Dec 25, 2019: Open Air Kino Marere eröffnet

Danke erst Mal für die Anteilnahme an meinem nicht so Heiligen Abend. Als ich dann noch die Foto gekriegt habe vom Truthahn-Essen meiner Kids war mir schon ein bisschen anders zu Mute. Ich bin ja schon immer eine „Kitsch-Weihnachts-Tante“ gewesen. Das wissen alle, die in den besten Zeiten bei mir zuhause waren und an einer meiner Guetzlibörsen, die ich schon seit über 10 Jahren durchführe. Wenn ich sonst auch eher einen coolen Look bevorzuge so kann es an Weihnachten gar nicht zu viel und zu kitschig sein. Bevor ich Peter kennengelernt habe war ich nur eine einzige Weihnacht nicht zu hause und das ist mir so etwas von schwer gefallen. Es war damals, als ich in San Diego gelebt habe und es einfach zu teuer war um nachhause zu fliegen. Aber danach habe ich mir geschworen: nie mehr… bis sich halt das Leben wieder ändert.

Schon der Heilige Abend hat noch eine bessere Wende genommen. Wir haben eine Ziege geschlachtet und feines Nyama Choma (Grillfleisch) gemacht mit dem besten Tomatensalat, den es gibt: einem kenianischen Kachumbari. Baraka hat sich plötzlich zu einem super Koch entwickelt und es scheint ihm daran zu liegen, eine schöne Weihnacht zu bereiten.

Ich habe Klavier gespielt – die Weihnachtslieder rauf und runter – ich muss unbedingt wieder Lektionen nehmen, denn Klavier spielen beruhigt und gibt ein gutes Gefühl. So habe ich also in Vorbereitung für meine Predigt Somewhere over the Rainbow geübt – man weiss ja nie, wenn man das noch brauchen kann. Peter hat sich vor das Fenster geschlichen und mir zugehört – er war richtig stolz auf mich. Sehr berührend herzig.

Nach dem feinen Essen haben wir dann noch richtig ausgelassen getanzt. Peter hat den Groove ja wirklich drauf und nachdem er ja echt schwächlich und krank war ist es eine Freude, ihn wieder so zu sehen. Die ganze Crew hat getanzt und so war es zwar kein Heiliger aber ein sehr fröhlicher Abend – was auch wiederum irgendwie heilig ist.

Am Weihnachtstag will ich dann so früh als möglich in der Kirche sein damit ich noch das Wichtigste besprechen kann, also dränge ich ein bisschen und wir sind um 09.50 (die Kirche ist auf 10.00 Uhr geplant) vor der – geschlossenen – Türe! Hier nimmt man nicht einmal die Zeiten der Kirche so genau – vielleicht weil es keine Kirchenglocke gibt…

Ich merkte bald, dass ich als einzige Predigerin vorgesehen bin. Und so ergebe ich mich diesem Schicksal – was kann ich schon verlieren. Ich biete ihnen eine spannende Geschichte über den Regenbogen – schliesslich wurde ich diese Woche ja von ein paar ganz besonderen Exemplaren inspiriert. Seit dem Seminar bei Beat Scheuermeier haben die Regenbogen nochmal eine besondere Bedeutung gewonnen. Sie sind wirklich himmlisch und faszinieren mich immer wieder. Die Geschichte habe ich am Schluss dieses Blogs aufgeschrieben, so wie ich sie ungefähr erzählt habe. Ich hatte einen Übersetzer aber ich hatte mir die wichtigsten Stellen sowieso schon in Swahili aufgeschrieben und ich habe die Geschichte mit viel Gestik und Mimik sehr anschaulich und leicht theatralisch untermalt – etwas was hier besonders gut ankommt. Die kleine Gemeinde war sichtlich begeistert und Peter sass mit einem grossen Grinsen da – er hatte mir die Suppe eingebrockt aber es fand es wohl ganz toll, wie ich sie ausgelöffelt habe.

Die Gesänge und die Tänze haben mich einmal mehr sehr berührt und ich glaube, die Musik ist für mich schon ein entscheidender Punkt im Leben. Sie bewegt mich wie nichts anderes.

Peter hatte die Idee, dass wir – so wie wir es schon vor Jahren und vor dem Bau des Marere Community Centers geplant hatten – regelmässig einen Filmabend machen würden. Das kündetet er dann auch an in der Kirche und meint, dass wir punkt 7 beginnen werden mit einem inspirierenden Film. Ich mache mir schon einige Sorgen, denn ich bin mir nicht ganz sicher, wie wir das hinkriegen werden. Ich hatte zwar den wunderbaren Film „Queen of Katwe“ mitgebracht. Er handelt von einem Mädchen, das aus den Slums von Uganda kommt und zur grossen Schach-Meisterin wird. In einer der Hauptrollen spielt die kenianische Schauspielerin Lupita N‘Yong‘o, die schon einen Oscar eingeheimst hat.

