Dec 19-21: Ross- oder Gesundheitskur?!?

Peter ist gesundheitlich noch nicht stabil. Seine Zuckerwerte gehen rauf und runter und er hat Schwierigkeiten, eine Regelmässigkeit zu entwickeln und alles akribisch zu notieren – was aber absolut notwendig ist. Kein Wunder ist ein Rhythmus schwierig, wenn du für eine Reparatur am Auto oder fürs Ausdrucken von 5 Dossiers bis zu 3 Stunden brauchst.

In der Nacht hat er Wadenkrämpfe und er schüttelt das halbe Bett was wieder bewirkt, dass ich nicht schlafen kann und am Morgen megahässig bin wenn sie mich um 6h morgens für die Walking Tour wecken! Und 6h ist die einzige Zeit in der ich eine Chance habe ein paar Runden auf dem präparierten Parcours zu machen… wir müssen eine lustige Truppe sein: Peter mit seinen Heugümperbeinen und den Flip Flops, Mbuche mit einem Glimmertop und einem Kanga und ich im Zebra T-Shirt mit den Ballerinas (die Sportschuhe sind in Nairobi) und einer Frisur, die in alle Himmelsrichtungen absteht! Aber ich schätze den Push sehr und auch das Rekognoszieren und säubern der Strecke durch Peter. Ihm tut es ja auch gut und nach 3 Tagen bringen wir es schon auf 3 km!

Auch an der Essensfront sind wir experimentierfreudig! Moringa ist ja auch in Europa das grosse Powerfood. Dort kriegt man es in Pulverform und kann es ins Müesli und in den Tee streuen. Hier wächst es aber im Garten und ein Verwandter hat Peter erzählt, dass er damit seine Zuckerkrankheit weggebracht hat. Er habe die Blätter gepresst und das Gesöff 4 Tage lang 3x am Tag getrunken. Alles, was ich im Internet lese bestätigt diese Theorie. Allerdings schreibt niemand wirklich über den Saft sondern nur über die Pulverform. Unsere Wundersaftexktraktormaschine, die mit einem Palette aus der Schweiz kam, schafft es also sogar, aus diesen Moringablättern einen grünen Saft zu extrahieren.

WARNUNG: Der folgende Text ist nicht für Mimosen…

Grün ist nicht so schlimm – ich habe ja schon einige Smoothies vertilgt – aber dieser Saft ist wie dickflüssiger Schleim. Mutig setze ich zu einem Schluck an denn ich hatte gestern schon mal ein bisschen geteunken aber ein Schluck ist nicht möglich, denn das Ganze kommt am Stück und ich habe einen sofortigen Würgeeffekt und kann noch ganz knapp die Toilette erreichen… Blöderweise kam mir noch der doofe Witz von einem vollen Spucknapf in den Sinn und ich muss mich echt übergeben. Peter ist da mutiger und er bringt das Gesöff irgendwie runter aber ich mische es mit heissem Wasser und nehme es schluckweise ein. Der komische Geschmack bleibt aber den ganzen Morgen und ich glaube nicht, dass dies mein Lieblingspowerfood wird – mindestens nicht in dieser Form. In meiner Abwesenheit hat Peter ja einen gigantischen Garten angelegt. Einerseits um als Selbstversorger Geld zu sparen aber andererseits auch um mir zu zeigen, dass Marere grün und fruchtbar sein kann. Ich frage ihn jetzt nicht für die Vollkostenrechnung, denn ich möchte seinen Enthusiasmus nicht schmälern. Er ist schon genügend enttäuscht darüber, dass die Kokospalmen von hässlichen Käfern zerfressen wurden. Am Abend mache ich aus den vielen Peperoni im Garten einen feinen Salat und damit ist mein Gesundes Essen für den Tag erledigt. Inzwischen habe ich über WhatsApp und FB so viele gute Rezepte erhalten – ich werde damit zu experimentieren haben… sooo viele Peperoni und Auberginen waren es dann doch nicht… Jetzt sind gute Tipps zum Thema Diabetes 2 geschätzt – wir sind aber schon ganz schön am Umstellen und Softdrinks und Süssigkeiten sowie andere Sünden oder gar Alkohol sind ganz gestrichen.

Da ich hier momentan ab und zu eine Sinnkrise schiebe rede ich mir einfach ein, dass ich in einer 2-monatigen Gesundheitskur bin und hole so ein Maximum an Vorteilen heraus… ich bin und bleibe optimistisch!

P.S. Moringa nehmen wir momentan in getrockneter Form zu uns…

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