Dec 28, 2019: Muss ich zur Hochzeit mitkommen?

Der Sohn des Pastors heiratet und wir sind eingeladen. Nur haben wir an diesem Tag noch einiges anderes vor: wir müssen nämlich zuerst noch zum Arzt nach Malindi, dann auch noch Briefe schreiben und Diskussionen führen. Ich denke schon, dass ich nicht mehr hingehen muss aber um 16.00 Uhr findet Peter, dass wir jetzt unbedingt doch noch hingehen sollen, denn er ist ja quasi ein VIP Gast. Ich aktiviere wieder mal mein Schnell-Duschen, Föhnen und Anziehen, das ich in meiner Einkaufszeit gelernt habe. Innerhalb von 20 Minuten bin ich hochzeitsbereit und wir gehen zu Fuss hin. Mein Supertuch, das sich abkühlt, wenn man es nass macht ist mein Lebensretter, denn obwohl es schon spät ist und die Sonne nicht mehr so heiss scheint ist es für meine Verhältnisse saumässig warm. Auf der Hochzeit erhalten wir sofort einen Ehrenplatz und Peter kriegt gleich die Gelegenheit einen Speech zu halten. Mir kommen meine Spontanreden von meinen Seminaren in den Sinn: Peter braucht keinen solchen Kurs: in Kürze bringt er die Leute zum Nachdenken, zum Lachen und das Brautpaar fühlt sich geehrt. Ich habe zum Glück noch ein Parfüm dabei, das ich der Braut schenken kann.

Der Kleidungsstil ist zum Schreien. Schön abgestimmt auf die Tücher, die zur Dekoration verwendet werden: vanilleweiss und violett. Die Anzüge der Männer sind zwar schon eher Marere-Sand-braun und auch das weisse Brautkleid ist nicht mehr strahlend weiss. Es gibt ein paar ganz besondere Exemplare – leider bin ich zu spät für eine Foto. Ein violettes Kleid einer Bridesmaid mit Silberbottinen hat es mir besonders angetan. Echt schade, dass ich das nicht vor die Linse gekriegt habe – einzigartig! Peter muss alle grüssen und wir machen Bilder mit seinen Kumpanen und mit dem Brautpaar. Der Mann trägt einen Kranz mit 1000 Shilling Noten um den Hals und strahlt wie ein Maienkäfer, dass der grosse Peter Shehe jetzt doch noch vorbei gekommen ist. Ein ganz kleines Bisschen schäme ich mich schon, dass ich mich fast gesträubt habe. Aber wirklich nur ein ganz kleines Bisschen.

Die Hochzeit war natürlich schon seit 8 Uhr morgens im Gang. Nach den kirchlichen Feierlichkeiten ist man zum Zuhause weitergegangen und ich weiss auch nicht, was alles gemacht wurde aber bestimmt wurden viele Reden geschwungen… Wir sind genau zur richtigen Zeit gekommen, denn jetzt gibt es zu Essen und das steht dann auch im Fokus von allen Teilnehmenden. Mit Peter habe ich vorher schon abgemacht, dass wir nichts essen. Er selber möchte auf Nummer sicher gehen, weil man ja auch nie weiss, wer im was Böses will und zudem will er nicht, dass es so aussieht, dass er nur wegen dem Essen komme. Jetzt hat er die beste Ausrede: er kann sagen, dass er eine andere Diät hat und daher zuhause essen muss. Mir ist es auch recht, dass ich keinen Teller Pilau (Reis mit Fleisch und Gewürzen) mit drei anderen teilen muss. Und so amüsiere ich mich über den bereits beginnenden Abbau der Zelte und allem was dazu gehört: künstliche Blumen, roter Teppich.

Was aber bleibt ist der DJ und die ohrenbetäubend laute Musik und zwar bis am Morgen um 06.00 Uhr als unsere nächste Walking-Runde beginnt.

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