Peter ist wild entschlossen, das aufzusetzen und er will die Leute nicht in der Halle, weil er sagt, dass sie dann mit den roten Füssen die ganzen weissen Wände verunstalten. Er will es im Eingangsbereich veranstalten und stellt als Leinwand die Wandtafel mit einem weissen Leintuch auf. Jetzt geht es aber darum, den entsprechenden Computer hinzukriegen, der den Film zeigen kann. Ich sage ja immer wieder, dass ich froh bin, mal eine Ausbildung zur PC Supporterin gemacht zu haben aber ich komme an meine Grenzen. Die alten Raiffeisen und ETH Laptops haben zwar ein DVD Laufwerk (das ich noch auf die richtige Region einstellen muss) aber weder einen HDMI Anschluss noch Bluetooth. Bei den Lenovo sehe ich zwar irgendetwas mit einem Bluetooth Symbol. Aber es macht dann doch keine Wank. Ich korrespondiere sogar mit Onkel Peter, unserem IT-Meister, der zur Zeit in Thailand in einem anderen Projekt arbeitet, von wegen Passwörtern und Ideen, wie wir das hinkriegen sollen… alles, was wir ausprobieren fruchtet nicht und er geht jetzt mit der Zeitverschiebung ins Bett. Den Film kriegen wir hin aber der Ton läuft nur auf dem Compi, was schlichtweg zu wenig ist. Wir wissen ja auch nicht, wie viele Leute kommen werden. Der grösste Teil des Nachmittags besteht also darin, Problemlösungen zu suchen und wer mich kennt weiss: ich gebe nicht auf… Irgendwann finde ich auch, dass das Leintuch zu viele Rümpfe hat und so macht sich Peter mit Chiwai daran, das noch zu bügeln – sie geben wirklich alles.

Wir telefonieren in der ganzen Weltgeschichte rum: DJs aus der Region, Freunde aus Kilifi und was uns noch in den Sinn kommt… alles fruchtet nicht. Einer kommt mit dem Piki Piki und irgendeinem abgeklebten Draht daher – was wir aber brauchen ist ein gewöhnliches Audio-Kabel mit zwei kleinen Klinkensteckern entweder vom Laptop zur Boom Box oder zu der grossen Box, die wir bisher gebraucht haben für den Sound. Plötzlich hat Peter die zündende Idee!!! Ich gebe zu, die ging mir auch schon durch den Kopf aber ich habe sie dann wieder verworfen, weil ich dachte, die funktioniert sowieso nicht. Wir legen das Mikrofon doch einfach auf den Laptop und dann wird man es über die grossen Boxen hören. Wir haben sogar diese eckigen Batterien, die an die Mikrofone gehören auf Vorrat. Wir machen eine Probe und: es funktioniert. Unglaublich, das ist wirklich die kenianischen Variante – aber sie funktioniert!!! Ein herrliches Beispiel für kreative Problemlösung und ich muss auch bei dieser riesengrossen Hitze meinen Mann wieder einmal richtig fest umarmen.

Inzwischen ist auch Daniel mit seiner Tochter Ayleen eingetroffen und sie wirkt bei der Problemlösung mit und hat selber auch noch ein paar gute Ideen, aber natürlich vor allem solche, die in der westlichen Welt umgesetzt werden könnten wie: läuft denn das nicht auch auf Netflix?

Wir stellen schon mal ein paar Stühle bereit und nach einem feinen Weihnachtsessen sind wir bereit für die erste öffentliche Open-Air Filmvorführung in Marere. Es sind zwar noch keine fremden Leute hier, aber die tröpfeln so langsam rein und bis am Schluss haben wir sicher so viele Leute wie in der Kirche am Morgen und alle hören und sehen sich gespannt den ganzen Film an, der doch 2 Stunden dauert und der echt eine wunderbare Weihnachtsmessage hat: auch wenn es nicht immer super läuft: gib nicht auf, denn wenn du durchhältst wirst du irgendwann wirklich belohnt. Queen of Katwe: ein Film, den ich auch meinen Schweizer Freundinnen und Freunden empfehlen kann!

Ich nehme mir dieses Motto selber auch zu Herzen und tanze ein weiteres Mal mit meinem wunderbaren Mann: ich habe wirklich das Gefühl, dass heute ein Teil seiner, ja sogar unserer Vision Realität wurde. Den Leuten hier, die wirklich gar nichts besitzen, einen Sinn im Leben zu geben und eine Hoffnung auf ein besseres Leben: vielleicht somewhere over the rainbow!!!

