eigenen Garten. Ich weiss, dass es Peter ein riesiges Anliegen war, dies für mich zu machen, damit ich sehe, wie schön es sein kann in Marere. Dazu aber später mehr…

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