Hier noch wie versprochen der Text (ungefähr) von meiner Weihnachts-Predigt:

Upinde wa mvua (Rainbow)

Wanajesu asifiwe

Genesis 9:16

Whenever the rainbow appears in the clouds, I will see it and remember the everlasting convenant between God and all living creatures of every kind on the earth.

Ni rangi gani unaio y penda?

The Rainbow Story

Based on an old native legend.

Once upon a time each of the colors in the world was trying to be accepted for what they were. They pointed out their strengths, hoping that they would be considered the favorite. They all wanted to be respected and appreciated for who they were, but felt other colors were attempting to dominate the spectrum and gain the spotlight. For instance…

Green / Kijani proclaimed: “I am clearly the best color. I’m the sign of life and of hope. I was chosen for every blade of grass, every leaf on a tree, and without me all animals would have nothing to graze on. Just look out over the countryside and you’ll see that I’m everywhere.”

Blue / bluu jumped in and said: “There’s so much more to this world than the Earth! Consider the sky and sea. Water is the basis of all life and is drawn up to the sky from the deep sea where the clouds recycle it onto all your greenery. Without me your green would not exist! The blue sky also provides the sun, which is the energy of the earth, and its moon and stars provide peace and serenity. Clearly I’m the most important color.”

Then Yellow /njano chimed in . “You are all too serious. I bring laughter, gaiety, and warmth to everyone. Just look… the sun is yellow, the moon is yellow, and the stars are yellow. My sunflowers and buttercups bring happiness and make the whole world smile. My color lights up the eyes of the world. Without me, the world would be a dull and dreary place .”

Orange machungwa / began to feel left out and spoke next. “I’m the color of health and strength. I’m the most precious because I support the needs of human life. I may not be as prominent as other colors, but I am certainly no less important and I carry the vitamins that support life on earth. Without carrots, pumpkins, oranges, mangos, and so many other orange foods the world would lose its energy and vitality and would die. I may not be everywhere, but when I fill the sky at sunrise and sunset, my beauty is so striking that the rest of you are forgotten for a time.”

Red / nyekundu had to have its say too. It shouted: “I am the ruler of all of you. I am blood! Life’s blood. I’m the color of danger and of bravery. I am willing to fight for a cause. I bring fire to the blood! I’m the color of passion and love, the red rose, the poppy and the poinsettia. Without me, the earth would be as lifeless as the moon!”

Purple /zambarau rose up above all the others and spoke with a commanding voice: “I am the color of royalty and power. Kings, chiefs, and bishops have always chosen me for I am a sign of authority and wisdom. People do not question me. They obey, and the world need leaders like me.”

Finally, Indigo spoke, although much more calmly than all the others but with just as much determination: “Think of me. I am the color of silence. You hardly notice me, but without me, you all become superficial. I represent thought and reflection, twilight and deep water. You need me for balance and contrast, for prayer and inner peace. Without me you’d all wreak havoc on each other. “

And so all the colors went on boasting and quarreling, each convinced of their own superiority. Soon, their quarreling became louder and louder. Suddenly there was a startling flash of bright lightening! Thunder rolled and boomed! Rain started to pour down relentlessly. The colors crouched down in fear drawing close to one another for comfort.

In the midst of the noise, the voice of God began to speak: “You foolish colors, fighting amongst yourselves, each trying to dominate the rest. Don’t you know you were each made for a special purpose, unique and different? Join hands with one another and come to me.”

Doing as they were told, the colors united and joined hands. The Voice continued: “From now on, when it rains, each of you will stretch across the sky in a great bow of colors as a reminder that you are all important and you can all live in peace. Let the rainbow be a sign of hope for tomorrow.”

And so, whenever a good rain washes the world and a rainbow appears in the sky, let us remember to appreciate one another.

Question: What do you prefer: rain or sunshine? unapendelea mvua au jua?

For some people rain is bad and then they compare it to the bad times in life. And sunshine is good and that stands for the good times in life. But only if we have bad times can we appreciate the good times and it is simply part of life. If we only have bad times or only good times we will never experience what it means to do something together. Because together is the only way we can reach any development. So the next time you will see a rainbow in the sky think about what I am saying on this Christmas day: we should all hold each others hand and think about the story of today: not one color, not one people, not one person not one feeling or situation is important alone but together we are all made of God and we are his creation.

Sisi sote tumeumbwa na Mungu na sisi ni viumbe vyake.

Revelation 10:1

Then I saw another mighty angel coming down from heaven. He was         §robes in a cloud, with a rainbow above his head; his face was like the sun, and his legs like fiery pillars.

Ufunua wa Yohana 10:1
Kisha nikamwona malaika mwingine mwenye nguvu akishuka kutoka mbinguni. Alikuwa amevaa wingu, na upinde wa mvua kichwani. Uso wake uling’aa kama jua na miguu yake ilikuwa kama nguzo za moto.

Teilen

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert